DIE ZEIT

Erdbeben in Moskau

Am vergangenen Wochenende erklärte der erste sowjetische Parteisekretär Nikita Chruschtschew in einem Interview mit dem amerikanischen Verleger Hearst, Berichte über einen Machtkampf zwischen ihm und Ministerpräsident Malenkow seien „Wunschgedanken“.

Der Strick im Tornister

Das Wort vom Marschallstab im Tornister stammt von Napoleon, und es bedeutet, daß jeder Soldat, wenn ihm das Glück hold ist, eines Tages Marschall werden kann.

Schörner juristisch

Jeder Soldat kennt Schörner. Er war nicht einfach unbeliebt und gefürchtet, sondern weithin verhaßt, und dieser Haß ist noch unvergessen.

Ende der Aera PMF

Der Sturz des französischen Ministerpräsidenten Mendès-France hat in der Bundesrepublik einen sehr ernsten Eindruck gemacht.

Die Folgen für Frankreich

Frankreich ist politisch gar nicht so unstabil, wie man immer sagt. Nicht nur überdauert die französische Ministerialbürokratie alle Krisen, Stürze und Weltuntergänge; wenn man von dem Sonderfall der Ausbootung der Kommunisten im Mai 1947 absieht, ist es bisher stets die gleiche Gruppe der ungefähr 20 Politiker gewesen, die die Ministersessel der 4.

Schatten auf Frankreichs Polizei

Das Problem des Justizirrtums ist so alt wie die Justiz selbst. Das 19. Jahrhundert kennt einige berühmte Fälle, die Dreyfus-Affäre zum Beispiel, die Frankreich jahrelang in zwei Lager zerriß.

ZEITSPIEGEL

Im Verlauf seiner großen, vom Rundfunk übertragenen Rede vor dem Bundesausschuß der CDU in Bonn sagte Bundeskanzler Adenauer einige Minuten vor zwölf: „Ich habe nur noch vier Minuten Zeit, deshalb muß ich schnell machen.

Kommunist Secchia

Wer das Porträt eines in Ungnade gefallenen kommunistischen Funktionärs zeichnen will, tut gut, sich einmal wieder anzusehen, was die Parteizeitungen über diesen Mann geschrieben haben, als er im Zenith seines Ansehens stand.

Was sonst noch geschah

Die Commonwealth-Konferenz, an der unter dem Vorsitz von Churchill die Ministerpräsidenten von Indien, Australien, Neuseeland, Kanada, Pakistan, Ceylon und des Zentralafrikanischen Staatenbundes sowie der stellvertretende Ministerpräsident der Südafrikanischen Union teilnahmen, stand im Zeichen der Entwicklung im Fernen Osten.

Volksentscheid als Waffe

Das Wort Volksentscheid ist in die Diskussion geworfen worden. In einer Münchener Gewerkschaftsversammlung zuerst, dann im Düsseldorfer Gewerkschaftshaus, schließlich im Bonner sozialdemokratischen Hauptquartier und in der Frankfurter Paulskirche.

Berlins SPD distanziert sich

Der Versuch des SPD-Bundesvorstandes, die Berliner Sozialdemokratie in die Volksbewegungs-Kampagne mit einzubeziehen, ist fürs erste eine Kundgebung Erich Ollenhauers in Berlin angesetzt; doch schon jetzt steht fest, daß die Gegner der Wiederbewaffnung in Berlin nicht nur mit anderen Argumenten, sondern mit anderen Methoden arbeiten müssen als im Bundesgebiet.

Selbstzufrieden

Bundespostminister Balke hat am 4. Februar bei einer Pressekonferenz in Bonn erklärt, die Gebührenerhöhungen vom Juli 1954 hätten sich „günstig ausgewirkt“ – für die Finanzen der Bundespost nämlich.

Gibt es wirksamen Atomschutz?

Nicht nur der Mann auf der Straße ist in der Regel der Meinung, daß man sich gegen Atomwaffen, zumal in einem so engen, dichtbesiedelten Lande wie Westdeutschland, nicht wirksam schützen könne.

Wer gehört zur Elite?

Vor der Evangelischen Akademie in Bad Boll hat der Bundesinnenminister Dr. Gerhard Schröder einen Vortrag über Begriff und Problem der Elite gehalten, der jetzt im Druck erschienen ist.

„Fall John“ in Österreich

Zwei Themen beherrschen zur Zeit das politische Gespräch von Wien: die Verhaftung des Magistratsdirektors Sokolowski seitens der Sowjetkommandantur und der Selbstmord des ehemaligen Favoritner Polizeichefs Vinzenz Seiser.

Tiefer beugen sich die Sterne

Zu Beginn des Jahres der deutschen Kapitulation endete im Krankensaal dritter Klasse eines Jerusalemer Hospitals das Leben der fast siebzigjährigen Else Lasker-Schüler.

Entartung des Königlichen

Als Albert Einstein zum ersten Male in die Vereinigten Staaten kam, jubelte die am Pier sich drängende Menge voll höchster Begeisterung.

Die ideale Staatsverfassung

Montesquieu und der „Geist der Gesetze“ – Ein Sechzigjähriger schrieb das Werk seines Lebens

Liebeslied der Guarani

Die Guarani-Indianer bewohnen große Teile Südbrasiliens und Paraguays. Der erste Europäer, der Guaraní-Gedichte erwähnt und sie geschätzt hat, ist Montaigne gewesen.

Eine Verheißung

Mit Waldtraut Gummersbach, deren Roman „Und sängen sie nicht im Nebel“ mit dem Otto-Detzenberg-Preis der Stadt Blausauer ausgezeichnet wurde, hat die Jury das Werk einer völlig unbekannten Dichterin gekürt.

Abschied von einer mittleren Stadt

Sie ist schön, die Stadt, auch am Tage. Ihre Schönheit ist so berühmt wie ihre Geschichte. Es ist eine barocke Geschichte, sichtbar als Schönheit.

Die zweimal geprüften Bücher Mosis

Es liegt in der Natur großer Gedanken, daß sie den geschichtlichen und volklichen Raum ihres Jrsprungs sprengen und eines Tages Eigentum der Welt werden, was sie bis zum Erlöschen ihrer Wir-:ungskraft bleiben.

Derart betrachtet...

Krennen Sie mich denn nicht mehr?“ fragte Ilja Ehrenburg bei seinem New Yorker Aufenthalt im Jahre 1946 einen alten Bekannten, der es vermieden hatte, ihn zu begrüßen.

Thomas, der Schwindler

in die Phantasiegefilde seiner Welt fern allen herkömmlichen Begriffen. Der Träumer und Gaukler, Taugenichts und Schwindler Guillaume Thomas aus Fontenay nennt sich Guillaume de Fontenay und gibt sich für den Neffen des berühmten, gleichnamigen Generals aus.

Neue Schallplatten:: Pelleas und Melisande

Ein biederer, leicht angegrauter Ehemann, eine blutjunge, betörende Frau, ein jünglingshaft romantischer Schwager – aus der uralten Verkettung dieser Menschen hat Claude Debussy ein musikalisches Gemälde geschaffen, das mit seiner orchideenhaften Schönheit und mit der Neuartigkeit seiner Tonsprache aller Gefahren spottet, an denen ein Gestalter von weniger sicherem Geschmack unerbittlich gescheitert wäre.

Albert Vigoleis Chelen:: Vogelfrei

Unter dem Titel „Vigolotria“ hat der Autor der „Insel des zweiten Gesichts“ jetzt einen kleinen Versband veröffentlicht (bei Eugen Diederichs, Düsseldorf, 67 S.

Nicht Free Europe

E lern Hinweis von Radio Freies Europa folf nd, stellen wir fest, daß der in der Artikel „Der Mörder ist der Ermo lete" (Die Zeit, Nr 50 v.

Rheinland-Pfalz: 99 Phon Beifall

Das Phonmeßgerät – von der Polizei häufig angewandt, um die Lautstärke von Auspufftöpfen der Motorräder zu kontrollieren, setzt sich nicht nur zur Messung von Beifallsstürmen bei Jam-Sessions durch, sondern neuerdings sogar im rheinischen Karneval.

Der Glockenkrieg

E ir Wei Kat run Kos ligt glei ten, katl klei die ten jene besc klei Bev Glo Ider noc die stre mai in beti klä ord nur den m z, Bilhgheim ;rühjahr 1954 schaffte sich die Gende Billigheim bei Neustadt an der traße ein neues Geläut an.

Niedersachsen: So wird repräsentiert

Die 4. Große Strafkammer beim Landgericht Hannover verurteilte am vergangenen Freitag einen ehemaligen niedersächsischen Staatsbeamten, den ehemaligen Polizeiverwaltungsinspektor Ludwig Weber, der zugleich Schatzmeister der niedersächsischen Polizeigewerkschaft war.

Niederlausitz: Spree-Kanäle

Mit dem Ziel, den Überschwemmungen im Spreewaldgebiet zu begegnen und den Grundwasserspiegel zu heben, werden gegenwärtig in der Niederlausitz die vorbereitenden Arbeiten für das Projekt „Wasserregelung Spree“ fortgeführt.

Stehrs Grab

Seh auf Gla das dun Tend zer letz wür r von sien u r, Habelschwerdc s Grab von Hermann Stehr, einem ir bekanntesten schlesischen Dichter, an Florianberg in Habelscbwerdtl r Bergland ist verwüstet.

Nun Schluß mit der Theorie!

Niemand in Bonn braucht darüber verwundert zu sein, daß „im Lande draußen“ einige Beunruhigung herrscht; die bisher doch nur geringfügigen Ergebnisse der nun seit Monaten intensiv betriebenen Verhandlungen und Vorberatungen über die Neuordnung des Verkehrs haben überall enttäuscht.

Rundfunkwirtschaft: nicht unzufrieden

Rundfunk und Fernsehen sind traditionell unruhig. Das gilt für die kulturelle, organisatorische und politische Seite nicht minder wie für die wirtschaftliche.

Aktienpakete mit Holzwurm

Es ist Sonnabend, der 8. Januar 1955. In Bremen klingelt ein Postbote an der Schwachhauser Heerstraße Nr. 222. Ein Eilbrief aus Bonn, Poppelsdorfer Allee Nr.

Einträgliche Tage für Baissiers

Trotz der vielen mißlichen Dinge, die seit Wochen aus dem Bereiche der Innen- und Außenpolitik auf den Aktionär eingestürmt sind, ist es an den deutschen Wertpapiermärkten zu keinerbesorgniserregenden Entwicklung gekommen.

„Wir finden das unfair...“

Die Bemühungen der Deutschen Lufthansa, nach der von den Alliierten diktierten Zwangspause künftig im innerdeutschen und auch im internationalen Luftverkehr ein (sehr bescheidenes) Wort durch die Wiederaufnahme eines eigenen Liniendienstes mitzureden, haben nicht überall im Ausland Zustimmung erhalten.

Afrika statt Indonesien...

Da sich Indonesien von seinem einstigen Mutterlande losgesagt hat und die Versuche der Holländer, wenigstens die wirtschaftlichen Bindungen fortbestehen zu lassen, nach Auflösung der holländisch-indonesischen Union endgültig gescheitert sind, wenden sich viele holländische Handelshäuser, deren Betätigungsfeld hauptsächlich in Indonesien lag, anderen Kontinenten zu.

Rohstofftendenz der Woche

Die Entwicklung auf den Weltrohstoffmärkten in den letzten 14 Tagen hat sehr deutlich gezeigt, daß politische Ereignisse nicht mehr derartige Wirkungen, wie sie seinerzeit während des Korea-Konfliktes zu beobachten waren, auf den Weltmarkt ausüben, da sich offensichtlich eine Konsolidierung der allgemeinen weltwirtschaftlichen Situation abzuzeichnen beginnt.

Hütte Oberhausen modern

Die aus dem Verband der alten Gutehoffnungshütte herausgeschnittene Hüttenwerk Oberhausen AG, Oberhausen, das älteste Großhüttenwerk der Ruhr, hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Neubau und Umbau durchgeführt und steht kurz vor Eröffnung der dann wohl modernsten Feineisenstraße der Bundesrepublik, Mehr als 200 Mill.

Dresden und die Kultur Europas

Am 13. Februar sind zehn Jahre vergangen, seit Dresden zerstört wurde. Der nahezu totale Untergang dieser Stadt, zugleich eines der furchtbarsten Blutbäder des zweiten Weltkrieges, war im wesentlichen das Werk einer einzigen Nacht.

Kommunisten mit Humor

Er sagt, daß er seine Maschine genau so liebe wie seine Frau“, übersetzte Fräulein Kosticz vom Presseamt des ungarischen Außenministeriums.

Von den Tieren lernen

Der „einsame Gelehrte“ ist für unsere Zeit nicht mehr typisch. Es sieht so aus, als spiegele sich unsere Abkehr vom Individualismus und Subjektivismus des 19.

Pikante Pyramiden-Linie

Ein volles Jahrzehnt Nachkriegsmode hat bewiesen, daß sich die französische Haute Couture um ihre Vorrangstellung einstweilen keine Sorgen zu machen braucht.

Jahn und der Referent

Die deutschen Turner wurden kürzlich durch Äußerungen eines Ministerialbeamten des Bundesinnenministeriums in Bonn in böse Erregung versetzt.

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