Die Bemühungen der Deutschen Lufthansa, nach der von den Alliierten diktierten Zwangspause künftig im innerdeutschen und auch im internationalen Luftverkehr ein (sehr bescheidenes) Wort durch die Wiederaufnahme eines eigenen Liniendienstes mitzureden, haben nicht überall im Ausland Zustimmung erhalten. Daß dieser Plan – vor allem bei den ausländischen Fluggesellschaften – keine Begeisterung auslöste, ist vielleicht verständlich, zumal sie in den Nachkriegsjahren ein recht einträgliches Deutschland-Geschäft aufbauen konnten. Wenn jetzt aber zu einem Zeitpunkt, ehe deutsche Maschinen überhaupt im Streckendienst eingesetzt sind, der Boß einer britischen Fluggesellschaft eine fast auf Boykott abzielende Kampagne entfacht und sich in den Staaten, in Westeuropa und selbst in Osteuropa nach „Waffengefährten“ umsieht, so kann man dies nur als unfair bezeichnen. Mr. Hasting fürchtet sich offensichtlich in erster Linie vor dem guten Ruf, den der Name „Deutsche Lufthansa“ auch heute noch in allen Teilen der Welt genießt und vertritt die komische Ansicht, daß man die neue deutsche Luftverkehrsgesellschaft „German Air Lines“ nennen sollte...

Leider fand Mr. Hasting in „interessierten“ Kreisen viele Gleichgesinnte. Einer davon forderte sogar eine internationale Konferenz der Luftverkehrsgesellschaften mit dem Ziel, die Lufthansa von bestimmten internationalen Linien auszuschließen. Bisher erhielt der konkurrenzängstliche Brite – soweit uns bekannt ist – nur eine massive Absage: sie kam aus Stockholm von der SAS und gipfelte in der Feststellung: „Wir finden das unfair!“ Das war also deutlich. Aber im übrigen: wie fern sind wir doch der europäischen Integration, wenn es um Geld geht! ww.