Der Start in die neue Kapitalmarktära muß mit dem 6v.H.-Pfandbrief erfolgen, sonst geht die Rechnung der Hypothekenbanken nicht auf. Einmal zwingt hierzu die Konkurrenz der Versicherungen und Sparkassen, unter denen sich viele schon jetzt dem entsprechenden Niveau bei ihren eigenen Hypothekengeschäften angepaßt haben; vor allem aber sagen sich die Realkreditinstitute, daß zu hoch gewählte Zinsen sich nur noch schwerkorrigeren lassen. Man meint, es sei besser, sich von unten her an den Markt heranzutasten, wobei man also bei niedrigen Zinssätzen zunächst mit einem relativ großen Disagio beginnen und dieses im Verlauf der ersten Wochen allmählich der Lage auf den Rentenmärkten anpassen will. Die Nachfrage würde dann, wenn die Märkte genügend „ausgetrocknet“ sind, schon kommen, glaubt man – denn der 6prozentige Pfandbrief sei für die große Kundschaft (das sind also die Landesversicherungsanstalten und die Bundesanstalt für Arbeitslosenversicherung) günstiger als der 5prozentige Sozialpfandbrief, von dessen Steuerfreiheit die meisten Kapitalsammelstellen nichts hatten, und den sie nun (allmählich, um die Kurse nicht zu verderben!) gegen neue Werte „umtauschen“ werden: entsprechend der Aufnahmefähigkeit der an steuerbegünstigten Werten interessierten Anlegerkreise.

Die öffentlichen Realkreditinstitute haben nun, um den Markt nicht zu überfordern, für Hypothekenpfandbriefe und Kommunalobligationen eine Verlängerung der Emissionssperre bis zum 15.März beschlossen. Die privaten Hypothekenbanken werden sich diesem Schritt wohl anschließen. Auch die öffentliche Hand hat eine Zurückhaltung bei der Aisgabe von Staatsanleihen zugesagt. Zur Berliner Alleine und der Lastenausgleichsanleihe wird gesagt, der Bund könne sicherlich, wenn es wirklich bei diesen beiden Anleihenehmern an Kassenmitteln feilen sollte, mit seinen reichlichen Kassenmitteln verübergehend aushelfen. W. R.