Bundespostminister Balke hat am 4. Februar bei einer Pressekonferenz in Bonn erklärt, die Gebührenerhöhungen vom Juli 1954 hätten sich „günstig ausgewirkt“ – für die Finanzen der Bundespost nämlich. Wie ungünstig sie sich für den Export deutscher Bücher, Zeitschriften und Zeitungen ausgewirkt haben, hätte er bereits Anfang November aus einer Denkschrift des Börsenvereins Deutscher Verleger- und Buchhändlerverbände ersehen können. Hier wurde ihm klipp und klar nachgewiesen, daß die Portoerhöhung bei „Drucksachen zu ermäßigter Gebühr“ eine unerträgliche Belastung für alle Verlagserzeugnisse bringt.

Die deutschen Exporteure müssen versuchen, die Erhöhung auf die Kunden im Ausland abzuwälzen, wenn ihr Geschäft rentabel bleiben soll. Die Importbuchhandlungen im Ausland aber können auf billigere Angebote deutschsprachiger Literatur ausweichen: aus Österreich, der Schweiz und auch aus der Sowjetzone. Und sie haben das auch in zunehmendem Maß seit Juli 1954 getan. Bei Zeitschriften, Illustrierten und Zeitungen bleibt ihnen nichts als eine Heraufsetzung des Verkaufspreises zwischen 33 1/3 und 50 v. H. – was natürlich die Zahl der verkauften Exemplare vermindert. Das Resultat der Portoerhöhung zeichnet sich also deutlich genug ab: der Umsatz des Exports ist gesunken, die Einnahmen der Bundespost sind gestiegen – auf Kosten der Verbreitung des deutschen Buches und der deutschen Zeitschrift. C. E. L.