Die „Wilden Streiks“ in Hamburg und Kassel hatten auf das Geschäft an den westdeutschen Börsen keinen spürbaren Einfluß. Zu befürchten ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung des Auslandes. Es steht sowieso schon gegenüber den deutschen Wertpapieren seit Monaten in Wartestellung. Jetzt fühlt es sich durch die schroffen Arbeitskämpfe schokiert.

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Zwischen einer Schweizer Bankengruppe und der Düsseldorfer Mannesmann AG werden Gespräche über eine Anleihe geführt. Es soll sich um Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 40 Mill. sfrs. handeln. Falls die Verhandlungen positiv verlaufen, wäre dies die erste geschlossene deutsche Industrieanleihe der Nachkriegszeit, die auf dem schweizerischen Kapitalmarkt – und überhaupt im Ausland – untergebracht werden konnte.

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Einen nicht gerade lobenswerten, aber infolge unserer Verpflichtungen gegenüber der Montan-Union notwendigen Rekord erreichten die Kohlenimporte der Bundesrepublik in den ersten sieben Monaten dieses Jahres: Sie lagen mit fast 8 Mill. t. um 48 v. H. höher als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Allein aus den USA erhöhten sich die Kohleneinfuhren um 82 v. H., auch aus Polen und der CSR hat sich der Import gesteigert. Für den „Normalverbraucher“ bleibt zu hoffen, daß er dank dieser Einfuhren aus der deutschen Förderung wenigstens seinen Wintervorrat ohne Schwierigkeiten beziehen kann.

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Als die zwei wichtigsten Bedrohungen für den britischen Konkurrenzkampf auf den Weltmärkten wird einmal die übergroße Inlandnachfrage angesehen, die dazu führt, daß Waren verbraucht werden, die eigentlich exportiert werden müßten, das andere Handicap ist die Tatsache, daß die Löhne schneller anwachsen als die Produktion. Dadurch steigen neben den Kosten infolge der stärkeren Nachfrage auch die Preise.