Die Rheinisch- Westfälische Elektrizitätswerk AG, Essen, legt ihrer HV am 1. März eine gute Bilanz per 30. Juni 1954 mit einem Saldo von nunmehr 2,93 (2,51) Mrd. DM vor. Der HV wird vorgeschlagen werden, auf 246 Mill. DM AK eine von 6 auf 8 v. H. erhöhte Dividende aus 20,2 (15,4) Mill. DM Reingewinn zu verteilen. Weiterhin wird vorgeschlagen werden, das AK um 123 auf 369 Mill. DM zu erhöhen, womit RWE nach Farbenfabriken Bayer und Gelsenkirchener Bergwerks AG im Kapital (vorübergehend) das drittgrößte Unternehmen der Bundesrepublik ist. Der Ausgabekurs der neuen Aktien wird, wie Vorstandsmitglied Fritz Ridderbusch vor der Presse mitteilte, nicht über 120, aber auch nicht unter 117 v. H. liegen. Es handelt sich dabei um genehmigtes Kapital, und zwar um 58,9 Mill. DM Inhaber-, 2,6 Mill. DM Namens- und 61,5 Mill. DM stimmrechtslose Vorzugsaktien.

Die Aktionäre des RWE setzen sich zu etwa 40 v. H. aus Kommunen, zu etwa 10 v. H. aus übriger öffentlicher Hand und zu 50 v. H. aus freien Aktionären zusammen, worunter sich aber auch weitere Aktienbesitze der öffentlichen Hand befinden. Da die finanzielle Situation einiger Kommunen nicht ausreicht, die Kapitalerhöhung im Verhältnis ihres bisherigen Anteils durchzuführen, ist diesen die Möglichkeit gegeben, ihren Anteil an stimmrechtslosen Vorzugsaktien auf dem freien Markt zu verkaufen. Es besteht also die Möglichkeit, daß dadurch der Anteil des privaten Kapitals am RWE-AK erhöht werden kann.

Die Kapitalerhöhung, die durch laufende Investitionsfinanzierung bereits zu etwa 50 v. H. vorweggenommen ist, bringt dem Unternehmen erhebliche neue Anlagewerte, die die Ertragskraft weiter steigern werden, kommentierte Dir. Ridderbusch. Die seit Jahren sich erhöhende Dividende dürfte daher auch mit 8 v. H. noch nicht ihren letzten Stand erreicht haben. Zugleich ist eine gewisse Senkung der Durchschnittspreise je verkaufter Kilowattstunde auf jetzt 5.6 Pf. zu errechnen, eine Entwicklung, die beibehalten werden soll und die die verbrauchsorientierte Energiepolitik des Unternehmens charakterisiert.

Das Unternehmen hat 1953/54 mit fast 16 Mrd. verkauften kWh’s eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 18,7 v. H. bei einem Bundesdurchschnitt von knapp 11, v. H. erreicht. Diese Entwicklung hat auch 1954/55 angehalten. Das in den Vorjahren mit rd. 900 Mill. DM bezifferte Investitionsprogramm, das bis Ende 1957 läuft, ist zur Zeit noch in einer Größenordnung von 700 Mill. DM in Arbeit. Jedoch ist de Finanzierung unter Einschluß der Kapitalerhöhung bereits voll gesichert. Da die Betriebsergebnisse auch im laufenden Jahr besser als im Vorjahr.sind, hat das Unternehmen auf diesem Gebiete keine Sorgen. Für die nachfolgenden Jahre wird nach Durchführung der Kapitalerhöhung in der Bilanz wieder genügend Spielraum sein, Fremdmittel zur Sicherung später durchzuführender Investitionen bis zu etwa 200 Mill. Da aufzunehmen. Rlt.

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Bosch in weiterer Expansion. Nachdem die Robert Bosch GmbH, Stuttgart, erst vor kurzem durch Erwerb eines Fabrilanwesens in Leinfelden/Württ. und davor durch Pachtung von Betriebsteilen der Index-Werke KG in Esslingen a. N. sowie von Räumen in einer Backnanger Lederfabrik Zweigbetriebe errichtet hat, wird jetzt bekannt, daß Bosch einen weiteren Zweigbetrieb in Rutesheim (Kreis Leonberg) in von der Trikotagenfabrik L. Maier gepachteten Gebäuden einrichten wird. Dort sollen etwa 800 Arbeitskräfte beschäftigt werden. Auch in Bosch-Werk in Bamberg – hier ist die Zündkerzenproduktion zusammengefaßt – sollen weitere 400 Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Bamberger Bosch-Werk sind bisher bereits rund 1750 Personen beschäftigt.