Die industrielle Produktion der Bundesrepublik war im — zweiten Vierteljahr 1955 insgesamt um 16 v H höher als In der vergleichbaren Vor Jahreszeit, im eisten Quartal des laufenden Jahres hatte die Zuwachsrate 16 9v Hbetragen. Die industrielle Expansion hat somit in den letzten Monaten zumindest nicht mehr an Tempo zugenommen, im Gegenteil mehren sich die Anzeichen für eine allgemeine Beruhigung — Im einzelnen — zweites Vierteljahr 1955 gegenüber zweites Vierteljahr 1954 — ergeben sich folgende Steigerungssätze: An der Spitze stehen nach wie vor die Investitionsgütern dustrien (+ 23 8v. H) vor den Grundstoff- und Produktionsgüterindustrien (+ 17 1v H) Die Bauwirtschaft erreichte mit einem Produktionszuwachs von 14 ?v H ebenfalls eine beachtliche Expansionsrate MU größerem Abstand folgt als nächste Endustriegruppe die Energieerzeugung + 11 5v H) Die Verbrauchsgüterindustrien konnten im zweiten Vierteljahr 1955 eiuen Produktionszuwachs von 10 9v. H gegenüber der gleichen Vorjahreszeit erreichen. Sie haben damit einen Teil des Abstandes, der sie von den übrigen Industriegruppen trennt,aufgeholt. Auch der Bergbau erreichte mit 79v H nur eine starke unterdurchschnittliche Expansionsrate — Da die Zahl der in der Industrie Beschäftigten im Durchschnitt der ersten fünf Monate 1955 um 8v. H, höhet war als zur gleichen Vorjahrszeit und die durchschnittliche Arbeitszeit in der gleichen Periode um 06v H zugenommen hat, ergibt sich für die ersten fünf Monate 1955 eine Erhöhungder Produktionsleistung Je Arbeiterstunde um etwa Tv, H und je Beschäftigten um knapp 8v. H.

In Westberlin wurde im zweiten Vierteljahr 1955 die vergleichbare Vorjahrsproduktion um 24 v H übertreffen Für das gesamte erste Halbjahr 1955 ergibt sich sogar eine Wachstumsrate von 25 v. H. Das gegenüber der Bundesrepublik wesentlich stärkere Expansionstempo hat demnach angehalten. Die Zäh) der Arbeitslosen in der Bundesrepublik war Ende Juni auf 650 500, im Juli um weitere 83 600 auf 566900 furückgegangen. Sie hat damit den vorjährigen absolute Tiefstand vom Oktober 1954 ( 820 9001 bereits um 254 000 unterschrhien — Der Index der Lebenshaltungskosten ist in der letzten Monaten unverändert geblieben, hegt allerdings um etwa lv H höher als vor einem Jahre — Der Kursdurchschaitt der Aktien hatte im April mit rd. 201 einen Höchststand erreicht. Seitdem verharrt er etwa auf diesem Stande ( Ende Juli 201 18)— Die Ein und Ausfuhr zeigt von April bis Juni keine allzu großen Veränderungen jedoch lagen die Werte bei der Einfuhr um etwa 30 v H.

f bei der Ausfuhr um etwa 20 v H über den entsprechenden Vorjahrszalilen Der Ausfuhrüberschuß hat sich somit nicht unerheblich verringert; trotzdem konnten die Gold- und Devisenbestände binnen Jahresfrist noch um rd 500 Mill $ ansteigen.

In den U S A ist ein beachtlicher konjunktureller Aufschwung zu verzeichnen ( Industrieproduktion gegenüber Vorjahr + 12 v. H, jedoch Hegt der Stand nur um 3v. H höher als im Monatsdurchschnitt 1953 — Auch in Großbritannien sieht die Produküonsentwicfclung recht günstig au ( Industrieproduktion +8v H über Vorjahr) aber die Außenhandelsentwicklung ( Ausfuhrrüdcgang m nahezu 30 v H bei leicht gestiegener Einfuhr) gibt zu ernsten Sorgen Anlaß und führte zu den jüngsten Kreditrestriktionen — Die industrielle Produktion in Frankreich war nach wie vor befriedigend f4- 11 v H)— Bei den Tramp Frachtraten hat die Aufwärtsentwicklung angehalten Die Entwicklung wird offensichtlich durch den zusätzlich aufgetretenen Einfuhrbedarf an Kohle und industriellen Rohstoffen in den westeuropäischen Ländern beeinflußt.