hd., Mainz

Nach einer Aufstellung des Innenministeriums von Rheinland-Pfalz haben sich vom 1. Januar 1950 bis zum 31. Juli 1955 auf den beiden Gefällestrecken der Köln-Frankfurter Autobahn beiderseits der Wiedbachtalbrücke und auf der Brücke selbst 462 Unfälle ereignet. Es waren 426 Lastwagen, 338 Anhänger, 312 Personenwagen, 6 Omnibusse, 72 Motorräder und 22 alliierte Fahrzeuge beteiligt. Bei den Unfällen kamen 37 Menschen ums Leben; 133 wurden schwer und 349 leicht verletzt. Über den Sachschaden, der natürlich in die Millionen geht, fehlen sichere Angaben.

Als Unfallursachen wurden nach dem Bericht des Ministeriums festgestellt: zu schnelles Einfahren in das Gefälle, Versagen der Bremsen durch übermäßige Benutzung, zu spätes Schalten, plötzliches Uberholen, Nichtbeachtung der Verkehrsschilder, Übermüdung am Steuer. Das Ministerium appellierte an alle Kraftfahrer, auf diesem Autobahnabschnitt besondere Vorsicht walten zu lassen.

Die ungünstige Straßenführung der Autobahn an dieser Stelle läßt das Ministerium nicht als Unfallursache gelten – zweifellos ist sie auch niemals die einzige Ursache, wohl aber der gemeinsame Anlaß zu allen jenen Unglücken gewesen, von denen die Amokfahrt des Holländers Dirk de Baat, die am 24. Oktober 1953 sechs Tote und drei Schwerverletzte neben sieben zertrümmerten Wagen zurückließ, noch immer unvergessen ist. Die Opfer jener Unglücksfahrt und ihre Hinterbliebenen können nicht einmal mit einer Entschädigung rechnen, da die holländische Haftpflichtversicherung de Baats inzwischen in Konkurs gegangen ist.

Fest steht, daß jene 462 Unfälle ein Vielfaches von der Summe gekostet haben, die notwendig gewesen wäre, um die Hauptgefahrenquelle jener Strecke rechtzeitig zu beseitigen: nämlich den Einspurverkehr auf der zu schmalen Brücke über den Wiedbach. Jetzt steht der Bau vor der Vollendung.