Manchmal ist der Mensch wie vor den Kopf geschlagen...“, so lautet der erste Satz des Romans von

Erwin Peter Close: „Für Deutsche verboten!“, Verlag Deutsche Volksbücher, Stuttgart, 348 S., 9,80 DM.

Und auf dem Umschlag dieses Buches steht zu lesen, daß man es mit einem Roman zu tun hat, „der nicht billig witzelt“. Wie erfreulich. Jedoch in der Praxis sieht das dann auf Seite 110, um ein Beispiel herauszugreifen, so aus: „Übrigens ... ich bin eine Kleinigkeit drunter!“ – (Es geht dabei um eine Kassenabrechnung.; „Was? Goddam! Wieviel?“ – „Zweieinhalb Cent“ antwortete er mit Galgenhumor. – „Quatsch“, brummte der Klubchef, „zweieinhalb Cent, so etwas gibt’s überhaupt nicht.“ – „Doch“, sagte Andreas mit ernster Miene, „schaun Sie her: hier ist von einem 5-Cent-Schein nur die eine Hälfte da!“ ...

Andreas ist übrigens der Held des Buches. Die Geschichte fängt damit an, daß drei alte Bekannte vorgeben, ihn nicht zu kennen. Aber ist es nicht einfach töricht, jemand deshalb zu meiden, weil man mit ihm in der lausigen RM-Zeit in einem Negerklub gearbeitet hat und nun fürchtet, er könnte in Gegenwart von Uneingeweihten diese Tatsache als amüsante Episode zum besten geben und damit ihre neue Existenz gefährden? Nun, Close jedenfalls hat dieses simple Motiv sozusagen als Aufhänger gebraucht, um den Aufstieg Andreas’ vom Kellner zum deutschen Manager besagten Negerklubs auf 262 von 348 Seiten schildern zu können. Zum weiteren Verständnis ist es wichtig zu wissen, daß Andreas der Autor ist, also das Close das Geschilderte fast alles selbst erlebt hat. Daß er nun auf diesen 262 Seiten zu einem wesentlichen Teil bei der Aufzählung von Kellnertricks und Gepflogenheiten verweilt hat, ist dann leicht zu erklären, wenn man weiterhin weiß, daß es ihm in allererster Linie darum ging, seine Familie über jene miesen Zeiten hinwegzuretten und nicht darum, später seine Kellnerzeit literarisch auszuwerten. Während solch angestrengten Bemühens bar jeder literarischen Ambitionen mußte ihm natürlich vieles Interessante jener Zeit und jenes Milieus entgehen, eigentlich all das, worum es sich ein Buch zu schreiben verlohnen würde, das unter dem Titel „Für Deutsche verboten“ sich das Air eines analysierenden Nachkriegsromanes ergibt. – Insofern allerdings ist man nach der Lektüre wirklich wie – vor den Kopf geschlagen. g. b.