Die Kaufhof AG, Köln, hat erneut ein gutes Geschäftsjahr hinter sich. Die stetige Kaufkraftsteigerung derbreiten Massen und die anhaltende Wirtschaftsbesserung in der Bundesrepublik spiegeln sich in den Umsätzen dieser großen Warenhausgruppe wider. Nach einer Steigerung um fast 17 v. H. gegenüber 1953 hat Kaufhof jetzt 567‚ 6 (485,4) Mill. DM Jahresumsatz erreicht, wovon etwa 8 v. H. oder rund 50 Mill. DM auf den Einkauf des eigenen Personals entfallen, das durchschnittlich 10 v. H. Rabatt auf alle Waren des Kaufhof-Sortimentes erhält. Auch in 1955 zeigt das Verkaufsgeschäft einen Zuwachs im Vorjahresumfang.

Erfreulich für die Entwidmung der Gruppe ist es, daß die Kosten in etwa stabil geblieben sind oder durch eine steigende Produktivität in der Verkaufstechnik aufgefangen werden konnten, Auch die Einkaufspreise seien bis in die letzten Wochen hinein stabil (teilweise leicht sinkend, teilweise auch ewas steigend) geblieben. Allerdings habe das Phantom der Kohlenpreiserhöhung bei einigen Fabrikanten den Wunsch zu Preiserhöhungen laut werden lassen. Im großen und ganzen aber bleibe die Entwicklung auch auf der Preisseite ruhig und gut.

Das Investitionsprogramm von zur Zeit 100 Mill. DM läuft planmäßig ab, ohne daß die Kaufhof AG in die Expansion geht. Der Zugang an Verkaufsfläche In 1954 um rund 10 000 qm auf 137 000 qm entfällt auf den Ausbau alter Häuser. Ganz neu sei für Kaufhof aber das Investitionsproblem zur Schaffung von Parkplätzen für die Kundschaft. Es hat den Anschein, als ob hier das Unternehmen beispielgebend vorangehen wird. Nach eingehenden Aussprachen mit internationalen Geschäftsfreunden (darunter aus den USA und der Schweiz) sei man zu dem Entschluß gekommen, zunächst bei den Häusern in Aachen, Kassel, Lüdenscheid, Düsseldorf und Köln Kundenparkplätze bis zu je etwa 600 Wagen auf den Dächern der eigenen Häuser oder der Nachbarhäuser zu schaffen und entsprechende Fahrstühle dafür zu bauen. Wenn auch nach wie vor der Fußgänger der Normalkunde für Warenhäuser sei, so verändere sich das Bild doch allein schon aus der zunehmenden Motorisierung durch Mopeds, Roller und Kräder bei der Arbeiter- und Angestelltenschaft. Man müsse allmählich die amerikanischen Erfahrungen ausnutzen und bei Neubauten in den Stadtkernen das Parkproblem zu ebener Erde oder auf dem Dach großzügig anfassen.

Über den Geschäftsverlauf war zu hören, daß die Warensortimente infolge der nach wie vor modisch wie in den Qualitätsanforderungen anspruchsvoller werdenden Publikums erweitert werden müßten. Vom Umsatz entfallen etwa 58 v. H. auf Textilien, 22 v. H. auf Lebensmittel, 8 v. H. auf Hausrat und Keramik und 12 v. H. auf alle übrigen Artikel. Innerhalb der Textilien habe die Perlon-Damenwäsche einen erstaunlichen Aufschwung genommen und mache bereits etwa 50 bis 60 v H. des gesamten Wäscheumsatzes aus, was das Drei- bis Vierfache gegenüber 1953 bedeute. Dagegen sei die Nachfrage nach Perlonwäsche für den Mann praktisch auf dem Nullpunkt angekommen Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in anderen Ländern, selbst in Amerika, zeige es sich interessanterweise, daß der Mann keinen Kontakt zur Perlonwäsche (bei sich selbst) bekommt.

Die oHV beschloß eine Dividende von 9 v. H. (nach 8 bzw. 6 v. H.) auf 37,8 Mill. DM AK. Zugleich haben die Aktionäre eine Erhöhung des AK von 22,2 auf 60 Mill. DM genehmigt, wobei die neuen Aktien mit Dividendenberechtigung ab 1. Juli 1955 im Verhältnis 2:1 zum Kurs von 110 v H. angeboten werden. Die AK-Erhöhung dient sowohl zur Finanzierung der erheblichen Ausdehnung des Geschäftsvolumens sowie für Wiederaufbau- und Rationalisierungsaufwand. Rlt.

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Krages nicht mehr gegen Fusion Phoenix-Rheinrohr. Der Bremer Aktionär Hermann Krages, der sich bisher gegen die Fusion der Hüttenwerke Phoenix (Duisburg) und der Rheinische Röhrenwerke (Mülheim) in der vorgeschlagenen Form gewendet hat, hat nach Mitteilung der Hüttenwerke Phoenix seine Bedenken gegen die beabsichtigte Fusion aufgegeben. In der Phoenix-Mitteilung heißt es, die Bedenken von Krages seien vor allem durch die neuerlichen Darlegungen des Vorsitzenden des Vorstandes der Hüttenwerke Phoenix, Generaldir. Goergen, über die Entwicklung bei Phoenix behoben worden. Die Phoenix-Verwaltung teilte gleichzeitig mit, daß der beim Landgericht Bremen schwebende Rechtsstreit zwischen Goergen wegen des Verkaufs des Rheinrohr-Aktienpaketes durch eine Verständigung beigelegt werden konnte. Krages hat in diesem Zusammenhang sein gesamtes Aktienpaket der Rheinischen Röhrenwerke AG an Frau Amalie Thyssen verkauft, die Hauptaktionärin der Rheinrohr ist und nunmehr allein über die zur Fusion erforderliche Mehrheit verfügt. Unterrichtete Kreise schätzen den von Krages veräußerten Anteil am AK der Rheinrohr auf 13 bis 14 v. H. des 92 Mill. DM betragenden Aktienkapitals.

Kapitalerhöhung bei Dyckerhoff beschlossen. Die HV der Dyckerhoff Portland-Zementwerke AG, Wiesbaden-Amöneburg, hat die Erhöhung des Grundkapitals um 6,6 Mill. DM auf 33,0 Mill. DM beschlossen durch Ausgabe von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht zu Pari, die ab 1. Juli 1955 gewinnberechtigt sind. Ferner genehmigte sie den Dividendenvorschlag mit 10 (i. V. 9) v. H. Dividende auf das alte Grundkapital von 26,4 Mill. DM. Von Vorstandsseite wurde mitgeteilt, daß der Zementabsatz Ende Mai 1955 trotz des lang anhaltenden Winters um rd. 10 v. H. über der Vergleichszeit des Vorjahres lag. Die Aussichten für das laufende Geschäftsj ihr werden zuversichtlich beurteilt.

Der AR der C. Lorenz Aktiengesellschaft, Stuttgart, hat Dr.-Ing. Felix Herriger zum stellv. Vorstandsmitglied der Gesellschaft bestellt. Dr. Herriger übernahm Anfang 1954 zusammen mit Max Rieger die Geschäftsführung der G. Schaub Apparatebau GmbH in Pforzheim (seit Oktober 1954 eine Abteilung der C. Lorenz AG), nachdem er bereits seit 1937 bei Lorenz das Gebiet der Sende- und Empfängerröhren maßgebend bearbeitet hatte. Das Lorenz-Werk für Empfänger- und Bildröhren in Eßlingen ist nach dem Kriege von Dr. Herriger aufgebaut und geleitet worden. Mit der Berufung von Dr Herriger in den Lorenz-Vorstand wird das Verbrauchsgütergeschäft von Lorenz seiner steigenden Bedeutung entsprechend künftig einheitlich gesteuert.