DIE ZEIT

Opium fürs Kind

Stellen Sie sich vor, Sie entdeckten in dem Zimmer Ihrer Kinder Abbildungen von Gehenkten mit herausquellenden Augäpfeln, verstümmelten Leichen, Folterszenen, Raubüberfällen, Vergewaltigungen, Hinrichtungen usw.

Dehler und die Koalition

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der CDU/CSU und der FDP in der Saarfrage haben die Koalition über Erwarten berührt. Das ist nicht nur in der Sache, es ist mindestens ebensosehr in der Taktik begründet.

Principiis obsta!

Der Bundestagsabgeordnete Becker, dessen Ausführungen in der Debatte um das Saarabkommen den scharfen Widerspruch des Kanzlers erweckten, hat rhetorisches Pech gehabt.

Zwölf Divisionen wofür?

Der Bundestag hat das Vertragswerk über Souveränität, Wiederbewaffnung und Eintritt in den Brüsseler Pakt mit großer Mehrheit angenommen.

Was sonst noch geschah

In einer Rede in Nord-Dakota führte der Oberbefehlshaber der Atlantikpaktstreitkräfte, General Gruenther, aus: „Die zwölf deutschen Divisionen machen zusammen mit den deutschen Luft- und Marineeinheiten den Unterschied aus zwischen einer Strategie zweiter Wahl und der wesentlich wünschenswerteren Strategie, im vorderen Raum.

Der Sieger Schukow

Das letzte Bild, das von Marschall Schukow in Deutschland gemacht wurde, zeigt ihn beinahe erdrückt von einer Uniformbrust, die über und über mit Orden besät ist.

ZEITSPIEGEL

Während einer Kundgebung der Düsseldorfer Gewerkschaft für öffentliche Dienste, Transport und Verkehr gegen Wehrbeitrag und Pariser Verträge verließen 46 von 186 Delegierten unter Protest die Versammlung, darunter fünf Vorstandsmitglieder der Ortsverwaltung ÖTV.

An der Saar standen alle Räder still...

In einem Staatswesen, dessen Geschicke durch ein frei gewähltes Parlament und eine von ihm wirksam kontrollierte Regierung bestimmt werden, muß jeder Gerechtdenkende den Mißbrauch des Streikrechts zu politischen Zwecken verurteilen.

Nur Frauen und Kinder...

Die große Debatte über die Pariser Verträge hat eine andere Bundestagsdebatte überschattet, die am Aschermittwoch stattfand und sehr viel mehr Interesse bei der Öffentlichkeit verdient hätte, als ihr zuteil geworden ist.

Zwischen Faure und Mendès-France

Mendès-France hat in seinem „Minister Nr. 1“ und Duzfreund Edgar Faure seinen Nachfolger gefunden. Das könnte auf den ersten Blick auf Kontinuität schließen lassen.

200000 Deutsche blieben

Daß die Mißachtung der Menschlichkeit ein Verbrechen ist, das hat man im Westen, selbst wenn man sich in der Praxis auch nicht immer daran hält, seit Jalta, Teheran und Potsdam eingesehen.

Nixon stiftete Frieden

Richard M. Nixon, der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, befindet sich seit Mitte Februar auf einer „Mission des guten Willens“, die ihn über Kuba nach Mexiko, von dort durch alle zentralamerikanischen Staaten nach Panama und anschließend über Puerto Rico, St.

In Sachen Carlo Pedrini

Gleich der erste Roman des jungen Autors Walter Jens „Nein – Die Welt der Angeklagten“ wurde in Deutschland und Frankreich im Jahre 1950 ein großer Erfolg.

Die allzu großen Empfindungen

Wer Schiller rühmt, kommt leicht in den Verdacht, ein Bildungsphilister zu sein. Denn auch die Bildungsphilister haben ihn ja gerühmt, wenngleich mit falschen Tönen.

Paul Claudel und die Demut

Wir können nicht alle Heilige werden, aber wir müssen in jedem Augenblick unseres Lebens das tun, was wir vermögen. Darin allein besteht die Heiligkeit“, schreibt der siebenunddreißigjährige Paul Claudel im Jahre 1905 an André Gide.

Fidelio absurd

Ein kleines Stadttheater im deutschen Westen stellt einen neuen französischen Autor vor. Er heißt Pol Quentin, ist achtunddreißig Jahre alt, hat als Matrose die Welt befahren, war Zensor unter Giraudoux im Auswärtigen Amt und schrieb ein Buch über die politische Propaganda.

Ungesunde Wahrheiten

Gibt es geistige Erkenntnisse, geistige Lebensformen, geistige Normen, welche in bestimmtem Sinn oder schlechtweg für einzelne oder viele ungesund sind? Eine jahrelange Erfahrung, mehr noch als eine theoretische Überlegung, bestimmt mich, dies unbedingt zu bejahen.

Bronzen aus Luristan

Ausstellungen alter Kunst haben fast immer den Vorzug, die Forschung durch neue Fragestellungen und Erkenntnisse in Gang zu bringen.

Ein besonderes Erinnerungsbuch

Zwei Arten von Büchern bestimmten die Reflexion über den ersten Weltkrieg: Jene, die den „Krieg als inneres Erlebnis“ werteten, deren Leitbild der „Infanterist von 1917“, deren extreme Situation die Materialschlacht war, und die andere, in der die Empörung über das sinnlose Leiden des einzelnen ihre Stimme erhob.

Mit prophetischem Eifer

Es ist eine merkwürdige Mischung von stolzem Eigensinn und persönlichem Charme, was das Erinnerungswerk des ersten israelischen Staatspräsidenten Weizmann auszeichnet.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Freundschaft mit den Barbaren

Will man die heutige Zeit mit ihrer verworrenen politischen Lage recht verstehen und besonders das gespannte Verhältnis zwischen Westdeutschland und der Sowjetunion begreifen, muß man über einen Abschnitt der Zeitgeschichte unterrichtet sein: über das Verhältnis zwischen Berlin und Moskau zwischen den beiden Weltkriegen.

Gibt es „Bücher für die Frau“?

Frauen haben ihre eigene Welt. In diese Welt gehören Nylonwäsche, Mädchensorgen und zerrissene Kindersöckchen. Es ist daher selbstverständlich und hilfreich, wenn ganze Industriezweige sich auf die Bedürfnisse der „Welt der Frau“ spezialisieren und mit der Herstellung von Nylonwäsche und Kindersöckchen gute Geschäfte machen.

Niedersachsen: Liebe zum Zuchthaus

Das „feste Haus zu Celle“, von dem Hermann Löns in seinen Heideliedern singt, kann in diesem Jahr seine 250-Jahrfeier veranstalten, nachdem sich die Pläne der niedersächsischen Landesregierung, das „unmodernste“ Gefängnis, das ehemals preußische „Zucht-, Werk- und Tollhaus“ zu schließen, zerschlagen haben.

Schlesien: Umwege der Milderung

Nach elfmonatiger Wartefrist hat die Paßabteilung des Warschauer Außenministeriums vier „Werktätigen deutscher Nationalität“ in der Breslauer „Wojewodschaft“ die Erlaubnis erteilt, ihre im Sudetengebiet und Ungarn nach Kriegsende zurückgebliebenen näheren Familienangehörigen während eines zehntägigen Urlaubs in der ersten Hälfte des März zu besuchen.

Bayern: „Deutscher Reis“

Die Aussichten, daß in den Lebensmittelgeschäften der Bundesrepublik in Kürze „Deutscher Reis“ gekauft werden kann, sind größer geworden.

Niederlausitz: Spreekanäle

Mit dem Ziel, den Überschwemmungen im Spreewaldgebiet zu begegnen und den Grundwasserspiegel zu heben, werden gegenwärtig in der Niederlausitz die vorbereitenden Arbeiten für das Projekt „Wasserregelung Spree“ fortgeführt.

Ostpreußen: Bernsteinförderung

Deutsche und russische Zwangsarbeiter werden von der sowjetischen Verwaltung in Nord-Ostpreußen zur Bernsteingewinnung im Fördergebiet von Palmnicken eingesetzt.

Die Notenbank muß unabhängig sein

Das Jahr 1954 ist vergangen, ohne daß das Bundesbankgesetz einen wesentlichen Schritt vorwärts gekommen wäre. Damit ist die Zwischenlösung, die das heutige Zentralbanksystem darstellt, erneut verlängert worden.

Auf des Messers Schneide...

Die deutsche Wirtschaftspresse hat in der vergangenen Woche ziemlich einheitlich die Auffassung vertreten, daß die Diskonterhöhung der Bank von England dem Zentralbankrat keine Veranlassung geben kann, ebenfalls die Bankrate zu erhöhen.

Betrifft: Preise – hier speziell für Kohle

Erfreulicherweise sind die Preise nicht mehr Diskussionsthema Nr. 1. Allmählich hat sich eine ruhigere Betrachtungsweise durchgesetzt, und die Psychose aus den Wochen der Jahreswende wie auch der nochmalige Schock bei Bekanntwerden der Stahl- und Kohlepreiserhöhungen sind abgeklungen.

Die wirklichen Gefahren

Der Zentralbankrat ist, wenn er in dieser Woche zusammentritt, um die laufenden Dinge zu besprechen und eventuelle Maßnahmen in Reaktion auf die massive Erhöhung der britischen Bankrate zu beschließen, weniger denn je um seine Verantwortung zu beneiden.

Interzonengeschäft verboten?

Der westdeutschen Öffentlichkeit ist ein Vorfall entgangen, der sich erst vor wenigen Tagen abgespielt hat. In letzter Zeit hatte sich das Interzonengeschäft recht erfreulich entwickelt.

Luftverkehr ohne genug Kapital

Die Bundesrepublik erlebt in diesen Monaten eine Gründungswelle von Luftfahrtgesellschaften, wie sie die Statistik nur in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg in ähnlichem Umfange ausweist.

Höchststand der Einfuhr

Die Erweiterung der Liberalisierungsmaßnahmen hat den Außenhandelsbeziehungen der Schweiz im abgelaufenen Jahr starken Auftrieb gegeben.

Rohstofftendenz der Woche

Bei der Mehrzahl der hier notierten Welthandelsgüter hielt die Schwächeneigung während der Berichtswoche weiterhin an. Da die prozentualen Preisrückgänge der einzelnen Güter stärker waren als die Festigungen, lag das gesamte Preisniveau am Ende der Berichtswoche wiederum niedriger als in der Vorwoche.

Streikdrohung in Schweden

In der schwedischen Papierindustrie drohten die Arbeiter mit Streik. Der Verein der schwedischen Arbeitgeber antwortete mit dem Beschluß, ab 22.

Fortschritte und Pläne im Norden

Dänemark schloß das vergangene Jahr mit einem Nettounterschuß von rund 700 Mill. d. Kr. ab. Zwar konnte die Ausfuhr von 6,1 auf 6,6 Mrd.

Kriegsfolgen noch nicht behoben

Die Rheinmetall -Borsig AG, Berlin, deren Stammkapital von 15 Mill. DM sich zu 51,8 v. H. im Besitz der bundeseigenen Bank der deutschen Luftfahrt AG i.

Börsen ohne Spannungen

Wenn die Wogen des Karnevals hoch gehen, kann man von der Bankenkundschaft nicht erwarten, daß sie sich intensiv mit dem Wertpapiergeschäft befaßt.

Konsolidierung der AEG-Bilanz

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1953/54 hat sich bei der AEG der Umsatz von 617 Mill. DM auf 736 Mill. DM (also im rund 20 v. H.

„Tag der Mitarbeit“

Im Februar eines jeden Jahres veranstaltet das Tempo-Werk, Hamburg-Harburg, den „Tag der Mitarbeit“, an dem Arbeiter und Angestellte, die während des vergangenen Jahres durch Verbesserungsvorschläge geholfen haben, den Arbeitsablauf zu verbessern und die Qualität zu steigern, für einige Stunden mit der Geschäftsleitung beisammen sind.

,,Renault“-Expansion in Deutschland

Mit der fortschreitenden wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in der Bundesrepublik bekommt der deutsche Markt auch für die ausländische Kraftfahrzeugindustrie eine immer stärkere Bedeutung.

Umstrittener Buttermarkt

Der diesjährige Butterverbrauch in der Bundesrepublik hat auch die Koryphäen überrascht. Er ist nach Weihnachten und zu Beginn des neuen Jahres nicht in dem Maße abgesunken, wie es auf Grund der bisherigen Erfahrungen als „saisonüblich“ angesehen wurde.

Im Rampenlicht

Wer sich von Berufs wegen mit Bilanzen und Geschäftsberichten zu befassen hat, wird deren Mängel kennen, auch wenn die Berichterstattung dem Umfange nach, was also das von den Verwaltungen zur Verfügung gestellte Material anbetrifft, in den letzten Jahren etwas besser geworden ist.

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