Nur knapp vier Stunden hat es gedauert, bis sich die beiden Nationalen Olympischen Komitees; der Bundesrepublik und der Sowjetzone auf die Entsendung einer gesamtdeutschen Mannhaft nach Cortina dAmpezzo zu den Olympischen Winterspielen und nach Melbourne zu den Sommerwettkämpfen (für die sich übrigens schon 58 Länder gemeldet haben) geeinigt hatten. Wir wollen uns darüber freuen. Man muß glücklich sein über jeden Schritt, der uns, abseits der Politik, einander näherführt und uns die unselige Teilung Deutschlands für Augenblicke werngsteaTVergessen läßt. Das sportliche Abkommen von Hinterzarten, wo sich am Vergangenen Wochenende Dr llitter von Halt mit Willy Daume und Dr. Pcco Biuwns und der Leiter des ostzonalen Sports, Heinz Schöbel mit seinen Beratern Günther Heinze und Rudi Reichert getrcffen haben, läßt uns auch das peinliche Schauspiel vermeiden, daß womöglich zwei deutsche Mannschaften bei dem großen Friedensfest der Juge d der Welt aufmarschiert wären.

Ohne Frage konnte man sich in dem klehyn Schwarzwald Kurort nur so schnell einigen, vtil auf beiden Seiten ein guter Wille vorhanden wir. Ausschlaggebend für die Teilnahme an den Sptftspiden wird allein die Leistung sein, die jeer Sportler bei den Ausscheidungskämpfen zeien wird. Nur die Besten werden eine Fahrkarte nch Italien und nach Australien erhalten. So kanres ijso kaum einen Streit über die endgültige Nomiiterung der Mannschaft geben.

Was jetzt noch zu regeln ist und worüber man ich Mitte November in Ostberlin unterhalten HUI, sind an sich nur untergeordnete Fragen, die iber, man darf sich darüber keiner Täuschung hin;eben, recht gefährlichen Explosivstoff in sich ber;en. Welche Hymne soll gespielt werden, wenn Deutschland womöglich einen Mannschaftssieg rringt? Welches Emblem soll das Sporttrikot der Wettkämpfer zieren, und wer soll schließlich der ührer unserer Mannschaft sein? Wenngleich wohl ach kaum die Chance bestehen dürfte, daß wir inen Mannschaftssieg erringen werden, muß aber jese Frage doch geklärt werden. Das beste wäre i wohl schon, man verzichtet überhaupt auf das Abspielen einer Hymne bei der Siegerehrung, worauf die Veranstalter in diesem Falle sicher eingehen werden. Das Sporttrikotwappen könnte uan einfach durch einen schwarz rot goldenen Schild oder ein entsprechendes Brustband ersetzen. Mannschaft sein? Auch hier scheint es nur eine vernünftige Lösung zu geben: den Führer stellt las Nationale Komitee; aus dessen Reihen die V£ehrzahl der deutschen- olympischen Wettkämp:er insgesamt stammen.

Nachdem man sich nun auf "höchster sportichef" Ebene" getroffen und geeinigt hat, bleibt äportfachverbände des Westens und die Sektionen der Ostzone auf gemeinsame Wettkämpfe und vor tllem gemeinsame deutsche Meisterschaften einigen werden. Es sollte sehr schnell ein reger Sportverkehr zwischen West und Ost einsetzen und deutiche Meisterschaften sollten nur noch gemeinsam lusgetragen werden Die aktiven Sportler wollen mdlich zusammenkommen und sind der bürosratischen Streitigkeiten ihrer Funktionäre schon angst überdrüssig.