w. d., Stettin

Die von den V. Jugendfestspielen in Warschau zurückgekehrten polnischen Jugenddelegationen des Stettiner Bezirks versuchen, laut polnischer Provinzpresse, „entartete Tänze und Pseudo-Musikstücke in unsere der Freude und Entspannung dienenden Gaststätten zu tragen“. Unter dem Vorwand, sie kopierten lediglich die von den südamerikanischen Abordnungen gezeigten Volkstänze, würden „die Zeugnisse der amerikanischen Unkultur mit Boogie und Jazz verbreitet“. In dem Stettiner Tanzlokal „Teatr“ wurde daraufhin die dort spielende Kapelle aufgelöst, die einzelnen Mitglieder verteilte man auf andere Orchester. Das Lokal steht seit dieser Zeit unter besonderer Beobachtung, um dafür zu sorgen, daß „nur Kulturtänze“ zur Ausführung kommen. Weiter wird über die dörflichen Feste geklagt, auf denen von GrammophonappartenJazzplatten übertragen würden. Es müsse umgehend untersucht werden, auf welchen Wegen solche Schallplatten ins Land gekommen seien. Leider versäumten die Geschäftsführer der zumeist staatlichen Vergnügungslokale ihre Aufsichtspflicht gegenüber diesen „Auswüchsen“, weil die Jugendlichen damit drohten, in diesem Fall das betreffende Lokal zu boykottieren.