Für den Start der westdeutschen Frühjahrsmessen von Frankfurt und Köln, der Deutschen Industriemesse Hannover und der Fachmessen von Nürnberg und Offenbach sind die vielfältigen Vorbereitungen abgeschlossen worden. Mit offensichtlich berechtigtem Optimismus sieht man der anlaufenden Messeserie entgegen. Die Flut der Ausstelleranmeldungen aus dem In- und auch aus dem Ausland war überall so stark, daß selbst Erweiterungsbauten und die auf dem jeweiligen Messegelände durchgeführte Rationalisierung nicht ausreichten, um alle Ausstellerwünsche berücksichtigen zu können.

Wie der Ausstellungs- und Messeausschuß der deutschen Wirtschaft e. V. feststellt, liegt die Zahl der Ausstellerfirmen bei allen Messen über den Vergleichszahlen des Vorjahres. Das Interesse des Auslandes als Einkäufer ist ebenfalls erheblich gestiegen. Daraus dürfte die Schlußfolgerung zu ziehen sein, daß in der Bundesrepublik von einer – im vergangenen Jahr noch befürchteten – Messemüdigkeit keine Rede sein kann, obwohl uns das Jahr 1955 immerhin 64 Messen bringen wird. Davon können sieben Veranstaltungen als Großmessen bezeichnet werden; 48 sind Fachmessen, Ausstellungen mit messeähnlichem Charakter und sonstige Ausstellungen; ferner sind neun Dauerausstellungen vorgesehen. Insgesamt haben 18 Veranstaltungen für das gesamte Bundesgebiet Bedeutung und tragen einen internationalen Charakter.

Etwas strapaziös ist allerdings, was uns Bundesrepublikanern auf dem Gebiete der Hotel- und Gaststättenausstellungen zugemutet wird: hier löst buchstäblich eine Ausstellung die andere ab. Neben der Bundesfachschau für das Hotel- und Gaststättengewerbe, die vom 23. bis 31. Oktober in Hannover stattfindet (sie hat für das gesamte Bundesgebiet Bedeutung), und der vom 1. bis 9. Oktober laufenden (und immer vorbildlichen) ANUGA in Köln sollen im März in Hamburg eine Hotel-, Gastwirts- und Konditorenmesse und in Nürnberg eine Gaststättenschau durchgeführt werden. Ihnen folgen Ende April zu gleicher Zeit ähnliche Ausstellungen in Düsseldorf und in Karlsruhe, denen sich unmittelbar eine weitere Hotel- und Gaststättenausstellung in Reutlingen anschließen wird.

Und scheint, daß hier des Guten ein wenig zuviel getan wurde. Die Leidtragenden sind die Aussteller: sie finden kaum die notwendige Zeit, um ihre Stände auf der beendeten Ausstellung ab- und der beginnenden Ausstellung aufzubauen... we.