Zum Januarultimo hatten kinderreiche Eltern die Chance, erstmalig das gesetzliche Kindergeld ausgezahlt zu erhalten – vorausgesetzt eben, daß sie zum Kreis derjenigen gehören, die das Gesetz (vom dritten Kind an) privilegiert. Bei Arbeitnehmern ist das fast durchweg der Fall; hier dürfte die Auszahlung im allgemeinen auch pünktlich erfolgen: sei es durch den Arbeitgeber (am Ultimo oder am nächsten Lohn-und Gehaltzahlungstermin), sei es durch die Post (jeweils am 2. oder 3. des neuen Monats), sei es durch die nächste Sparkasse, für solche Arbeitnehmer, die ein „Anweisungsheft“ von ihrem Arbeitgeber bekommen. Derartige „Anweisungshefte“, die für ein ganzes Jahr gelten, also 12 Zahlblätter enthalten, sollen auch die Selbständigen durch die für sie zuständigen Familienausgleichskassen erhalten. Ob das „auf Anhieb“ klappen wird, ist freilich noch eine offene Frage.

Die Kehrseite der Medaille ist, daß für alle Selbständigen (also nicht nur die kinderreichen unter ihnen), soweit sie nicht bereits Beiträge zu einer Berufsgenossenschaft zahlen, eine Meldepflicht besteht, und zwar auch dann, wenn sie weniger als 4500 DM jährlich verdienen (und damit „grundsätzlich“ beitragsfrei sein könnten – vorausgesetzt, daß nicht trotzdem, nach der Ausnahmeklausel, ein Jahresbeitrag von 12 DM von ihnen verlangt wird). Die Frist für die Meldepflicht lief bis zum 31. Januar; die Meldung kann durch Ordnungsstrafen (zwischen 1 und 1000 DM) erzwungen werden. Meldepflichtig sind auch solche Unternehmer und Selbständige, die sich freiwillig bei einer Berufsgenossenschaft versichern könnten, dies aber nicht getan haben – ferner alle freiberuflich Tätigen, die (wie insbesondere Anwälte, Notare, Ärzte, Zahnärzte, Dentisten, Apotheker, Heilpraktiker) nicht bereits berufsgenossenschaftlich versichert sind. Was von ihnen an Beiträgen an die Familienaisgleichskassen zu zahlen sein wird, ist noch nicht endgültig festgelegt; der „Gesamtverband der Familienausgleichskassen“ rechnet zunächst mit einem Beitrag in der Größenordnung von 2 bis 3 DM monatlich. G. K.