N. N., Sydney, im Februar

Die Schuld der australischen Öffentlichkeit den Finanzgesellschaften gegenüber für die unter dem Hire-Purchase System (Ratengeschäft) bezogenen Waren hat Ende September 1954 die Höhe von 142 Mill. £ erreicht, was seit Juni 1954 einem Aufstieg um 9 v. H. und seit September 1953 einem solchen um 52 v. H. gleichkommt. Daneben besteht noch eine weitere beträchtliche Schuld den Detailgeschäften gegenüber, die ihre Waren ebenfalls unter dem Hire-Purchase System (aber auf eigenes Risiko hin, ohne Mithilfe der Finanzgesellschaften) verkaufen. Diese Schuld wird auf weitere 35 Mill. £ geschätzt. Mit dem Rekordumsatz der Weihnachtsperiode 1954 hat die Gesamtschuld der australischen Öffentlichkeit nach vorläufigen Zahlen die Grenze von 200 Mill. £ oder 5 v. H. des zu erwartenden Nationaleinkommens des Finanzjahres 1954/55 erreicht.

Das Hire-Purchase Geschäft wurde in Australien erst nach dem Kriege eingeführt und hat in den letzten drei Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen. Es erinnert in seiner Wirkung stark an das amerikanische „instalment credit“-System. Das australische Hire-Purchase System, das den Käufer gegen eine Anzahlung von 10 bis 25 v. H. des Warenwertes sofort in den Besitz der Ware stellt, wobei dem Detaillisten das Risiko der nachfolgenden Ratenzahlung durch die Finanzgesellschaften abgenommen wird, hat in entscheidendem Maße zur gegenwärtigen Expansion der Auto-, Kühlschrank-, Waschmaschinen- und Möbelindustrie beigetragen.