Das letzte Buch von Julius Bab

Sein Wesen unter immer frischen Aspekten zu erneuern, das ist Leben! Alles andere heißt stagnieren.“

Dieser Ausspruch des großen englischen Schauspielers Robert Loraine (1876–1932), den Julius Bab in seinem letzten Buch zitiert, könnte als Motto über dem „Grundriß einer Geschichte der Schauspielkunst“ stehen, diesen ausgewählten dreißig Porträts großer Menschendarsteller, die Bab unter dem Titel

„Kränze dem Mimen“. Verlag Lechte, Emsdetten (Westfalen), 368 S., 46 Abb., 12,50 DM

herausgegeben hat. Jener Ausspruch Loraines ist bezeichnend für den Schauspieler, der die Gestalten in immer neuer Selbstverwandlung darstellt. Bab sagt: „Es ist der Zusammenfluß von ekstatischer und nachahmerischer Anlage, der den vollkommenen Mimen macht.“ Es gibt einen Vers von Paul Heyse, der für diese Veranlagung des Mimen bezeichnend ist. Er lautet:

Der echte Mime haßt, das merke,

des echten Dichters Genius.