DIE ZEIT

Mit großem Gefolge

Der Delegation, die den Kanzler nach Moskau begleitet, fuhr ein großer Stab von Sachverständigen, technischem Personal, Köchen und so weiter voraus.

Die ewige Front

Es hat zu allen Zeiten Kriege gegeben und auch Frieden. Zum erstenmal scheint es, als ob in unserer Epoche diese Ur-Phänomene vielleicht aufgehoben würden.

Die „gefährliche“ Konjunktur

Wer so im Lande herumhört könnte manchmal fast der Meinung sein, als sei mit der Vollbeschäftigung, dem hohen Stand der Produktion und dem sich ausweitenden Verbrauch ein Unheil über uns gekommen und es müßten demzufolge alle Anstrengungen unternommen werden, um die volkswirtschaftliche Leistung wieder herabzudrücken.

Waffen vorzeigen!

Die Verhandlungen des Unterausschusses der Abrüstungskommission der Vereinten Nationen in New York haben ungewöhnlich rasch auf das Kernproblem zugesteuert: die Frage einer wirksamen Abrüstungskontrolle.

Irremachen gilt nicht

Die Einheit“, schreibt André Fontaine in Le Monde, „sitzt“ den Deutschen vielleicht nicht so tief im Blut wie uns Franzosen.

Japan blickt zum Westen

Japans Außenminister Mamoru Schigemitsu, den ein amerikanisches Gericht nach dem Kriege wegen „Beteiligung an einer Verschwörung zur Errichtung der japanischen Weltherrschaft“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilte, ist jetzt bei seinem Staatsbesuch in Washington mit allen Ehren empfangen worden.

Schwankender Diktator

Der Burgfrieden in Argentinien ist beendet, die Tyrannis marschiert. Niemand wird behaupten, daß die Praktiken von Diktatoren sehr variabel sind.

ZEITSPIEGEL

Der Chefredakteur des Parteiorgans, der Sowjetzonen-CDU „Neue Zeit“, Alwin Schaper, berichtet in einer Artikelreihe über seine soeben beendete Reise in die Sowjetunion.

Dem Volk ins Herz schauen

Delegierte aus aller Welt, die am Sonntag in Konstanz eintrafen, tagen dort im gleichen Raum, in dem vor 540 Jahren die Kardinäle und Kirchenfürsten zur Papstwahl versammelt waren: in jenem Warenhaus gewerbefleißiger Bürger also, das seit den bedeutungsschweren Ereignissen des 15.

Selbstkontrolle der Historiker

Der Wunsch nach einem entgifteten Geschichtsunterricht hat die „Umerziehungsexperimente“ der ersten Nachkriegszeit in eine neue positive Richtung gelenkt.

Adenauers Verhandlungspartner

In der vordersten Reihe der Verhandlungspartner Adenauers und von Brentanos stehen Bulganin, Molotow und Chruschtschow. In der zweiten Reihe des Führerkollektivs, das den Alleinherrscher Stalin abgelöst hat und sich jetzt bemüht, auch den „Stalinismus“ durch zeitgemäßere Methoden zu ersetzen, stehen Männer wie Mikojan, Saburow, Perwuchin und Malenkow.

Fest bleiben!

Norman Thomas, der Verfasser des folgenden Beitrages, ist Führer der Sozialistischen Partei Amerikas. Obwohl seine kleine Gruppe in dem festgefügten Zweiparteiensystem keine Chance hat (er kandidierte sechsmal vergeblich zur Präsidentschaft), genießt Thomas wegen seiner Unabhängigkeit, seines Mutes und der Lauterkeit seiner Gesinnung hohes Ansehen.

Die Familie Negare

Bei uns zu Hause in Coracchio erschien eines Tages ein Fremder. Es dauerte nur eine oder zwei Stunden, bis es sich im ganzen Ort herumgesprochen hatte, daß in der Osteria ein alter, vornehmer Herr aus Deutschland saß und jeden, der gerade vorbeikam, nach einer Frau Anna Negare und ihrer Familie fragte.

Gemeingut Europas

Die politische Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, daß der Weg nach Europa langwierig sein wird und daher Geduld erfordert.

FRIEDRICH SIEBURG:: Vom Tonband zum Ordensband

Welch ein Jammer, daß an dem Romanow-Smaragd, den die verstorbene Kronprinzessin Cecilie dem Freund ihrer alten Tage, Herrn Groha, zugedacht hatte, keine düsteren Voraussagen einer alten Zigeunerin hafteten! Wie schade, daß das Gespenst der weißen Dame, das einst dem Hause Hohenzollern zur Verfügung stand, nicht in Tätigkeit treten konnte! Wie bedauerlich schließlich, daß der Geist des alten Fritz nicht unter die hochfürstliche Sippschaft treten und ihr mit dem legendären Krückstock drohen konnte! Das Schicksal hat keinen Finger gerührt, um aus einem banalen Familienzank eine Haupt- und Staatsaktion oder doch wenigstens eine romantische Geschichte zu machen, die unsere von der Zeit so mißhandelten Untertanenherzen hätte höher schlagen lassen.

Hamburger Präludien

Das Theaterleben in der Bundesrepublik tat zu einem neuen Schwerpunkt angesetzt: Hamburg, das bisher hauptsächlich als Opernstadt in die Weite strahlte, will auch im Schauspiel eine deutsche Spitze bilden.

Willi Baumeister:: Kunst will Glauben

„Das Unbekannte in der Kunst“ war ein Leben lang der Gegenstand des malerischen Schaffens von Willi Baumeister, der dieser Tage 66jährig gestorben ist.

Poet und Tragiker

Den Namen nach war es eine Legion, die an deutschen Theaterbesuchern von 1946 bis heute vorbeimarschierte, eine Fremdenlegion.

Die schöne alte Frau

Der Goethepreis der Stadt Frankfurt ist eine sehr vornehme Auszeichnung, die den mit der Auswahl der Kandidaten befaßten Personenkreis jedesmal in Verlegenheit versetzt, da man ja nicht immer nur R.

Bayern: Treu bis In den Toto

Seit Oberamtsrichter Dr. Grand, Leiter des Amtsgerichtes Ebersberg bei München, von der Affäre Wind bekommen hat, die ein Eigenheimgewinn im Bayerischen Fußballtoto bei drei seiner Untergebenen ausgelöst hat, ist die Atmosphäre im Gerichtsbereich sehr geladen.

Nordrhein – Westfalen: Hagerstown und Wesel

Der Schwesternstadt-Besuch aus Hagerstown (Maryland-USA) in Wesel, der 1945 zu 97 Prozent zerstörten Kreisstadt am rechten Niederrhein, fand seinen Höhepunkt im traditionellen dreitägigen Schützenfest.

Pommern: Invasion des Jazz

Die von den V. Jugendfestspielen in Warschau zurückgekehrten polnischen Jugenddelegationen des Stettiner Bezirks versuchen, laut polnischer Provinzpresse, „entartete Tänze und Pseudo-Musikstücke in unsere der Freude und Entspannung dienenden Gaststätten zu tragen“.

Hessen: Geigende Engel

Eine Schlaf Zimmereinrichtung mit geigencen Engeln über den Betten dünkte dem 41jährigen Hilfsarbeiter M. aus Oberhessen der Inbegriff alles Schönen.

Rheinland-Pfalz: Moloch Wiedbachtal

Nach einer Aufstellung des Innenministeriums von Rheinland-Pfalz haben sich vom 1. Januar 1950 bis zum 31. Juli 1955 auf den beiden Gefällestrecken der Köln-Frankfurter Autobahn beiderseits der Wiedbachtalbrücke und auf der Brücke selbst 462 Unfälle ereignet.

Nordrhein-Westfalen: Parkplatz-Logik

Über das Problem des Parkens wird viel geredet, aber wenig nachgedacht. In den meisten Großstädten hat man aus größeren unbebauten Flächen Parkplätze gemacht, auf denen Parkgebühren eingehoben werden.

Herbstsaison

Auch die angestrengtesten Bemühungen des Gartendirektors können die langsam fallenden Blätter nicht aufhalten. Es wird langsam Herbst.

Noch sprudeln die Quellen

dd. Wiesbaden, im September Vor knapp 1600 Jahren unternahmen die Römer von Mainz aus einen Streifzug in das von den Germanen eroberte Land um Wiesbaden.

Notizen für Reisende

Noch einmal nach Westerland. In diesem Jahr hat es sich gelohnt. Die Sonderzüge nach Westerland, die zu jedem Wochenende von Kiel, Lübeck und Flensburg und vor allem von Hamburg kamen, waren bis zum letzten Platz besetzt.

Kein Geld für Schächte

Einen neuen Vorstoß zugunsten besserer Eigenfinanzierung im Kohlenbergbau unternahm der Vizepräsident des Beratenden Ausschusses der Montan-Union, Generaldirektor Bergassessor Burckhardt, auf der oHV des Eschweiler Bergwerks-Vereins.

Hoffentlich klappt es jetzt!

Die Experten der Deutschen Bundesbahn waren sich von Anfang an klar darüber, daß in dem Gedanken der fahrenden Landstraße – also cer Verladung von normalen Lkws auf Güterwagen – ein innerer Widerspruch steckt.

Auf einen Blick ...

Westdeutschlands Aktienmärkte blieben trotz des Vierteljahresultimos und des bevorstehenden Steuertermins bemerkenswert stabil.

Abhängigkeit ist keine Weltanschauung

Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) hat gut daran getan, die Öffentlichkeit 21 ihrem zehnten Geburtstag nicht mehr als notwendig mit den bei solchen Gelegenheiten üblichen Erfolgsberichten und Festreden zu strapazieren.

Ein Danaergeschenk

Die Eingliederung der bisher sowjetisch verwalteten USIA-Betriebe in die österreichische Wirtschaft bereitet erheblich mehr Schwierigkeiten, als verschiedentlich angenommen wurde.

Vier Stunden weniger arbeiten

In einem Wahljahr weiß man nie genau, wieweit die wirtschaftspolitischen Forderungen durch sachliche Erwägungen bestimmt werden und wie stark die Sehnsucht nach günstigen Wahlergebnissen mitwirkt.

Wettbewerb ist unbequem

A1s der Ministerrat der Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas vor einigen Monaten die französische Regierung auf die Notwendigkeit einer weiteren Befreiung der Importe aufmerksam gemacht und genaue Daten festgelegt hatte, gab es in Paris nicht wenig Opposition.

Aber die Röhren fehlen ...

Der sowjetische Ministerrat hat umfangreiche Bestimmungen über die – „sofort vorzunehmende und mit allen Mitteln durchzuführende“ – Intensivierung der Gasproduktion und Gasversorgung der Städte im Zeitraum 1956 bis 1960 erlassen.

Neuer Textil-Markenartikel

Unverkennbar hat in Deutschland ein immer stärker werdenden Trend zum Markenerzeugnis eingesetzt. Auch die Textilindustrie konnte von dieser Entwicklung erfreulich profitieren und neue Impulse empfangen.

Die Ansicht der Privat-Banken

Der Jahresbericht des Bundesverbandes des Privaten Bankgewerbes e. V. begnügt sich erfreulicherweise nicht mit einem einfachen Rückblick auf das verflossene Jahr, sondern in ihm wird zu Problemen Stellung genommen, die sich auf der direkten Ebene zwischen den Banken und ihrer Kundschaft kaum erörtern lassen.

Montanmarkt wird wieder interessanter

Trotz des Vierteljahresultimos und des bevorstehenden Steuertermins, der doch – zumindest vorübergehend – 3 bis 3,5 Mrd. DM bindet, blieben die Aktienmärkte in der vergangenen Woche bemerkenswert stabil.

GBAG-Bilanz macht soliden Eindruck

Das trotz Entflechtung nach wie vor größte Zechenunternehmen der Bundesrepublik, die ehemals zum Stahlverein gehörende Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Essen, legt ihrer oHV am 28.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

„Wer baut Maschinen?“ Die 17. Auflage dieses jährlich erscheinenden Einkaufsführers für Maschinen, Apparate und Präzisionswerkzeuge ist soeben erschienen.

Rohstofftendenz der Woche

Wenn es auch während der Genfer Konferenz der Großen Vier vom 18 bis 24. Juli nicht gelungen ist, die zwischen Ost und West bestehenden politischen Spannungen restlos zu lösen, so haben doch dieses Zusammentreffen und die kürzlich beendete Atomkonferenz dazu beigetragen, diese zu mildern.

Woher kommen die wilden Streiks?

Zu dem Artikel „Betriebsgewitter“ (in der Ausgabe der ZEIT der vergangenen Woche) erhielten wir die nachfolgende Zuschrift eines Gewerkschafters, die uns bedeutsam genug zu sein scheint, um an dieser Stelle veröffentlicht zu werden.

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