Die aus dem Verband der alten Gutehoffnungshütte herausgeschnittene Hüttenwerk Oberhausen AG, Oberhausen, das älteste Großhüttenwerk der Ruhr, hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Neubau und Umbau durchgeführt und steht kurz vor Eröffnung der dann wohl modernsten Feineisenstraße der Bundesrepublik, Mehr als 200 Mill. DM, fast zu 90 v. H. durch Eigenmittel finanziert, wurden aufgebracht, um die Gesamtanlagen zu modernisieren und zu rationalisieren. Schon jetzt hat sich die Ertragslage der Hütte beträchtlich gebessert, so daß der oHV am 10. Februar vorgeschlagen werden kann, für die rückliegenden Geschäftsjahre 1952/53 und 1953/54 je 3 v. H. Dividende auf 104 Mill. DM AK auszuschütten. Für 1954/55 dürfte eine gewisse Dividendenerhöhung zu erwarten sein, kündigte die Verwaltung auf einer Pressekonferenz an. Dagegen wird die Möglichkeit, das AK um 20,8 Mill. DM zu Lasten „Anderer Rücklagen“ aufzustocken, nicht wahrgenommen, da die Verwaltung eine Erhöhung des Kapitals ohne gleichzeitige echte Kapitalzuführung für unverantwortlich hält. Es ist aber zu erwarten, daß auf der bevorstehenden oHV der in jüngster Zeit bekanntgewordene Bremer Holzgroßhändler Krages zugunsten seiner eigenen Kapitaltransaktionen die Aufstockung fordern wird. Jedenfalls rechnet die Gesellschaft mit einer solchen Aktionärserklärung.

Die uneinheitliche Beschäftigungslage in der Eisen- und Stahlindustrie drückt sich in den Jahresumsätzen aus. Die Hütte erzielte 1950/51 rund 333,2 Mill. DM, 1951/52 rund 507,4, 1952/53 rund 539,4, 1953/54 rund 455,1 Mill. DM Jahresumsatz und erreichte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 1954/55 bereits wieder 135 Mill. DM, so daß etwa mit 550 Mill. DM Jahresumsatz (vorsichtig) gerechnet werden kann. Die Rohstahlleistung hat sich inzwischen auf vierteljährlich 333 000 t, die Walzstahlerzeugung auf 243 000 t erhöht. Die Verwaltung äußerte sich skeptisch gegenüber gewissen Plänen, die Eisenpreise zu erhöhen. Man dürfe nicht immer nur auf steigende Einsatzkosten sehen, sondern müsse auch die beträchtliche Kostenverbilligung im Zuge des Beschäftigungsanstiegs berücksichtigen. Allerdings müßten wohl nach Meinung der Verwaltung gewisse Sortimente in Siemens-Martin-Qualitäten eine Preiserhöhung um 2 bis 10 DM die Tonne erhalten, weil hier die um mehr als 50 DM die Tonne gestiegenen Schrottkosten neben den de facto höheren Kokspreisen außerordentlich endpreisbestimmend seien Im übrigen sei die Entwicklung auf dem Stahlmarkt sehr erfreulich; der Auftragsbestand mache vier bis fünf Monate Vollbeschäftigung aus, die Nachssbgebuss beginne sich inzwischen auch wieder zu normalisieren, was durchaus zu begrüßen sei.

Mit der HV für 1953/54, der auch die rückliegenden Abschlüsse ab 1950/51 vorgelegt werden, hat die Hütte wieder den Anschluß an die normale Berichterstattung erreicht. r l t.

*

Ausbau bei Ruhrgas. Die Ruhrgas AG, Essen, arbeitet mit Hochdruck an der Vergrößerung ihrer Transportkapazität im Ferngasnetz. Zur Zeit wird eine neue Großleitung von Essen nach Bergisch-Gladbach gebaut, um die Gasversorgung im Bergischen Land und im Raum Köln-Bonn zu sichern. Die Leitung erfordert rund 17 Mill. DM. Zugleich wird ein Großgasbehälter bei Remscheid geplant, um die Speicherkapazität der Ruhrgas zu erhöhen. Gaserzeugung, Gastransport und Gasspeicherraum zeigen ständig steigende Zahlen. Die Ruhrgas hat 1954 mit einer Abgabe von 4,2 Mrd. cbm einen neuen Nachkriegsrekord erreicht. Der in 1954 in Betrieb genommene unterirdische Gasspeicher bei Hannover ist zum Teil gefüllt und ermöglicht eine regelmäßige Gasdarbietung im Hannoverschen Raum Die Ruhrgas wird, wie sie ankündigt, zur Sicherung ihrer Investitionsmittel bei gegebener Gelegenheit erneut an den privaten Kapitalmarkt herantreten.

Der AR der Gebr. Stollwerck AG, Köln, hat beschlossen, für das Geschäftsjahr 1953/54 wieder die Verteilung einer Dividende von 8 v. H. auf das unveränderte AK von 9 Mill. DM vorzuschlagen. HV am 25. Februar.

Weitere Umsatzsteigerung bei Dujardin. Der Umsatz bei der Dujardin & Co., Krefeld Uerdingen, konnte 1954 wieder erheblich vergrößert werden. Auch der Export erfuhr, wie Dir. Goebels mitteilte, eine stärkere Steigerung. Die Ausfuhr geht in 30 Länder, wobei das Schwergewicht in den USA liegt, Beschäftigt werden etwa 300 Personen.

NSU bringt Superfox zum Frühjahr. Zum Frühjahr bringt NSU eine neue 125-ccm-Maschine heraus. Der obengesteuerte 125-ccm-Viertaktmotor leistet knapp 10 PS. Neuartig ist die vorgespannte Vorder- und Hinterradfederung.