Wie bereits die vergangenen Jahre, so brachte auch das Geschäftsjahr 1954 für die Lastenausgleichsbuk (Bank für Vertriebene und Geschädigte), Bad Godesberg, eine weitere Ausdehnung ihres Geschäftsumfangs und ihrer Aufgaben. Die Rechtsform des Instituts wurde dem Charakter seiner Aufgaben angepaßt Durch Gesetz vom 28. Oktober 1954 wurde die Bank in eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit umgewandelt. Die Bank für Vertriebene und Geschädigte (Lastenausgleichsbank) AG wurde mit dem 31. Oktober 1954 aufgelöst. Ihr Vermögen ist zum gleichen Zeitpunkt mit allen Rechten und Pflichten ohne Liquidation auf die durch das Gesetz vom 28. Oktober 1954 errichtete Lastenausgleichsbank (Bank für Vertriebene und Geschädigte) übergegangen. Das Kapital der neuen Bank, das nunmehr 25 Mill. DM beträgt, stammt in Höhe von 3 Mill. DM aus dem Vermögen der übernommenen Bank für Vertriebene und Geschädigte und in Höhe von 22 Mill. DM aus Mitteln des Sondervermögens der Bundesrepublik (Ausgleichsfonds). Der Geschäftsbereich der neuen Gesellschaft deckt sich im wesentlichen mit dem der aufgelösten Aktiengesellschaft.

Wie zu der Entwicklung der Eingliederung der Vertriebenen, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigten aus dem Jahresbericht hervorgeht, ist die Lage der Geschädigtenbetriebe weiterhin durch jene Vorbelastung bestimmt, die sie gegenüber der nicht oder nur in geringerem Grade geschädigten Konkurrenz beim Neubeginn auf sich nehmen mußten. Auf Grund besonders, dieser Belastung seien sie z. T. nicht in der Lage, den steigenden Anforderungen an die Finanzkraft, sei is zur Durchführung von Investitionen, sei es zur Finanzierung eines erweiterten Absatzes, nachzukommen. Eine durchgreifende Lösung der Probleme und die Durchführung ausreichender Konsolidierungsmaßnahmen werde jedoch immer dringlicher.

Die Gewährung von Investitionskrediten aus Mitteln des ERP-Sondervermögens wurde fortgesetzt. Insgesamt hat die Lastenausgleichsbank bis Ende 1954 rd. 2600 Investitionskredite aus Mitteln des ERP-Sondervermögens im Gesamtbetrag von rd. 95,6 Mill. DM gewährt. Die im Rahmen des Mittelstandsprogramms speziell für den Handel bestimmten Kreditmittel in Höhe von 1 Mill. DM waren zur Zeit der Erstellung des Berichts im wesentlichen bewegt. Die im Berichtsjahr erwartete Freigabe der zweiten Hälfte des Kontingents für das Produktivitätsprogramm erfolgte unter Aufstockung um 1 Mill. DM im Juli 1955. Von den Ländern ist dieser Betrag in Höhe von 4,5 Mill. DM bereits im wesentlichen verplant worden. Mit der Auszahlung ist daher in kurzer Zeit zu rechnen.

Für 1955 erwartet die Bank eine weitere Ausweitung des Kreditgeschäfts und damit einen weiteren Schritt zur erstrebten Konsolidierung der geschädigten Betriebe. Aus dem Zins- und Tilgungsaufkommen des ERP-Sondervermögens im Rechnungsjahr 1954/55 ist der Bank ein Betrag von 19,1 Mill. DM zugesagt worden. Diese Mittel werden als Investitionskredite an Vertriebene und Sowjetzonenflüchtlinge in Höhe von 14 Mill. DM und an Kriegssachgeschädigte in Höhe von 5,1 Mill. DM vergeben werden. Darüberhinaus ist geplant, durch Auflösung des Garantiefonds, der 1950 aus Mitteln des ERP-Sondervermögens gebildet wurde, die Kreditaktion für Vertriebene um 17 Mill. DM auf Insgesamt 31 Mill. DM zu erweitern, sobald an die Stelle des Garantiefonds eine entsprechende Rückbürgschaft des Bundes (ERP-Sondervermögen) bzw. des Bundesausgleichsamts getreten ist. D.

„Albingia“ Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft Hamburg. Die erfreuliche Aufwärtsentwicklung, die sich bereits 1953 abzeichnete, setzte sich im Geschäftsjahr 1954 in verstärktem Umfang fort. Der Zugang an neuer Versicherungssumme betrug 31,293 Mill. DM (1953 21,088 Mill. DM). Vornehmlich wurde das Großlebensgeschäft gefördert. Der Versicherungsbestand betrug Ende 1954 73,009 Mill. DM. Entsprechend dem gestiegenen Neugeschäft erhöhte sich die Prämieneinnahme auf 3,755 Mill. DM (im Vorjahr 2,401 Mill. DM). Der Sterblichkeitsverlauf war befriedigend. Die Gesellschaft konnte einen Gewinn von 161 162 DM erzielen. Dieser mindert sich um den Verlustvortrag von 51 367 DM aus 1953 auf 109 795 DM. Von diesem Gewinn wurden 98 815 DM der Gewinnrücklage der Versicherten und 10 980 DM der gesetzlichen Rücklage überwiesen. Die gewinnberechtigten Großlebens-Versicherungen erhalten 13 v. H., die Kleinlebens-Versicherungen 6 v. H. einer Jahresprämie als Gewinnanteil. Die bisherige Entwicklung in 1955 ist gut. Es wurden bis einschl. Juli bereits für eine neu abgeschlossene Versicherungsumme von 26,3 Mill. DM Versicherungsscheine ausgefertigt. Der Versicherungsbestand beträgt zur Zeit 96 Mill. DM. Die HV, auf der von dem 2 Mill. DM betragenden Kapital 1,851 Mill. DM vertreten waren, billigte einstimmig den Geschäftsbericht. sowie die Gewinn- und Verlustrechnung per 31. Dezember 1954.