o. m., Schwarzenbek

In Schwarzenbek, am Rande des Sachsenwaldes, herrschte Hochbetrieb. Es ging um die Verbrüderung von vier Städten aus vier Staaten. Die Idee, „Europas kleinste Vier“ als ein Vorbild internationaler Zusammenarbeit und Verständigung „auf unterster Ebene“ zu schaffen, hatte Schwarzenbeks Bürgermeister Hans Koch. Seine Initiative fand lebhaften Widerhall und sofortige Zustimmung seiner Kollegen der etwa gleich großen Städtchen Sierre (Schweiz), Aubenas (Frankreich) und Zelzate (Belgien). Sie waren bereit, einen Freundschaftsbund mit Schwarzenbek zu schließen. Am 27. und 28. August wurde das städtische Verbrüderungsfest im Rahmen einer schleswig-holsteinischen Europa-Woche unter der Patronanz des Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel und in Anwesenheit einer großen Anzahl von Politikern gefeiert, die ihre Arbeit in den Dienst des Europa-Gedankens gestellt haben. Der Bundestagsabgeordnete Fürst Otto von Bismarck verlas die Eidesformel der Vier-Städte-Verbrüderung. Die Hamburger Generalkonsuln Frankreichs, Belgiens und der Schweiz gehörten zu den Ehrengästen des Festaktes.

Die rund 8000 Einwohner von Sierre im Schweizer Rhônetal, die 8500 des französischen Aubenas, die 10 000 des Genter Vorortes Zelzate und die 7500 Schwarzenbeker wohnen in Städten von soziologisch ähnlicher Struktur. Sie leben vom Kleingewerbe, von der Landwirtschaft, vom Handel und vom Fremdenverkehr. Zu ihren gemeinsamen Sorgen gehören Verbesserungen im Wohnungsbau und im Verkehrswesen, gehört aber auch – ausgenommen der idyllische Schweizer Luftkurort Sierre – die restlose Überwindung der Kriegsfolgen. Das gilt besonders von dem belgischen Zelsate, das, in beiden Weltkriegen hart mitgenommen zweimal wieder aufgebaut werden mußte.