dd., Koblenz

Wie die Staatszeitung von Rheinland-Pfalz meldet, beruht die Festnahme eines deutschen Polizisten durch französische Gendarmerie in Koblenz auf einem „Irrtum“. Am Morgen des 13. Januar wollte eine Sonderstreife der Kriminalpolizei in Koblenz-Oberwerth drei verdächtige Personen festnehmen. Als Widerstand geleistet wurde, gab ein Kriminalbeamter Warnschüsse ab. Er wurde von hinzukommenden französischen Gendarmeriebeamten festgenommen und erst eine Stunde später nach Rücksprache mit der Koblenzer Polizeidirektion wieder freigelassen, obwohl er sofort seinen Dienstausweis vorgelegt und den Sachverhalt geschildert hatte. Das französische Landeskommissariat hat dem Ministerpräsidenten Altmeier auf dessen Anfrage mitgeteilt, daß es sich um einen Irrtum der französischen Beamten gehandelt habe.

dd., Koblenz

Der Rechtsausschuß des Kreises Koblenz-Land hat die Beschwerde eines ehemaligen Obersten der ungarischen Honved gegen seine Nichtanerkennung als Heimatvertriebener zurückgewiesen. Der Beschwerdeführer hatte erklärt, sein Adelsprädikat sei deutsch, er habe im Kriege Tausende von Deutschen vor der russischen Kriegsgefangenschaft gerettet; er könne und wolle nicht mehr nach Ungarn zurück, denn seine Heimat sei Deutschland.

Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme kam der Kreisrechtsausschuß zu dem Schluß, daß der frühere Honvedoffizier seine Zugehörigkeit zum deutschen Volkstum nicht, wie dies im Bundesvertriebenengesetz gefordert wird, „öffentlich in seiner Heimat bekannt“ haben könne, da er sonst niemals ungarischer Offizier hätte werden können. Außerdem habe das Deutsche Adelsarchiv „uralten ungarischen Adel“ festgestellt. Entscheidend sei jedoch, daß der Antragsteller von der internationalen Flüchtlingsorganisation IRO Auswandederungspapiere erhalten habe. Die IRO habe aber grundsätzlich niemals Volksdeutsche betreut. Offensichtlich habe der Beschwerdeführer erst auf der Reise nach Übersee seine Auswanderungsabsicht aufgegeben und sich in London zur Rückreise nach Deutschland entschlossen, weil die Nachrichten über den Aufbau deutscher Streitkräfte in ihm die Hoffnung erweckt hätten, wieder als Offizier Verwendung finden zu können. Ein solches Vorhaben und die Berufung auf das 131er-Gesetz seien aber bei einem ehemaligen Schützling der IRO nicht am Platze.