In den nordischen Ländern und nun auch in Großbritannien hat sich eine Wirtschaftslage ausgebildet, die man als Hocbkonjunkturkrise ichnen möchte. In Dänemark, Schweden und irwegen sowie England hat sich der Staat veraßt gesehen, die offenbar allzu unternehmende, ;imistische und tatenlustige private wie öffentle Wirtschaft zu bremsen. Offenbar war man ; der Ankurbelung und der Vollbeschäftigungsitik der vorhergehenden Jahre über das Ziel [ausgetragen worden. Daß eine Inflation mit llbeschäftigung verbunden ist, hat die Erfahig in verschiedenen Ländern deutlich gezeigt. m steht man vor der vielleicht ebenso überchenden wie unangenehmen Tatsache, daß dieser :z auch umgekehrt gilt und daß Vollbeschäftiig mit Inflation verbunden ist. Es ist eine sehr ste Frage, ob man Vollbeschäftigung not wenjfen muß. Eine Frage, vor die sich auch Westitschland demnächst gestellt sehen dürfte, n den genannten nordischen Ländern hat sich den letzten Jahren eine Struktur herausgebil, die man etwa folgendermaßen in ein Schema en kann: Vollbeschäftigung: Nachfrage größer uhr — deshalb Devisenabfluß — deshalb lan, erinnert sich der formularreichen Bewirt ftung des deutschen Außenhandels 1933 bis 9, der aus der damaligen Obernachfrage folgte, mit der Vollbeschäftigung verbunden war. n versteht ferner, daß die vollbeschäftigte USAtschaft hinter recht bedeutenden Zollmauern eiht, die z. B den Volkswagen drüben zu m Luxuswagen machen, n Schweden war die plötzliche Verdoppelung Textil- und Lederzölle sozusagen ein erster ang, der erste kleine Finger einer schützenden id vor dem leicht angeschmolzenen Devisen:and. Im übrigen versucht man, durch kredittische Maßnahmen und Sondersteuern auf pitalistische" Unternehmungslust (Investiegsabgabe) und durch eine Verlangsamung der ntlichen Investierungen die Nachfrage nach — leitskräften zu bremsen. Kredite kosten 6 bis . H, wenn man sie überhaupt bekommt und ein unvermeidlicher "schwarzer" Geldmarkt mit den doppelten bis dreifachen Sätzen sprießt im Schatten der Krediteinschränkungsmaßnahmen. Vorläufig aber ist der Mangel an geschulten Ardernis, ihre Produktion zu erhöhen und vorhandene Kapazitäten voll auszunutzen. Das gilt vor allem für Eisen und Stahl. Vielfach wird darüber geklagt, daß sich die Unternehmen überbieten, um gute Arbeitskräfte an sich zu ziehen oder zi halten. Bisher haben sich die einschränkenden Maßnahmen des Staates hier in Schweden noch nicht ausgewirkt. Dagegen hört man aus Dänemark, daß man dort jetzt den Eindruck hat, daß sHi die ersten Auswirkungen zeigen. Man stellt erfreut fest, daß der Mai den "kleinsten Einfuhrüberschuß seit Dezember" brachte und daß Industrieproduktion und Bautätigkeit zurückgehen. Aber in Schweden klagt man darüber, daß der so notwendige Wohnungsbau gleichfalls von den Kreditmaßnahmen betroffen wurde.

Im ganzen steht man jedoch vor der recht merkwürdig anmutenden Tatsache, daß man sich in den Ländern der Vollbeschäftigung freut, wenn die Wirtschaftstätigkeit zurückgeht. Man ist sich eben bewußt, daß damit auch die Inflationsgefahr geringer wird Demnächst kann man also vor dem entscheidenden Punkt stehen, an dem die Wirtschaft genau gerade richtig läuft. Werden die Regierungen, die nun offenbar endgültig die Konjunkturlenkung als ihre Aufgabe als Hüter der Vollbeschäftigung übernommen haben, dann die Bremsen rasch genug wieder lösen können, so daß eine Krise deflatorischer Art vermieden wird? Wird sich dieser Punkt der optimalen Vollbeschäftigung mit dem Punkt decken, an dem der Geldwert stabil bleibt? Oder wird er ihm etwas vorauseilen, so daß man sich entscheiden muß, entweder die "Vollbeschäftigung mit leicht sinkendem Geldwert" oder den "stabilen Geldwert mit leichter Arbeitslosigkeit" zu wählen? Das sind Fragen, deren Antwort die straff gelenkten Volkswirtschaften der nordischen Länder der Welt in absehbarer Zeit vorexerzieren werden.