Auf einer HV der Tuchfabrik Aachen AG – des Unternehmen hatte am 23. Nov. 1953 mit einem Zwangsvergleich (Quote 25 v. H.) seinen Zusammenbruch beendet – kam der Wille zum Ausdruck, alles zu versuchen, um das heute noch 160 Arbeiter und Angestellte beschäftigende Werk weiter zu führen. Auf einer ao HV am 25. März soll darüber und über die Entlastung von Vorstand und AR beschlossen werden. Eine größere Aktionärsgruppe, die zur Hauptsache aus ehemaligen Gläubigern besteht, will bis dahin die jetzt vorgelegten Geschäftsberichte für 1951 bis 1953 eingehend prüfen und vor allem die erforderlichen Maßnahmen treffen, die für die Beseitigung des chronischen Mangels an Betriebsmitteln eingeleitet werden müssen. Das Unternehmen erlitt von 1951 bis 1952 Gesamtverluste von 7,465 Mill. DM, dem per 31. Dezember 1953 nach Vereinnahmung aller Sanierungsgewinne ein Gewinn von 7,466 Mill. DM gegenübersteht. Für den AR erklärte RA Dr. Gerd Heusch, das Unternehmen habe nach der Sanierung einen schweren Start gehabt. Ein Sowjetzonengeschäft im Werte von über 1 Mill. DM sei nach langen Anlaufschwierigkeiten in der Abwicklung. Ein Lohnauftrag für 105 000 Decken für die amerikanische Besatzungsarmee habe zu auskömmlichen Preisen abgewickelt werden können. Für 1954 sei infolge des Mangels an Betriebskapital, der auch eine eigene Musterkollektion des Unternehmens noch nicht gestattet habe, mit einem Verlust zu rechnen. Nach Neuwahlen gehören dem AR an: RA Dr. Gerd Heusch, Aachen, Hugo Cadenbach, Aachen, sowie Hubert Soehnen als Arbeitnehmervertreter. Metallhüttenwerke Lübeck wieder mit Gewinn. Die Metallhüttenwerke Lübeck AG (früher Hochofenwerk Lübeck) teilen in dem Prospekt über Zulassung von 8 Mill. DM 8prozentigen Teilschuldverschreibungen von 1953 zum Börsenhandel mit, daß im Geschäftsjahr 1952/53 (30. 6.) bei einem Bruttoumsatz von ziemlich unverändert 88 Mill. DM ein Jahresgewinn von 0,81 (i. V. 0,78) Mill. DM erreicht wurde, der sich um den Vortrag auf 0,99 Mill. DM erhöht. Für 1952/53 ist mindestens mit der gleichen Dividende zu rechnen wie für 1951/52 (4 v. H.). Die zur Flick-Gruppe gehörende Gesellschaft, die ihren Namen vor einigen Jahren geändert hat, weil sie überwiegend in der Metallchemie tätig ist, produzierte im Berichtsjahr rund 188 000 t Roheisen, 326 000 t Koks, 9153 t Kupferkathoden, 9854 t Teer und Teerprodukte und 69 Mill. cbm Gas.

Neuer Pavillon der Vereinigten Stahlwerke auf der Industrie-Messe. Im Rahmen der großen Stahlbaufirmen werden nun auch die Vereinigten Stahlwerke am Rande des Freigeländes auf der hannoverschen Industrie-Messe einen großen Pavillon errichten, der bis zur Eröffnung der Deutschen Industrie-Messe am 24. April fertig sein soll.

Swissair – Frachtchef für Deutschland. Die wachsende Bedeutung Deutschlands in der Entwicklung des Luftverkehrs, besonders auch des Luftfrachtverkehrs, veranlaßte die Swissair, organisatorisch und personell sich in Deutschland bedeutend zu vergrößern und dem wirtschaftlichen Aufstieg entsprechend repräsentative Räumlichkeits- und personelle Dispositionen zu treffen. Als neuester Fakt dieser Bemühung wurde ein Frachtchef für ganz Deutschland ernannt. Auf diesen Posten wurde Dir. Kurt Schmid berufen.