Die zur Braunkohlen-Gruppe der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG, Essen, gehörende Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, Köln, hat 1954 ihren flotten Aufstieg fortgesetzt. Der Umsatz erhöhte sich von 232,6 auf 256,6 Mill. DM, die investierte Finanzsumme auf 187 (109) Mill. DM, so daß das Unternehmen seit der Währungsreform 551,9 Mill. DM investiert hat. Das ist mehr als viermal des 120 Mill. DM betragenden AK. 63 v. H. wurden aus eigenen Mitteln finanziert. Noch ist das Bauprogramm nicht zu Ende, erklärte Dr. Franz Hellberg als AR-Vorsitzer auf einer Pressekonferenz in Köln. Für 1955 umfasse das Programm Aufträge über 200 Mill. DM, für 1956 über voraussichtlich mehr als 100 Mill. DM und in diesem Ausmaß auch weiterhin. Die Förderkapazität der RWE-Braunkohlengruppe soll auf rund 70 Mill. t Rohbraunkohle je Jahr gebracht werden. Rheinbraun hat 1954 29 (27,9) Mill. t Rohbraunkohle gefördert, 6,98 (6,86) Mill. t Briketts und 3,5 (3,09) Mrd. kWh Strom erzeugt.

Im Berichtsjahr konnten 122,7 (90,2) Mill. DM Abschreibungen (mithin fast die Hälfte des Umsatzes) verdient werden. Der Bruttoertrag erhöhte sich auf 212 (173) Mill. DM. Von dem AK befanden sich 60,35 Mill. DM im Besitz des RWE, die am 31. 12. 1954 von der ebenfalls zum RWE gehörenden Braunkohlen- und Briketwerke Roddergrube AG, Brühl, übernommen wurden. Eigene Aktien sind 1,87 Mill. DM, so daß 57,777 DM AK dividendenberechtigt sind, worauf 7.2 v. H. Dividende wieder aus dem unveränderten Reingewinn von 4,1599 Mill. DM gezahlt werden.

Die Verwaltung hat vor drei Wochen die freien Rheinbraun-Aktionäre aufgefordert, ihre Aktien im Verhältnis 5:7 in RWE-Aktien umzutauschen. Für 5 000 DM Rheinbraun gibt es 7 000 DM RWE. Dazu war zu hören, daß das RWE – offensichtlich auch, um keine Veränderungen im Stimmverhältnis Öffentliche Hand/Privatwirtschaft eintreten zu lassen – den Rheinbraun-Aktionären stimmrechtlose RWE-Vorzugsaktien mit der RWE-Dividende, aber mindestens 5. v. H., ausreichen wolle. Da das RWE jedoch nicht über die notwendige Menge von Vorzugsaktien verfüge, werde es seinerseits das AK erhöhen. Eine entsprechende aoHV des RWE ist auf den 29. 9. einberufen worden. über den Umfang der Kapitalerhöhung wurde noch nichts gesagt. Nachdem das RWE erst in seiner letzten HV das AK von 246 um 123 auf 369 Mill. DM erhöht hatte, kann wohl damit gerechnet werden, daß nunmehr eine Abrundung auf einen griffigen Betrag erfolgen kann.

Über die weitere Entwicklung von Rheinbraun und die Durchführung der Kraftwerksprogramme für den billigen Braunkohlenstrom äußerte sich die Verwaltung optimistisch. Zur Finanzierung dienten in jüngster Vergangenheit der bekannte Verkauf des Roddergrubenpaketes von 33 Mill. DM zum Kaufpreis von 60 Mill. DM an das RWE, ferner die Aufnahme von 38 Mill. DM 7 1/2 v. H. Anleihe im April 1954, sodann die Aufnahme eines langfristigen Schuldscheindarlehens über 40 Mill. DM und ein ECA-Kredit von 12 Mill. DM. lt.

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Dresdner Bank-Gruppe eröffnet Vertretung In Madrid. Eine gemeinsame Vertretung der Nachfolgeinstitute der Dresdner Bank wird demnächst in Madrid eröffnet werden. Sie hat die Aufgabe, an diesem Platz, an dem die Gruppe der Dresdner Bank jahrzehntelang durch ein Tochterinstitut der Deutsch-Süd amerikanische Bank AG unter der Firma Banco Germanico de la America del Sur S. A. vertreten war, bestehende traditionelle Beziehungen wieder verstärkt aufzunehmen und so die erwartete Ausweitung des deutsch-spanischen Handels zu unterstützen. Ähnliche in den früheren Arbeitsgebieten der Dresdner Bank errichtete Vertretungen bestehen seit 1952 in Istanbul für die Türkei und den Iran und seit 1954 in Kairo für de anderen Länder des Nahen Ostens. Die Leitung der Madrider Vertretung wird Eduard Rudolph Eggers, einem mit dem internationalen Handels- und Bankgeschäft vertrauten Fachmann, ibertragen werden, Das Arbeitsgebiet wird außer Spanien auch Portugal und die außereuropäischen Besitzungen beider Länderumfassen.

Die Gesellschaftsversammlung der Auto Union G. m. b. H. beschloß in der HV, eine Dividende von 6 v. H. für dasGeschäftsjahr 1954 auszuschütten. Wie der Vorsitzer des AR, Dr. rer. pol. h. c. Frh. F. C. von Oppenheim, bekanntgab, erzielte die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Unsatz von 317 Mill. DM, das ist gegenüber 1953 eine Steigerung um rd 14 v. H. Der Exportumsatz konnte im gleichen Zeitraum auf rd. 70 Mill. DM gesteigert werden Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden von der Verwaltung zufriedenstellend beurteilt. Die Steigerung im Automobilwerken hat den verhältnismäßig minimalen Umsatzrückgang im Zweiggeschäft aufgefangen. Die Gesellschaft beschäftigt zur Zeit rd. 11 000 Belegschaftsmitglieder. Mit Rücksicht auf die auf die Gesellschaft zukommenden Aufgaben und zur Durchführung weiterer Rationalisierungspläne wurde eine Erhöhung des Gesellschaftskapitals von 12 bis zu 24 Mill. DM beschlossen.

Die Fiat Automobil-Aktiengesellschaft, Heilbronn, ha in Hamburg 39 eine Zweigniederlassung eingerichtet. Bei der Einweihung der neuen Werksanlagen wurde mitgeteilt, daß das Unternehmen einen neuen Kleinwagen vorbereitet. Es wird sich um ein viersitziges Modell mit einem 400-ccm-Motor handeln, das in seiner äußeren Form dem „Fiat 600“ ähneln dürfte.