Die Ausfuhr-Kredit-Aktiengesellschaft vertritt in ihrem Jahresbericht 1954 nicht zu Unrecht die Auffassung, der Konditionenwettbewerb auf den Weltmärkten sei zu einem guten Teil darauf zurückzuführen, daß über Exportgarantien der Regierungen das Risiko von den Lieferanten auf die breiteren Schultern der Steuerzahler verlagert werde. Hiervon hätten die unterentwickelten Länder, denen auf solche Weise leichter langfristige Lieferantenkredite eingeräumt würden, den Gevinn. Das allerdings sind Fragen, die heute nicht nur die deutschen Banken, sondern auch die maßgebenden Institutionen der Weltwirtschaft bekräftigen. Auf der letzten Tagung der Weltbank hat deren Präsident vor einem "internationalen Wettrennen um die Kreditgewährung bei Exportgeschäften" gewarnt. Diese Verlautbarung wurde von den Gouverneuren lebhaft diskutiert. Bei ihnen setzte sich übereinstimmend die Auffassung durch, daß ein Zeitraum von fünf Jahren als Höchstmaß des vertretbaren Lieferantenkredits für Kapitalgüter gelten müsse, andernfalls werde der Lieferantenkredit in einen Investitionskredit entarten.

Solche Feststellungen sind Wasser auf die Mühle der AKA, denn sie bestätigen ihr, daß sie mit ihrer Geschäftspolitik von Anfang an richtig lag. Weder die Kritik des Auslandes, das in der AKA eine problematische Exportförderungsmaßnahme deutscher Stellen sah, noch die der inländischen Exporteure, denen die Zahlungsfristen der AKA nicht als ausreichend erschienen, kann vor der von den Gouverneuren der Weltbank vertretenen Auffassung bestehen. Sie sind auch beide ziemlich verstummt.

Mit der Normalisierung der weltwirtschaftlichen Beziehungen ergibt sich aber auch, daß das Risiko, das mit einem jeden großen Geschäft verbunden ist, wieder vornehmlich auf die Schultern der beteiligten Handelskreise verlagert werden muß. Jede dem entgegenwirkende Exportförderung führt zu einer ungesunden Auftragsselektion. Das hinter der AKA stehende Konsortium von Außenhandelsbanken und die Bank deutscher Länder haben deshalb volkswirtschaftlich richtig gehandelt, als beide für ihre der AKA zur Verfügung gestellten Refinanzierungsplafonds die Selbstbeteiligungsquote der Exporteure wesentlich erhöhten. Dadurch wird der Kredit der AKA gehärtet, und das Finanzierungsrisiko der einzelnen Exporteure stärker in den Vordergrund gerückt. Das Ergebnis: der einzelne muß sich seine Kunden sorgfältiger aussuchen und darf keine Mühe und Arbeit im Wettbewerb um den besten Kunden scheuen. Rgb.