DIE ZEIT

Verhandeln, aber mit wem?

Die deutsche Opposition verlangt von den Westmächten, sie sollten mit Moskau verhandeln. Die Forderung ist leicht gestellt. Aber wer ist auf der sowjetischen Seite als ernsthafter Verhandlungspartner qualifiziert? Diese Frage bereitet eben jetzt den ersten Autoritäten des Westens Kopfzerbrechen.

Das Opfer der deutschen Saar

Daß drei von den vier Pariser Verträgen – die Beendigung des Besatzungsregimes, die Ausweitung des Pariser Paktes zur Westeuropäischen Union und der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO – bei der zweiten Lesung im Bundestag am 24.

Lüge und Staat

In einem Prozeß eines hessischen Journalisten gegen den Hessischen Staat hat der Bundesgerichtshof als Revisionsinstanz ein Urteil gefällt, das weitgehende Folgen für die Sauberkeit der Verwaltung in der Bundesrepublik haben kann.

Enträtselter Pinning

Wenn man sich heute gegen die Juden ergehen will, so schreibt man am besten ein Buch über Rußland. Da gibt es Ostjuden, und es klingt eingeweiht, wenn man sie „Chosaren“ oder „Aschkenasim“ nennt.

ZEITSPIEGEL

Zur innenpolitischen Atmosphäre Frankreichs nach dem Sturz der Regierung Mendès-France heißt es in der linksstehenden Pariser Zeitung Franc-Tireur: „.

Mut haben und nein sagen?

1950 hatte ein Parteibeschluß der SED für das Gebiet der Sowjetzone und Ostberlins die Feiern der Ju

Was sonst noch geschah

Nach einer offiziellen Übersicht, die von den zuständigen Regierungsstellen der Westalliierten der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press zur Verfügung gestellt wurde, sind von amerikanischen Militärgerichten 1486 Deutsche wegen „Kriegsverbrechens“ nach dem Kriege verurteilt worden.

Und wie denkt die Jugend?

Ja, wie denkt die Jugend selbst? Die erste und eindeutigste Antwort, die sich für mich bei vielen frei geführten Gesprächen mit Jugendlichen ergab, ist diese: Die Jugend in der Sowjetzone denkt sehr viel weniger, als man im Westen anzunehmen pflegt.

Hermann J. Abs

Als geschickter und erfolgreicher Unterhändler auf internationalen Konferenzen hat sich der Bankier Hermann J. Abs ein weit über die Bundesrepublik hinausreichendes Renommee geschaffen.

Auf nach Meadowlands!

Mein schwarzer Koch Henry hat mir die ganze Angelegenheit der Umsiedlung seiner Freunde aus den Eingeborenen-Slums von Johannesburg sehr viel kürzer und lichtvoller erklärt, als es irgendeiner meiner weißen Kollegen von der internationalen Presse bisher vermocht hat.

Etwas weniger Schulchaos

In absehbarer Zeit wird es kein Bundes-Erziehungsministerium geben. Das haben die sechs Ministerpräsidenten der deutschen Länder und die drei Regierenden Bürgermeister von Berlin, Hamburg und Bremen bei ihrer Konferenz in Düsseldorf erreicht.

Wie lebt der Mittelstand?

Das Bundeskabinett beauftragte vor einiger Zeit den Bundesminister Schäfer, die wirtschaftliche und soziale Situation des Mittelstandes in unselbständiger Position zu untersuchen und dann Vorschläge für eventuelle gesetzliche oder anderweitige Hilfsmaßnahmen zu unterbreiten.

Im Schatten von Mendès-France

Was den aus kühleren Regionen Kommenden in Frankreich immer wieder teils anzieht, teils zurückstößt, ist die Unmittelbarkeit so vieler Lebensäußerungen.

Atom und Abrüstung

Die Sowjetregierung hat – als Auftakt zu den jetzt in London beginnenden Verhandlungen über; eine allgemeine Abrüstung und das Verbot der Atomwaffen – in einer Erklärung vom 18.

Mathematik und Moral

Am 1. Januar 1801 entdeckte der Astronom Piazzi im Fernrohr ein schwaches Sternchen, das sich als ein neuer Bruder im Sonnensystem entpuppte.

Ein Leben für das Theater

Julius Bab ist gestorben. Für uns ältere ist es schmerzlich, feststellen zu müssen, daß die junge Generation nicht weiß, welchen Verlust wir hier beklagen.

Der ungehörte Sender

Der anspruchsvolle und gewissenhafte Rundfunkhörer liest das Wochenprogramm aufmerksam durch und streicht die Dinge an, die ihm wertvoll erscheinen und zu deren Genuß er eine ruhige Stunde erübrigen wird.

Apologie des Esels

In der Schule, als Abc-Schützen, lernten wir, daß der Esel I-ah sage, und damals glaubte man alles, was der Lehrer kundtat. Es fehlte eben an lebendigen Beispielen, denn Esel gab es in Deutschland nicht, wenigstens nicht in der Landschaft, wo ich aufwuchs.

Disput um den Zeigefinger

Paul Hühnerfeld, ZEIT-Redakteur und Verfasser des ungewöhnlichen Jugendbuchs „Abfahrt 6.09 Uhr“, sah sich im Kölner Hauptbahnhof der vielhundertköpfigen Hydra des Buchhändlers Gerhard Ludwig gegenübergestellt.

Sorbonne besuchte München

Am Sonntag, dem 13. Februar, fing es an. Mit Nelken in der Hand begab sich seine Magnifizenz, der Rektor der Münchener Universität, Professor Marchionini an die Bahn und empfing aus dem Orientexpreß seine Magnifizenz den Rektor der Sorbonne, Professor der Romanistik Sarrailh, und das erste Häuflein der Pariser Professoren.

Das humanistische Europa

Eine internationale dokumentarische Ausstellung im Palais des Beaux-Arts zu Brüssel

Neue Schallplatten:: Lob der Toningenieure

Mancher plattenversessene Musikfreund, der die erstaunliche Entwicklung von der Schellack- zur Langspielplatte und deren Vervollkommnung mit Spannung und Bewunderung erlebte, wird schmerzlich empfunden haben, daß eine der bedeutendsten Aufnahmen der Vorkriegszeit, Mozarts „Don Giovanni“ unter Fritz Busch, nicht an ihr teilnehmen durfte.

„Kränze dem Mimen“

herausgegeben hat. Jener Ausspruch Loraines ist bezeichnend für den Schauspieler, der die Gestalten in immer neuer Selbstverwandlung darstellt.

Ein Seufzer der Bewunderung

Ein Buch wirkt oft interessant durch die Umgebung, in der es gewachsen ist. Italien bildet zum Beispiel für die moderne Literatur einen fruchtbaren Humusboden, weil seine Menschen künstlerischer als in vielen anderen Ländern und seine Künstler beweglicher sind, sich schillernder zeigen.

Zwischen Geist und Leidenschaft

In den letzten Jahren sind nicht weniger als fünf Briefwechsel Rilkes mit Frauen veröffentlicht worden: der mit Lou Andreas-Salome, mit der Fürstin Marie v.

Vor den Kopf geschlagen

Und auf dem Umschlag dieses Buches steht zu lesen, daß man es mit einem Roman zu tun hat, „der nicht billig witzelt“. Wie erfreulich.

Der große Aufstand

Gedenktage sind nicht dazu gut, eine sowieso nur nabelbeschauende Öffentlichkeit mit einem Ereignis zu konfrontieren, dem sie sogar bei gewecktem Interesse kaum gewachsen wäre.

Berlin: Die neue Staatsoper

Gleichzeitig mit dem Engagement von westdeutschen Sängern wird der Wiederaufbau der Staatsoper Unter den Linden forciert vorangetrieben.

Bremen: Richter zu Fuß

Die Bremer Verkehrsgerichte ertrinken in einem Berg von Akten, weil die Verkehrsrichter keine Kraftwagen haben. Die Zeit zwischen Unfall und Hauptverhandlung wird immer länger; vier bis sechs Monate seien es jetzt, sagte Amtsgerichtsrat Dr.

Brandenburg: Werktätige Angler

Als letzte der privaten Angler-Vereinigungen Mitteldeutschlands wurde jetzt die Sektion von Potsdam, Straße der Jugend 30, in den staatlichen „Deutschen Anglerverband“ übergeführt.

Ostpreußen: Städter aufs Land

Im südlichen Ostpreußen, das von den Polen verwaltet wird, werden Vorbereitungen für die Aufnahme von neuen Landarbeitern getroffen.

Hessen: Versorgung

Jürgen Hoth, Heimatvertriebener, Schwerkriegsbeschädigter und Spätheimkehrer, liegt seit vielen Monaten an schwerer Dystrophie erkrankt im Petri-Stift in Warburg – und hofft auf die Einsicht des Kasseler Versorgungsamtes.

Wenn Staatsbetriebe versagen ...

Das weitaus größte Unternehmen des Bundes und zugleich eines der größten der Erde, die Deutsche Bundesbahn, arbeitet seit Jahren mit Verlusten.

Kaffee wird billiger und Tee teurer

Überragend früh hat sich die Änderung des Exportbonusin Brasilien und die damit zusammenhängende rückläufige Preisentwicklung für alle mittelamerikanischen Kaffeesorten auch in der Bundesrepublik auf die Kaffeepreise ausgewirkt, nachdem sie bereits seit einigen Wochen in den USA den bisher niedrigsten Stand seit zwei Jahren erreicht hatten.

Leistungssteigerung

Überall ist der Ruf nach vermehrter Leistung zu vernehmen. Gemeint ist nicht nur die Leistung der Maschine, sondern auch die des Menschen.

Forschungspfennig

Westdeutschlands Textilindustrie, die in den letzten Monaten nur einen bescheidenen Anteil an dem bundesrepublikanischen Wirtschaftswunder hatte, will einen ausgezeichneten Gedanken in die Tat umsetzen: um die Kontinuität der Forschungsarbeiten zu sichern, soll von den Textilunternehmen ein „Forschungspfennig“ in einen gemeinsamen Topf gesteckt werden.

DGB und KPD im Pütt

Die christlichen Arbeitnehmer-Organisationen ergreifen Maßnahmen gegen die rote Unterwanderung

Zahlenattacke des BVM

Die Sachkenntnis, mit der die Bundestagsausschüsse das Verkehrsfinanzgesetz aus den starren Fesseln des Entwurfes lösten, muß im BVM einige Beunruhigung hervorgerufen haben.

Nicht messemüde

Für den Start der westdeutschen Frühjahrsmessen von Frankfurt und Köln, der Deutschen Industriemesse Hannover und der Fachmessen von Nürnberg und Offenbach sind die vielfältigen Vorbereitungen abgeschlossen worden.

Eine ansehnliche Papierrolle

Die erste Lesung des Bundesmietengesetzes brachte die erwartete große Kontroverse zwischen Freunden und Gegnern der Bonner Wohnungsbaupolitik nicht.

Ausgleichsforderung

Das Bundesfinanzministerium hat endlich einen Gesetzentwurf für die Tilgung von Ausgleichsforderungen erarbeitet, der in den nächsten Tagen dem Kabinett vorgelegt werden soll.

Tauziehen um Waffenlieferung

Der katholische Bischof von Leeds, Dr. Heenan, sagte Mitte November: „Die Diskussionen über den französischen Beitrag zur Verteidigung Europas müssen die Zyniker höchst belustigt haben.

IG Bergbau recht unseriös

Die Industriegewerkschaft Bergbau führt ihren neuesten Lohnvorstoß wenig verantwortungsbewußt. Ganz offensichtlich mangelt es an allgemein als gerecht empfundenen Gründen.

Teilzahlung

Die Schuld der australischen Öffentlichkeit den Finanzgesellschaften gegenüber für die unter dem Hire-Purchase System (Ratengeschäft) bezogenen Waren hat Ende September 1954 die Höhe von 142 Mill.

„Abwarten“ gegenüber Südamerika?

Welchen Kurs steuert die deutsche Außenhandelspolitik gegenüber den sechs Verrechnungsländern Südamerikas? Diese Frage wird, im Hinblick auf den Zeitraum 1955 bis (etwa) 1957, bei den Regierungs- und Wirtschaftskreisen in Rio, Montevideo, Buenos Aires, Santiago, Quito und Asunción immer dringlicher zum Gesprächsthema.

Überhißte Konjunktur

Die Konjunkturlage Österreichs unterscheidet sich von der der übrigen westeuropäischen Länder darin, daß der Preisauftrieb bedeutend stärker vor sich ging.

Die Aktienmärkte werden flüssiger

Der Aktienmarkt ist in sich flüssiger geworden, weil die Neigung der Kundschaft zu Gewinnmitnahmen, die im vergangenen Jahr, als die Kurse höher und höher stiegen, völlig gefehlt hat, jetzt in geradezu ausgeprägter Form vorhanden ist.

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