Gelegentlich seines Vortrages über die Koordination von Wirtschaftund Technik als Aufgabe der Unternehmensleitung, die der Generaldirektor der Daimler-Benz AG, Dr. Fritz Könecke, auf Einladung der Technischen Universität Berlin und der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft hielt, gab Fritz Könecke der Presse einen bemerkenswerten Überblick über die gegenwärtige Situation und die Planungen in Untertürkheim. Der Vorsitzende des Vorstandes der Daimler-Benz AG wies darauf hin, daß die Pkw-Produktion, die Anfang 1954 im Monat 4000 Einheiten betragen habe und inzwischen auf 5000 gesteigert werden konnte, bis Ende dieses Jahres auf 6000 Stückerhöht werden soll. Um auch jene Käuferkreise anzusprechen, die zwar an einem Mercedes-Benz-Wagen interessiert seien, aber von dem bisherigen Produktionsprogramm nicht erfaßt werden konnten, plant das Unternehmen den Starteines Mittelklassewagens, der voraussichtlich ein Hubvolumen von 1,7 l haben und zu einem Preis von rund 7000 DM auf den Markt kommen dürfte. Auch der Lastwagenbau soll verstärkt werden: die Kapazität des Mannheimer Werkes wird von monatlich 1200 auf 2000 Einheiten und die des Werkes Gaggenau von 750 auf 1000 gebracht werden. Schon in absehbarer Zeit wird die Daimler-Benz AG einen neuenleichten Lkw und einen entsprechenden Omnibus der Öffentlichkeit vorstellen.

Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen mit einem Umsatz von 1,05 Mrd. DM, an dem der Export mit 356 Mill. DM beteiligt war, das für 1954 gesetzte Ziel nicht unwesentlich überschreiten. Dr. Könecke vertrat die Auffassung, daß auch den Interessen der Aktionäre mit einer kontinuierlichen Dividendenpolitik am besten gedient sei und deutete an, daß man für das abgelaufene Geschäftsjahr wiederum eine Dividende von 8 v. H. vorzuschlagen gedenke. Mit dem Hinweis auf die Tatsache, daß das Unternehmen im vergangenen Jahr sein Kapital (72 Mill. DM) 15mal umgeschlagen habe, stellte er fest, daß, auf längere Sicht gesehen, eine Kapitalerhöhung notwendig sein werde.

Für 1955 rechnet man in Untertürkheim mit einer Umsatzsteigerung von 20 v. H.; als Exportziel hat man sich 500 Mill. DM gesetzt. Heute exportiert die Daimler-Benz AG nach 116 Ländern. Die Fabrikation in Argentinien, die auf den mittleren Lastwagen beschränkt ist, beschäftigt bereits 1800 Personen. Auch in Brasilien konnten nach anfänglichen Schwierigkeiten gute Fortschritte gemacht werden. Als besonders hoffnungsvoll bezeichnete Dr. Könecke die Entwicklung in Indien, wo jetzt je Monat 250 Lastwagen montiert werden. Den Anstrengungen der amerikanischen Automobilindustrie, auf den europäischen Märkten stärker Fuß zu fassen, wofür sie Investitionen in Höhe von 360 Mill. $ einsetzt, wird Daimler-Benz nicht untätig gegenüberstehen: zur Vergrößerung der der gegenwärtigen Nachfrage nicht standhaltenden Kapazität und vor allein für Zwecke der Rationalisierung wird das Unternehmen in den nächsten Jahren 180 bis 200 Mill. DM investieren. w w.

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Die Gothaer Feuer Versicherungsbank a. G., Köln, hat der Mitgliedervertretung die Abschlüsse für die Geschäftsjahre 1950 bis 1953 einschl. vorgelegt. Die Zahl der Versicherungen hat 1953 erstmals seit dem Krieg wieder die Million übertroffen, die Beitragseinnahmen beliefen sich auf 35,63 Mill. DM, das ist etwa doppelt soviel wie 1949. 1938 beliefen sich die Prämieneinnahmen des Instituts im ganzen Reichsgebiet auf 20,3 Mill. RM. In den vier Berichtsjahren ergab sich ein Reinüberschuß von 3.26 Mill. DM, wovon 2,84 Mill. DM der überschußrückstellung zur späteren Verteilung an die Mitglieder und 0,42 Mill. DM der freien Rücklage zugeführt werden. Erheblich waren die Überschüsse in der Feuer-, der Kraftverkehr-, vor allem aber in der Einbruchversicherung. Wasser und Unfall verliefen befriedigend. Dagegen ergaben sich in der Automaten-, der Fahrrad-, der Sturm- und ganz besonders in der Haftpflichtversicherung In Jedem Jahr Verluste. Die Verwaltung teilte mit, daß das Geschäftsjahr 1954 günstig verlaufen sei und mit einem angemessenen Gewinn gerechnet werden könne. Die Mitgliederversammlung wählte Bundesinnenminister a. D. Dr. Robert Lehr in den AR und übertrug ihm den Vorsitz, der vorher in Händen des verstorbenen Staatsministers a. D. Dr. Hermann Höpker-Aschoff gelegen hat.

Gerling-Konzern: 210 Mill. DM Prämieneinnahmen. 1954, im 50. Jahr seines Bestehens, hat der Gerling-Konzern sein Geschäftsvolumen in der Sach-, Lebens- und Rückversicherung mit einer Prämieneinnahme von rund 210 Mill. DM gegenüber dem Vorjahr (1953 rund 180 Mill. DM) um rund 17 v. H. erhöhen können. Die stärkste Zunahme hat die Rückversicherung, insbesondere im Auslandsgeschäft, erfahren mit einem Plus von rund 30 v. H. gegenüber dem Vorjahr. Die Lebensversicherungsgruppe des Konzerns (Gerling-Konzern Lebensversicherungs-AG, Friedrich-Wilhelm Lebensversicherungs-AG und Magdeburger Lebens-Versicherungs-Gesellschaft) erzielte 1954 mit 400 Mill. DM Versicherungssumme den bisher größten Neuzugang in einem Jahre. Der Versicherungsbestand hat damit am 31. 12. 1954 rd. 1,6 Mrd. DM Versicherungssumme überschritten (1953: 1,3 Mrd. DM). Seit der Währungsreform haben die Gerling-Gesellschaften insgesamt rd. 400 Mill. DM Versicherungsleistungen gewährt, davon etwa in der Sachversicherung, 1/4 in der Lebensversicherung. Mit der Vorlage der Umstellungsrechnungen und der nachfolgenden Abschlüsse dürfte bis Mitte d. J. zu rechnen sein.

Die Accumulatoren-Fabrik AG, Hagen/Hannover (Verwaltungssitz Frankfurt), hat in Westberlin am Askanischen Platz die Produktion von Varta-Starter-Batterien für Kraftfahrzeuge und AFA-Antriebs-Batterien für Elektro-Fahrzeuge aufgenommen. Bis 1945 besaß die Accu ein Werk in Oberschöneweide mit rund 1200 Beschäftigten.