Die Aufsichtsrate der Siemens & Halske AG, Manchen, und der Siemens-Schuckertwerke AG, Berlin, billigten gemeinsam die Jahresabschlüsse beider Gesellschaften zum 30. 9. 1954. Beiden HV’s werden wieder 8 v. H. Dividende bei der S & H und 5 v. H. bei der SSW vorgeschlagen werden. Die Firmen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Umsätze auf insgesamt 1,57 Mrd. DM steigern. Die Geschäftslage im laufenden Jahr wird als gut bezeichnet. Der AR von S & H, der Dir. Paul Bogasch, München, zum stellv. Mitglied in den Vorstand berief, schlägt der HV weiter vor, das AK um 80 Mill. DM auf 320 Mill. DM zu erhöhen (durch Ausgabe von 3,8 Mill. DM VA mit Stimmrecht mit der gleichen Ausstattung wie die bisherigen VA mit Stimmrecht, und von 76,2 Mill. DM StA). Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre soll ausgeschlossen und die neuen Aktien von einem Bankenkonsortium übernommen und den Aktionären 3 : 1 zum Kurs von 100 v. H. zuzüglich der Börsenumsatzsteuer angeboten werden (die VA den Vorzugsaktionären mit Stimmrecht, die StA den übrigen Aktionären). Die neuen Aktien sollen ab: 1.Oktober 1954 gewinnberechtigt sein.

Wie „die Verwaltung erklärt, will sie mit der Ausstattung des Bezugsrechtes ihren Aktionären einen Anteil an der gebesserten Vermögenslage der Gesellschaft gewähren, die sich aus bereits erfolgten und aus noch unmittelbar bevorstehenden Rückerstattungen ausländischer Vermögenswerte und aus dem Freiwerden von Rückstellungen ergibt, die in der DMEB gebildet werden mußten. Der HV von S & H sowie einer Versammlung der Vorzugsaktionäre ohne Stimmrecht wird weiter die Umwandlung der VA ohne Stimmrecht in StA vorgeschlagen. Hierzu wird erklärt: die Vorzugsdividende betrug als Äquivalent für das fehlende Stimmrecht ursprünglich 5 v. H., wurde aber in Auswirkung der Kapitalbewilligung 1941 auf 1 3/4 v. H. ermäßigt. Dieser Prozentsatz wurde bei der Kapitalneufestsetzung beibehalten. Er stellt, besonders unter den heutigen Kapitalmarktverhältnissen, keinen angemessenen Ausgleich, für das fehlende Stimmrecht dar. Auch wurden die VA ohne Stimmrecht an den Börsen meist mehrere Punkte unter den StA notiert, was dem tatsächlichen Wert nicht entsprach. Die HV der S & H AG und die Versammlung der Vorzugsaktionäre ohne Stimmrecht finden am 22. März in München, die HV der SSW AG am 21. März in Berlin statt. t. r.

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Siemens-Reiniger erhöht Grundkapital. Die Verwaltung der Siemens-Reiniger-Werke AG, Erlangen, schlägt der HV am. 18. März vor. das Grundkapital um 7 Mill. DM auf 25 Mill. DM zu erhöhen. Die neuen, ab 1. Oktober 1954 gewinnberechtigten Aktien sollen von der Siemens & Halke AG (München) mit der Verpflichtung übernommen werden, den übrigen Aktionären im Verhältnis 3 : 1 börsenfähige Siemens-Reiniger-Aktien aus ihrem Besitz zum Kurse von 100 v. H. zuzüglich Börsenumsatzsteuer zum Bezüge anzubieten. Der HV wird ferner für 1953/54 (30. September) eine Dividende von 4 v. H. vorgeschlagen. Das Ergebnis des Berichtsjahres ist durch den schärferen Wettbewerb und durch den Produktionsausfall infolge des Streiks in der bayerischen Metallindustrie beeinträchtigt worden. Der derzeitige Auftragsbestand läßt aber einen günstigen Verlauf des neuen Geschäftsjahres erwarten.