Die Hamburger Reederei H. M. Gehrckens kann am S. Mai auf 125 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Sie hat sich – solange man von einer mit Dampfern betriebenen neuzeitlichen Seeschiffahrt sprechen kann – von Anfang an als Linienreederei in der Nord-/Ostseefahrt betätigt und hierbei an dem Aufbau und der Entwicklung der Linienschiffahrt zwischen Deutschland, Finnland und Schweden wesentlichen Anteil gehabt. Seit fast 80 Jahren sind H.M.G.-Schiffe in regelmäßiger Fahrt zwischen Schweden und Deutschland und seit etwa 70 Jahren in dem Verkehr zwischen finnischen und deutschen Häfen eingesetzt. Während H. M. Gehrckens zunächst seine Schiffe als Einzelreeder beschäftigte, erfolgte späterhin – wie auch heute noch – die Durchführung dieser Dienste in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit Partnern: den Reedereien Finska Angfartygs Aktiebolaget, Helsingfors, Stockholms Rederiaktiebolaget SVEA, Stockholm, Ernst Russ, Hamburg (Finnland) und der Mathies-Reederei K.G., Hamburg (Schweden).

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden infolge der eingetretenen Veränderungen in der Ostsee-Schiffahrt Liniendienste nach Nord-West-Afrika eingerichtet. Ersterer in Gemeinschaft mit der Firma Gebr. van Uden’s Scheepvaart & Agentuur Mij. N. V., Rotterdam, und letzterer zusammen mit der früher in Stettin ansässigen Reederei Franz L. Nimtz im Rahmen des hierfür gegründeten Hanseatischen Afrika-Dienstes. Außerdem wurde in Verbindung mit der Nord-Afrika-Fahrt während der Apfelsinen-Saison ein spezieller Frucht-Dienst von Häfen der spanischen Ostküste nach nordkontinentalen Häfen aufgenommen. Eine wesentliche Bedeutung hat dieser Tag für die Reederei H. M. Gehrckens auch insofern, als der Charakter der Firma als Familiengesellschaft über alle Zeitläufte hinweg bis zum heutigen Tage erhalten werden konnte, so daß jetzt bereits die 5. Generation in der Firma als Mitinhaber tätig ist. Die Rechtsform der Personalgesellschaft wurde nie verlassen, eine Tatsache, die in einer Zeit der sich immer mehr verstärkenden Tendenz nach Beschränkung der Haftung und dem Streben nach Anonymität beachtlich ist.

Zur Zeit verfügt die Reederei über 14 Schiffe (darunter zwei Schiffe der Atlanta-Schiffahrts G.m.b.H.) mit 29 510 tdw., die in regelmäßiger Fahrt nach Schweden, Finnland, Marokko und West-Afrika eingesetzt sind. Noch in diesem Jahr kommen drei Schiffe mit zusammen 7900 tdw. hinzu. Damit wird die Flottenkapazität 37 410 tdw. betragen. Von diesen Neubauten werden zwei Schiffe mit höchster Eisklasse ausgestattet und mit diesel-elektrischem Antrieb versehen. S.