g. s., Hamburg

Im Offiziersheim der ehemaligen Douaumont-Kaserne in Hamburg-Wandsbek wurde eine Landesluftschutzschule eingerichtet, in der werktags für Arbeitslose und Rentner, sonntags für Berufstätige Lehrgänge durchgeführt werden. Bisher haben sich über 600 Männer und Frauen regelmäßig für die Arbeit des zivilen Luftschutzes zur Verfügung gestellt und werden in Kursen zu je 30 Personen über die Möglichkeiten des Selbstschutzes der Bevölkerung auch bei Atombombenangriffen unterrichtet. Diese Freiwilligen, die in der Handhabung modernster Geräte wie dem Atomauge und dem Strahlungsnachweiser ausgebildet werden, sollen später als Lehrer bei der Aufklärung der Bevölkerung wirken. Die Hansestadt wurde zu diesem Zweck in neun Selbstschutzabschnitte eingeteilt, von denen sieben den Verwaltungsbezirken entsprechen, während der Hafen und Harburg-Land als besondere Abschnitte betrachtet wurden. Ferner wurden die Abschnitte noch gemäß der Bevölkerungsdichte in 16 Reviere unterteilt. In Hamburg ist man der Ansicht, daß es dem zivilen Luftschutz in einem zukünftigen Kriege zwar nicht gelingen wird, die Menschenverluste auf ein bis zwei Prozent zu begrenzen, wie es im letzten Krieg möglich war, sondern daß bei weitgehenden Sicherheitsmaßnahmen doch noch mit 30 Prozent ohne Luftschutz aber mit mehr als 50 Prozent Verlusten zu rechnen ist. Die Mittel, die der Bund für den Luftschutz ausgibt, sind, verglichen mit der Gefährdung Westdeutschlands und den Ausgaben anderer Länder, verschwindend gering. Während in den USA 2,30 DM, in England 4,10 DM, in Schweden gar 8,– DM pro Kopf der Bevölkerung für den Luftschutz ausgegeben werden, sind es in der Bundesrepublik ganze 24 Pfennige. Auch ist das Bundesluftschutzgesetz, das vor allem bauliche Sicherheitsmaßnahmen generell regeln soll, immer noch nicht verabschiedet.