Die Chemische Werke Hüls AG, Marl, haben ihren Umsatz im Geschäftsjahr 1954 gegenüber dem Vorjahr nochmals um 22 v. H. erhöhen können, woran alle Erzeugnisse, insbesondere die Kunststoffe, beteiligt sind. Wihrend das Inlandgeschäft um 19 v. H. höher lag, konnte das Exportgeschäft trotz scharfer Konkurrenz um 26 v. H. gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Exportanteil am Gesamtumsatz ist von 34 auf 36 v. H. gestiegen. Die Anlagen waren im Berichtsjahr voll ausgelastet, so daß mit einem zufriedenstellenden Ergebnis gerechnet wird, Die Gesellschaft hat für 1953, das erste Geschäftsjahr als Aktiengesellschaft (das Unternehmen war früher eine GmbH im Mehrheitsbesitz der IG Farbenindustrie AG), 6 v. H. Dividende auf 121 Mill. DM Grundkapital gezahlt.

Wie die Hüls-Verwaltung mitteilt, sind die Produktionsanlagen im Berichtsjahr erweitert und verbessert worden. Mit den Bau einesneuen Kraftwerks wurde begonnen Die erforderlichen Mittel sind z. T. aus Abschreibungen, zur Teil aus dem Erlös der 1954 aufgelegten 7 1/2%igen Teilschuldverschreibungsanleihe (Nennbetrag 36 Mill. DM) finanziert worden. Die Anleihe ist fast restlos von der IG-Farben-Industrie AG 1. L. übernommen worden, Für das laufende Jahr besteht ein umfangreiches InvestitionsprograVoraussichtlich wird auch die Entscheidung fallen, ob die neue Synthese-Kautschuk-Anlage mit 30 000 t Buna Jahreskapazität – sie ist auf rund 100 Mill. DM Baukosten veranschlagt – errichtet werden wird. Als Bauzeit rechnet man zwei Jahre.

Die Belegschaft von Hüls einschl. der Montagearbeiter ist Im Laufe von 1954 um 1100 auf rund 11 400 Personen gestiegen. Ein Wohnungsbauprogramm sieht den Bau von weiteren 1100 Wohnungen vor; davon sind bereits 284 fertig, 340 sind im Bau. Ende 1954 wurde eine Alters- und Hinterbliebenenversorgung eingeführt, die den Belegschaftsmitgliedern, und zwar Arbeit tern und Angestellten mit ihren Hinterbliebenen, nach mindestens 10jähriger Betriebszugehörigkeit ohne eigene Beitragsleistung eine Werksrente (zusätzlich zu den Leistungen der öffentlichen sozialen Einrichtungen und der werksgebundenen Pensionskasse) garantiert. Seit Mai 1954 hat die sehr fortschrittliche Verwaltung die Fünftagewoche mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 47 1/2 Stunden eingeführt nach Mitteilung der Verwaltung hat sie sich bewährt. D.