h. c. k., Kassel

Jürgen Hoth, Heimatvertriebener, Schwerkriegsbeschädigter und Spätheimkehrer, liegt seit vielen Monaten an schwerer Dystrophie erkrankt im Petri-Stift in Warburg – und hofft auf die Einsicht des Kasseler Versorgungsamtes. Der Kampf des Vierunddreißigjährigen gegen die Bürokratie des Versorgungsamtes währt seit seiner Erkrankung, die als Folge langjähriger Kriegsgefangenschaft in Stalingrad plötzlich auftrat. Als die Fürsorge seiner Bekannten den Fortschritt der Krankheit nicht aufhalten konnte, fand er im Petri-Stift Aufnahme. Der Chefarzt empfahl dem Versorgungsamt dringend eine Badekur, die zusammen mit einer Spezialbehandlung die Heilung bringen sollte. Das Versorgungsamt aber reagierte nicht...

Erst fünf Monate später erfolgte auf dringende Bitten des Stiftes und der Freunde Hoths die erste Untersuchung durch Versorgungsärzte. Kurz danach traf der ersehnte Rentenbescheid ein –: ab 1. Januar 1955 ist Hoth nach Ansicht des Versorgungsamtes nicht 100 v. H., sondern nur 70 v. H. erwerbsunfähig! Obwohl Hoth gesetzlichen Anspruch auf die Nachzahlung einer Summe von rund 1200 Mark hat, verweigerte das Versorgungsamt die Auszahlung des Betrages. Die Summe, hieß es, werde bis zur Klärung etwaiger Ersatzansprüche zurückbehalten. Und obwohl Hoth auch gesetzlichen Anspruch auf Ausgleichsrente geltend macht, gewährte man ihm ab Jahresbeginn nur eine Monatsrente von 57 Mark...