D.,Koblenz

Bei Koblenz wurde ein zwölfjähriges Mädchen beim Überqueren der Fahrbahn von einem Personenwagen erfaßt und zu Boden geschleudert. Das Kind trug eine klaffende Kopfwunde davon, die schnellstens ärztlich versorgt werden mußte. Passanten versuchten, vorüberfahrende Kraftwagen anzuhalten. Der erste Fahrer stoppte, sah das Blut, dachte an seine Sitzpolster und trat auf das Gaspedal. Drei weitere Fahrer folgten seinem Beispiel. Aus Neugierde traten sie auf ihre Bremsen, um dann schleunigst wieder Gas zu geben, als sie erkannten, daß man ihre Pflicht zur Hilfeleistung realisieren wollte. Erst der fünfte Wagen hielt, und sein Fahrer trug das Kind ins Auto. Es war der französische – Sergeant Vassaux, der in der Koblenzer Citè de Cadres stationiert ist.

Wie die in Koblenz erscheinende „Rhein-Zeitung“ berichtet, tat die Frau des Sergeanten den Hinweis der Umstehenden, sie möge versuchen, die Wagenpolster vor dem Blut zu schützen, mit einer Handbewegung ab: „Nicht schlimm – ich waschen ab...“ Ein aufmerksamer Zeuge notierte den Namen des Franzosen, aber nicht die Nummern der vier deutschen Personenwagen. Er schämte sich für seine Landsleute.