x.y., Teterow

Über fünf Jahre andauernde archäologische Arbeiten auf der Burgwall-Insel im Teterower See sind jetzt endgültig abgeschlossen worden. Auf dem kleinen Eiland hat die Ostberliner „Akademie der Wissenschaften“ eine im Jahre 1171 vom Dänenkönig eroberte und zerstörte Festung ausgraben lassen. Es konnten insgesamt über 50 000 Einzelfundstücke sichergestellt werden. Darunter befinden sich eine schwedische Silbermünze aus dem 11. Jahrhundert (ein sogenannter „Harteknut“), einseitig geprägte Schmuckanhänger, versilberte und vergoldete Sporen, ein Bundschuh und Töpfe, die bereits auf Tondrehscheiben hergestellt wurden. Weiter wurde eine einzigartige 1200 Meter lange Brückenstraße entdeckt, die durch die damals noch großen Moore zur Burg führte. Insgesamt 700 Meter dieses Weges wurden freigelegt. Die gesamte Brückenstraße besteht aus 15 000 Pfosten sowie aus unzähligen Eichenbohlen.

Über die gesamten Ausgrabungen drehte die sowjetdeutsche DEFA-Filmgesellschaft einen Kulturfilm, der jedoch nur einmal – Premiere im Ostsektor – gezeigt wurde. Danach wurde der Streifen aus den Verleihlisten der DEFA gestrichen. Inzwischen hat sich nämlich ergeben, daß die These der SED, die Burgwall-Insel sei eine slawische Festung, nicht genügend untermauert werden kann.