DIE ZEIT

Kein Luxus bei der Aufrüstung

Es kommt jetzt manches auf uns zu, wovon sich die Öffentlichkeit bisher klare Vorstellungen nicht gemacht hat. Die Auseinandersetzung zum Beispiel zwischen Landwirtschaft und Bundesregierung über Landanforderungen, die von den Besatzungsbehörden anscheinend kurz vor Toresschluß gestellt worden sind, ist ein Warnzeichen.

Kriegsdienstverweigerer

Daß der Artikel des Grundgesetzes über das Recht zur Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensnot von manchen Leuten nicht im Sinne des Gesetzgebers, sondern nach ihren persönlichen Vorstellungen ausgelegt wird, ergab sich in einem Gespräch organisierter Wehrdienstverweigerer mit Bonner Journalisten.

Erste Militärgesetze

Der Bundeskanzler will die gesetzlichen Grundlagen für den Aufbau der deutschen Verteidigungsstreitkräfte rasch schaffen. Das sogenannte Freiwilligengesetz ist im Entwurf fertig.

Moskaus großer Plan

in denen die Rußland-Experten die Erklärung für jede außenpolitische Initiative Moskaus zu finden glauben, haben die Nachfolger Stalins jedenfalls nicht daran gehindert, eine konsequente, auf lange Sicht berechnete Diplomatie zu treiben.

Pflichten des Kommissars

Die Bevölkerung des Saargebietes war bisher dem rechtlosen Regime des separatistischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, seines französischen Polizeiministers Edgar Hector und dem Vertreter der Besatzungsmacht Gilbert Grandval wehrlos preisgegeben.

Am Rande der Souveränität

Das vergessene Provisorium – Amerikanische Straßenkreuzer zu verkaufen – „Wer wählt den Kanzler?“

ZEITSPIEGEL

Der ehemalige Großadmiral Karl Dönitz, der vom internationalen Militärgericht in Nürnberg zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde und die Strafe in Spandau verbüßt, müßte am 1.

Ollenhauers 13 Punkte

Das Inkrafttreten der Pariser Verträge hat ebenso wie für die Bundesregierung auch für die Opposition eine neue Lage geschaffen.

Regierungschef Hellwege

Daß die Regierungsbildung in Niedersachsen nach dem Muster der Bonner Koalition, die im Prinzip schon kurz nach der Wahl vom 24.

Was sonst noch geschah

Nach einem mit nur wenig Leidenschaft geführten Wahlkampf haben 943 000 Wahlberechtigte des Landes Rheinland-Pfalz die bisherige Regierungskoalition CDU/FDP bestätigt, während sich nur 639 000 Wähler für die sozialdemokratische Opposition und für sechs Splitterparteien entschieden haben.

Seltsamer Historiker

Der englische Historiker Barraclough hat im britischen Rundfunk die politische Situation Deutschlands zehn Jahre nach der Kapitulation abgehandelt.

Die Geburtsstunde der Atomindustrie

Fast alle großen Industriestaaten der Welt haben mit dem Aufbau eines völlig neuen Industriezweiges, der Atomindustrie, begonnen.

Umgang mit Alliierten

In der vergangenen Woche ist das letzte Amtsblatt der Oberkommission Deutschland erschienen. Sein Inhalt: die Oberkommission ist aufgelöst, die Besatzungszeit und das Besatzungsrecht enden.

Kultur im Länderwinkel

Am 6. März 1955 veröffentlichte der Veterinär-Pharmakologe der Freien Universität Berlin, Professor Ullrich, in der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ eine Erklärung, die sich mit seinem Weggang von der Freien Universität Berlin befaßt.

Bühne und Studio in Konkurrenz

Innerhalb weniger Tage ergab sich die Gelegenheit, ein für Deutschland neues dramatisches Werk in zwei Darstellungsformen zu sehen: auf dem Theater und auf dem Fernsehschirm.

Harmonie und Schock

Daß Kunst auf keinen Fall schockieren dürfe, kann nur behaupten, wer nicht bedenkt, daß zum Beispiel die attische Tragödie eigens dazu benimmt war, den Zuschauer durch eine Schocktherapie (Katharsis) vor spießiger Selbstzufriedenheit zu bewahren.

Auf Staatskosten

Als Furtwängler gestorben war, zog sich ein reicher Privatmann in Amerika von seinem Angebot zurück. Er hatte den Flug und die Spesen der Berliner Philharmoniker für ihre Konzertreise nach USA aus eigener Tasche bezahlen wollen.

Skipetarische Hühnerfahrt

Auf den Verkaufsbänken lagen die Hühner. Man hatte ihnen paarweise die Füße zusammengebunden, und schwer atmeten die fedrigen Bündel, die gläsern-flachen Augen unbeweglich offen.

Automatische Zeichnung

Als die Fauves, die Wilden, in den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in der Arena der modernen Kunst auftraten, sprach Maurice Denis, der in seinen Kritiken hellsichtiger war als in seiner symbolistischen Malerei, von den jungen „Tachisten“, den Malern der Flecken (taches).

Off Limits für Hans Habe

Oan Schmarrn“ heißt am Verlagsort des Buches ein Teig, den man in die Pfanne haut, auseinanderzerrt und heiß vorsetzt. Wenn der Koch geschickt ist und Zutaten gut sind, schmeckt der Schmarren vortrefflich – freilich nur dann.

Das ostzonale Lieschen Müller

Lieschen Müller sorgt bekanntlich nicht nur für die Rentabilität der Filmindustrie, die Dame hat auch erheblichen Einfluß auf den Literaturmarkt, sofern man das bedruckte Papier, das zur Befriedigung der anspruchslosen Lesebedürfnisse breiter Kreise der Bevölkerung dient, als Literatur bezeichnen will.

Ironien des Fortschritts

Geschichtliche Abläufe kann man auf zweierleiWeise betrachten: entweder nach dem Prinzip „Alles kam, wie es kommen mußte“, oder nach dem entgegengesetzten „Es hätte alles auch anders kommen können“.

Drei Sterne am Himmel der Malerei

Die Entwicklung der graphischen Wiedergabetechniken vom Umriß-Stich des Klassizismus über die Schwarz-Weiß-Reproduktion bis zum Farbdruck entspricht der Entwicklung eines Geschmackswandels, der sich gleichermaßen im Wechsel der künstlerischen Anschauungen des vergangenen Jahrhunderts ausspricht.

Hessen: Keine Irredenta

Bei dem Staatsbesuch des hessischen Ministerpräsidenten Zinn in München ging es um militärische Probleme von höchster Aktualität und Dringlichkeit.

Hamburg: In Hamburg sterben

Als Frau Eva B. ans der Suttnerstraße die Mitteilung vom Tod ihres Mannes in sowjetischer Gefangenschaft erhielt, glaubte sie ihr Recht auf Auszahlung der Kriegsgefangenen-Entschädigung geltend machen zu können.

Schlesien: Bäder in Betrieb

Dem staatlichen polnischen Reise- und Touristenunternehmen Orbis wurden für die kommende Saison eine Anzahl von Häusern in den Bädern der Grafschaft Glatz zur Verfügung gestellt.

Nord rhein-Westfalen: Mißbrauchte Sträflinge

Sämtlichen Vollzugsbeamten der Justiz in Nordrhein-Westfalen ist von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf untersagt, Strafgefangene für ihre privaten Arbeiten einzusetzen, nachdem in einem Prozeß gegen den früheren Direktor der Strafanstalt Lüttringshausen und Wuppertal, Regierungsrat Dr.

Niedersachsen: Zurück zur Alten Liebe

Der Nordwestwind pfiff über den Steubenhöft von Cuxhaven, als in der vergangenen Woche die 12 150 BRT große Castel Felice nach 34tägiger Seereise von Australien kommend dort festmachte.

Allgäu - Urlaubsland und Sanatorium

Was ein richtiger Münchner ist, der verbringt Urlaub und Wochenende in Oberbayern und Tirol. Er hat zwar einmal etwas davon läuten hören, daß zu seinem Land noch ein anderes Berggebiet gehört, Allgäu geheißen, aber er ignoriert es meistens.

Im Steigerwald

Unter den Gebieten in Deutschland, die wenig oder gar nicht vom Fremdenverkehr berührt werden, gebührt dem Steigerwald ein besonderer Hinweis.

Bildband Salzuflen

Der leider zu früh verstorbene Kurdirektor Günther Tetzlaff (zuletzt Bad Salzuflen) war der Herausgeber der Schriftenreihe „Bücher der Heimat“, die mit der Unterreihe „Deutsche Bäder“ beginnen sollten.

Luftpostbrief von einer Nordseeinsel

Die Landschaft vor meinem Fenster besteht eigentlich nur aus Himmel. Eine riesige Kuppel, unabsehbar gedehnt und makellos gewölbt aus einem durchsichtig hellen Blau, das nur nach oben hin ein wenig intensiver und dunkler wird, und mit ein paar dramatischen weißen Wolkenreitern drin.

Notizen für Reisende

An der deutschen Nordseeküste wurde am 15. Mai der Seebäderverkehr für die Sommersaison eröffnet. Mit 724 Passagieren startete bei Kälte und Regen das Motorschff „Glückauf“, das unter der Flagge des Bremer Norddeutschen Lloyds den Liniendienst Bremerhaven–Helgoland versehen wird.

Sieben Vorschläge

In einem lockenden Prospekt „Gute Fahrt in Rheinland-Pfalz“ hat der Landesverkehrsverband Rheinland-Pfalz, Koblenz (in Verbindung mit der Treibstoffirma BV-Aral), sieben Fahrtvorschläge ausgearbeitet, die mit Kilometerangaben auf einzelnen Kartenskizzen vermerkt sind.

Schnelle Fahrt nach Helgoland

Als nach der gelungenen Werft-Übergabe-Probefahrt das „Wappen von Hamburg“ wieder an den St.-Pauli-Landungsbrücken festmachte, da war es bewiesen, daß dieses Schiff die Tagesfahrt nach Helgoland und zurück, von Hamburg aus für den Binnenländer wieder möglich gemacht hat.

Über die Pyrenäen

Baedekers Autoführer Spanien und Portugal, Frühjahr 1955. Baedekers Autoführer Verlag, Stuttgart. 320 Seiten, 21 mehrfarbige Stadtpläne und Grundrisse, 9 vierfarbige Karten, eine Übersichtskarte am Ende des Buches, Preis 18,50 DM.

Das Grenzland holt auf

Die Grenzlandhilfe ist schon fast ein abgegriffenes Schlagwort geworden. Die Auswirkungen des angelaufenen Bundesprogramms sind noch nicht zu übersehen; erst 1955 wird eine Übersicht über die Wirkung bringen.

Angst vor Rationalisierung?

Nach einer alten Volkssage saßen einst sieben überall als faul verschriene Brüder auf einem ererbten Bauernhof. Wie faul sie waren, erkannten ihre Nachbarn daran, daß die Brüder sich nicht – wie alle anderen Bauern der Gegend – damit abmühten, auf den sumpfigen Wiesen das spärliche Glas zu mähen, sondern daß sie nur ein paar Gräben anlegten, in denen das Wasser abfloß.

Was ist Marktenge?

Immer wieder heißt es, wenn von der Kursentwicklung für Aktien die Rede ist: ja, das sei nun einmal die unvermeidliche Folge der Marktenge, des geringen Angebots also.

Kulissenzauber

Was wir vor einer Woche infolge einer auffällig zurückhaltenden Nachrichtenpolitik im Zusammenhang mit der UFA-Entflechtung nur vermuten konnten, daß nämlich hinter den Kulissen an der Zersplitterung der mit Berlin zusammenhängenden Produktionsbetriebe gearbeitet wird, hat sich inzwischen bestätigt.

Krisenkartelle...

In Nr. 17 der ZEIT haben wir (unter dem Titel „Das Kompromiß in der Kartellfrage ist vertretbar“) einen umfangreichen Aufsatz veröffentlicht, dessen Autor, Dr.

Die Chance des Emslandes

Die Entwicklung des Emslandes ist in ein entscheidendes Stadium gerückt. Die ersten Jahre der sogenannten Emsland-Erschließung lassen erkennen, daß man dabei ist, alle Fragen dieses vernachlässigten Grenzgebietes von Grund auf anzupacken.

Leistungsparade für Bauern

Ein Areal landwirtschaftlicher Maschinen, einen Querschnitt durch die Rassengruppen der deutschen Viehzucht, eine Reihe den Landwirt angehender Lehrschauen und eine Fülle die Landwirtschaft enger oder weiter berührender Tagungen bietet die 43.

Teilzahlungen nehmen zu

Der Wirtschaftsverband Teilzahlungsbanken e. V., Sitz Düsseldorf, hat seine diesjährige Jahresmitgliederversammlung am 10. Mai in Baden-Baden abgehalten.

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