Die 6Braunkohlen-uad Brikett-Indutstrie AG – BUBIAG –, München, eine Holding mit Interessen im Braunkohlenbergbau und in der Energiewirtschaft, beschloß auf ihrer HV, für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1953/54 eine auf 6 (1952/53 erstmals 4) v. H. erhöhte Dividende auf 14,78 Mill. DM Grundkapital zu verteilen. In dem mit 0,85 Mill. DM ausgewiesenen Jahresgewinn, der sich um den Vortrag auf 0,96 Mill. DM erhöht, sind sehr viel höhere Beteiligungserträge (0,40 gegenüber 0,03 i. V. Mill. DM) enthalten, überwiegend aus der 4prozentigen Dividende der Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG für 1953/54. Vor Gewinnfeststellung wurden der Sonderrücklage Wieder 0,2 Mill. DM zugewiesen, So daß sie nun mit 0,4 Mill. DM zu Buche steht. Der Rohüberschuß (nach Organschaftsabrechnung) Ist mit 2,20 – in Mill. DM – gegenüber 2,47 im Vorjahr etwas niedriger, dagegen Löhne und Gehälter erhöht auf 0,42 gegenüber 0,34.

Von den Organgesellschaften hat die Bergwerk Frielendorf AG (München) im Geschäftsjahr 1953/54 (31. März) 854 000 t Rohkohle gefördert gegenüber 778 000 t Im vorangegangenen Jahr. Der rückläufige Absatz von Rohkohle konnte durch vermehrte Herstellung von Trockenkohle und Briketts ausgeglichen Werden! insgesamt lag der Absatz höher. Die Aufschlußarbeiten im Tiefbaufeld Stolzenbach und im Tagebau Kalbe auf dem Meißner gingen planmäßig weiter. Von den Berliner Beteiligungsgesellschaften haben u. a. die Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG (6 v. H. für 1952/53) und die Märkische Kabelwerke AG (Vortrag) mit Gewinn geschlossen. Die Beteiligung an der Braunkohle-Benzin AG (BRABAG), Berlin (mit der Frielendorf AG zusammen rd. 4,3 v. H. des BRABAG-Kapitales von 150 Mill. DM, dem u. a. ein Kapitalverlustkonto von rd. 174 Mill. DM gegenübersteht, außerdem rd. 6 Mill. DM Verluste bis 1952 einschl.), wird nur als Erinnerungsposten geführt. Den Hauptposten in der BUBIAG-Bilanz zum 30. 6. 1954 bilden etwas erhöhte Beteiligungen von 19,94 (19,63) Mill. DM. Unter den Passiven stehen neben 2,18 (2,34) Verbindlichkeiten 0,33 (0,31) Rückstellungen, 0,40 (0,20) Sonderrücklagen und 3,34 (3,47) ges. Rücklage. W.

*

Auf der In Hamburg abgehaltenen HV der Ilse Bergbau-Actiengesellschaft, Köln, wurden der Bericht über das 87. Geschäftsjahr sowie der Abschluß 1954 gebilligt und Vorstand sowie AR einstimmig entlastet. Dir. Franz Heinrich Ulrich, Vorsitzer des AR, gab der Hoffnung Ausdruck, daß das ao. Kapitalentwertungskonto in Höhe von 1,7 Mill. DM durch die Aufwertung der RM-Titel des Reiches in Kürze ausgeglichen werden kann und hinsichtlich der von der Gesellschaft in Mitteldeutschland verlorenen Wette die Frage der Wiedervereinigung eine befriedigende Entwicklung nimmt. Neue Verluste sind nach seiner Ansicht nicht zu erwarten. Vorstandsmitglied Dr. Konrad Piatscheck, Köln, wies darauf hin, daß sich die Ilse Bergbau-Actiengesellschaft um die Einschaltung in den Verkauf der aus der sowjetischen Besatzungszone aus den ehemaligen Gruben des Unternehmens bezogenen 3 Mill. t Briketts bemüht, ein Vorhaben, das das Unternehmen als moralisch und wirtschaftspolitisch berechtigt ansieht. Die aus dem AR turnusgemäß ausscheidenden Mitglieder Harry Kühne, Hamburg, und Dr. Hugo Kurheim, München, wurden einstimmig wiedergewählt.

Esso plant neue Großraffinerie. Den Bau einer zweiten Großraffinerie plant die Esso AG. Die Jahreskapazität der Anlage soll 3 Mill. t betragen, womit die neue Raffinerie nicht nur das größte Mineralölverarbeitungswerk in der Bundesrepublik, sondern auch eines der bedeutendsten in Europa sein wird. Wie bekannt wird, soll die Raffinerie in der Nähe von Köln errichtet werden. Mit dem Baubeginn ist im Frühjahr 1956 zu rechnen, die Baudauer wird mit etwa zwei Jahren angegeben. Die Raffinerie wird mit einer modernen Crackanlage nach den letzten Erfahrungen der internationalen Mineralölindustrie ausgerüstet. Außerdem plant die Esso, weitere Tankerbauaufträge an deutsche Werften zu vergeben. Dem Vernehmen nach werden es vier bis fünf Einheiten sein, deren Tragfähigkeit 35 000 t betragen wird. Durch die Vergrößerung der Tankerflotte will die Esso eine kontinuierliche Versorgung ihrer Großraffinerien sicherstellen.

Atlas-Werke gut beschäftigt. Auf der HV der Atlas-Werke AG, Bremen, teilte Hugo Stinnes, der Vorsitzende des AR, mit, daß die Auftragslage des Unternehmens weiter günstig sei, so daß die volle Beschäftigung bis weit in das Jahr 1956 gesichert ist. Das im Mehrheitsbesitz der Hugo Stinnes Industrie- und Handels GmbH, Jetzt mit Sitz in Bremen (früher Mülheim/Ruhr) befindliche Unternehmen ist im Schiffsmaschinenbau tätig. Von dem 5 Mill. DM betragenden Grundkapital waren auf der HV 4,468 Mill. DM vertreten. Die außenstehenden Aktionäre erhalten für 1954 wieder 6 v. H. Garantiedividende.

Wechsel im Vorstand von Burbach. Zum neuen alleinigen Vorstandsmitglied der Burbach-Kaliwerke AG, Wolfenbüttel, wurde Dir. Wilhelm Zentgraf von der Wintershall AG, Kassel, bestellt. Generaldir. Simon Woelfel ist nach 40jähriger Dienstzeit nach der ao. HV der Burbach-Kaliwerke AG am 8. August aus dem Vorstand des Unternehmens ausgeschieden und in den Ruhestand getreten. Woelfel wurde gleichzeitig für den Rest der Amtsdauer an Stelle von Dir. Zentgraf in den AR von Burbach gewählt, aus dem Zentgraf ausgeschieden ist. Die Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Wintershall hatte Woelfel bereits Ende Juli in den AR der Wintershall-Gewerkschaft gewählt