Menderes in Rom

Der türkische Ministerpräsident Menderes und sein Außenminister Köprülü, die zu einem viertägigen Staatsbesuch in Rom eingetroffen sind, wollen auf der Grundlage des vor wenigen Tagen unterzeichneten Abkommens über die in der Türkei eingefrorenen italienischen Kredite von 30 Millionen Dollar die weitere Ausgestaltung der handelspolitischen Beziehungen und die Vorbereitung eines Handelsvertrages erörtern. Es wurde auch über das türkische Anliegen, in die westeuropäische Union aufgenommen zu werden, und über die Möglichkeit eines Beitritts Italiens zu dem Balkan-Dreierpakt der Türkei, Griechenlands und Jugoslawiens gesprochen.

Normalisierung Moskau – Tokio

Nachdem die Sowjetunion durch den Chef ihrer von Japan nicht anerkannten Mission in Tokio der japanischen Regierung direkte Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen vorgeschlagen hatte, teilte der japanische Ministerpräsident Hatoyama mit, daß das Kabinett am 4. Februar über das sowjetische Angebot entscheiden werde, die diplomatischen Beziehungen mit Moskau wieder aufzunehmen. Voraussetzung dafür sei aber, daß die sowjetische Regierung zuerst den Kriegszustand mit Japan für beendet erklärt. Er halte dies für durchaus möglich, da die Sowjetunion ja auch den Kriegszustand mit Deutschland vor kurzem beendete. Die Japaner wollen die Verhandlungen mit den Sowjets nicht, wie von diesen gewünscht, in Tokio oder Moskau, sondern in London oder Washington führen. Nach Mitteilung aus gut unterrichteten Kreisen hat sich Moskau bei vorhergegangenen indirekten Fühlungnahmen bereit erklärt, über die Freilassung der noch in Rußland festgehaltenen 10 799 japanischen Kriegsgefangenen und Zivilisten sowie über die Rückgabe von zwei Inselgruppen nordöstlich von Hokkaido zu verhandeln.

Lehren des Korea-Krieges

Der amerikanische Senatsausschuß für Staatssicherheit hat einen Bericht über die Gründe, warum der Krieg in Korea nicht siegreich beendet wurde, veröffentlicht. Die Senatoren kamen zu der Schlußfolgerung, daß „Wunschdenken, europäische Orientierung, der Druck der Alliierten und möglicherweise staatsfeindliche Umtriebe“ dazu geführt haben, daß in Korea kein Sieg errungen sei. Der Bericht stützt sich auf die Erklärungen der Generale Mark Clark, George E. Stratemeyer, James van Fleet, Edmond M. Almond und Admiral Charles T. Joy, die im koreanischen Krieg höchste Kommandos innehatten. Die fünf ehemaligen Befehlshaber sind übereinstimmend der Auffassung, daß ein Sieg in Korea möglich gewesen sei und auch herbeigeführt werden konnte, wenn nicht „politische Erwägungen die militärischen Notwendigkeiten verdrängt“ hätten.

Der ehemalige Oberbefehlshaber im Fernen Osten, General McArthur, hielt an seinem 75. Geburtstag in Los Angeles eine Rede, in der er erklärte: „An der Jahrhundertwende, als ich in die Armee eintrat, war es das Ziel, dem Feind mit dem Gewehr, dem Bajonett oder dem Säbel einen Verlust zuzufügen. Dann kam das Maschinengewehr, dazu bestimmt, Dutzende zu töten. Ihm folgte die schwere Artillerie, Hunderten den Tod bringend. Durch die Fliegerbombe kamen Tausende und durch die Atomexplosion Hunderttausende um. Heute haben Elektronengeräte und andere wissenschaftliche Fortschritte das Vernichtungspotential über die Millionengrenze steigen lassen, und mit ruhelosen Händen arbeiten wir in dunklen Laboratorien fieberhaft daran, die Mittel zu finden, um alle auf einen Streich zu töten.“ Der General betonte, die Welt müsse, wenn sie überleben wolle, früher oder später den Beschluß auf Abschaffung des Krieges fassen.