Die aoHV der J. P. Bemberg AG, Wuppertal-Barmen, genehmigte den Organschaftsvertrag zwischen der Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG (Wuppertal-Elberfeld) und der J. P. Bemberg AG (Wuppertal-Oberbarmen). Gegen denVertrag stimmten drei Aktionäre mit zusammen 0,19 Mill. DM Aktien.

Der Organschaftsvertrag läuft vom 1. Januar 1955 bis zum 31. Dezember 1974, Nach dem Vertrag kommen die beiden Unternehmen überein, die Zusammenarbeit bei der Herstellung von chemischen Fasern über den bisherigen Umfang hinaus zu verstärken. Die Voraussetzungen dafür sind dadurch gegeben, daß die Vereinigte Glanzstoff mit Vertrag vom 12. bzw. 22. März 1955 von der Algemene Kunstzijde Unie N. V. für zunächst 20 Jahre zur freien Ausübung der Rechte aus dem im Eigentum der AKU stehenden nom. 3,92 Mill. DM Bemberg-Aktien autorisiert wurde. Die Vereinigte Glanzstoff verfügt damit nunmehr über die Majorität von nom. 11,2 Mill. DM Bemberg-Aktien, das sind 56,12 v. H. des Grundkapitales von Bemberg. Ungeachtet ihrer juristischen Selbständigkeit wird die Bemberg AG in Zukunft ihren Geschäftsbetrieb nach den Anweisungen von Glanzstoff führen.

Der Vorsitzende des Vorstandes der Bemberg AG, Dipl.-Ing, Funcke, wies auf die erheblichen Kriegsschäden hin, die Bemberg erlitten hat. Die frühere Produktionskapazität bei Bemberg sei erst wieder zu 75 v. H. erreicht. Die Bemühungen um die Ausweitung der Verwendungsmöglichkeiten für Bemberg-Seide haben den Ausführungen des Sprechers zufolge, zu einem verbesserten und rationelleren Verarbeitungsverfahren für Bemberg-Garne in der Kettstuhlindustrie und damit zu einer Absatzsteigerung geführt. Allerdings sei dadurch Bemberg in scharfen Wettbewerb zum eigenen Großaktionär getreten. Auch sei es nicht möglich gewesen, das Webereigeschäft in der nach dem Kriege in Augsburg wieder aufgebauten und modernisierten Weberei auszudehnen, weil das zwangsläufig zu einem unerwünschten verschärften Wettbewerb mit den eigenen Garnkunden geführt hätte, Zu einem ausschlaggebenden Faktor für die Zukunft von Bemberg sei die industrielle Entwicklung der vollsynthetischen Fasern geworden. Durch den Siegeszug von Nylon und Perlon sei das Geschäft in Strumpfgarn, das Bemberg einstmals zur Weltberühmtheit verholfen habe – es machte damals 25 bis 30 v. H des Absatzes aus –, in den letzten drei Jahren zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Das letzte Geschäftsjahr habe nun auch bei dem für Bemberg inzwischen so wichtig gewordenen Kettstuhlgeschäft sehr starke Einbrüche von Perlon und Nylon gebracht. Diese Entwicklung sei unaufhaltsam. Auch der Absatz der bekanntesten Erzeugnisse aus Bemberg-Garnen in der Weberei – der Lavable – sei durch die modische Entwicklung sehr ungünstig beeinflußt worden. Zudem habe die Baumwollmode und der wachsende Einsatz vollsynthetischer Fasern absatzhemmend gewirkt,

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Bei der NSU AG. in Neckarsulm/Württ, ist kürzlich eine neue Montagehalle mit 150 m Länge und 120 m Breite in Betrieb genommen worden. Ihr Bau war nach Mitteilung der Werkleitung notwendig geworden, um die weitgesteckte Produktionsplanung zu verwirklichen.