Unverkennbar hat in Deutschland ein immer stärker werdenden Trend zum Markenerzeugnis eingesetzt. Auch die Textilindustrie konnte von dieser Entwicklung erfreulich profitieren und neue Impulse empfangen. Den vielfachen Bemühungen auf diesem interessanten Gebiet hat die Spinnerei und Webereien Zeil - Schönau AG nun einen weiteren Schritt hinzugefügt: in der richtigen Erkenntnis, daß die Umgebung den Menschen formt, brachte das auf dem Gebiet der Damastproduktion seit jeher führende Unternehmen buntgestreifte Bettwäsche auf den Markt, um durch die Farbe auch die Schlafzimmer der Erwachsenen und der Kinder freundlicher und froher gestalten zu helfen.

Der Markenartikel, der diesem Zweck dient, wurde Buntsatin Irisette“ getauft und zur jetzigen Frankfurter Herbstmesse mit einer Reihe sehr ansprechender Dessins aus der Taufe gehoben, In deutscher Gründlichkeit testete man vorher die Ansichten der Käuferinnen: Von 100 befragten Hausfrauen sprachen sich 62 spontan für die „Buntgestreifte“ aus, und 33 v. H. jener Frauen, die sich in absehbarer Zeit Bettwäsche anschaffen wollen, entschieden sich bei dieser Marktanalyse für farbige Erzeugnisse. Offensichtlich haben die praktisch denkenden Fauen die sich hier anbietenden Vorteile gleich einkalkuliert: ganz abgesehen davon, daß der Buntsatin verhältnismäßig wenig schmutzempfindlich ist, stellt er neben seiner Verwendung als Bettwäsche auch noch ein Mitte zur Raumgestaltung dar, läßt er sich doch ausgezeichnet für Wandbespannungen, Stuhlbezüge, Tagesdecken, Tischdecken, Lampenschirme, Gardinen und selbst für Morgenröcke, Hauskleider und Kinderbekleidung verwenden. Das Unternehmen, das übrigens 2200 Arbeitnehmer beschäftigt und rund 4 0 v. H. seiner Fertigungexportiert, konnte erfreu feststellen, daß sich beinahe täglich neue Verwendungsmöglichkeiten erschließen. Dir. Färber wies gelegentlich des Presseempfangs in Frankfurt auf umfangreiche Exportlieferungen nach der Schweiz, nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Österreich und Italien hin, wo man die Vorzüge dieses Buntsatins überraschend schnell auszuwerten begann.

Unwillkürlich fragt man sich, warum nicht schon ange jemand auf diesen Gedanken gekommen ist, zumal unser Verhältnis zur Farbe immer enger wird, und nahezu alle Gebiete des Lebens erfaßt hat: von der Bekleidung und der Wohnraumgestaltung über den Arbeitsraum bis zum letzten Gebrauchsgegenstand. Nur das Schlafzimmer, in dem die meisten Menschen etwa ein Drittel ihres Lebens verbringen, ist im wesentlichen immer gleich (und farblos) geblieben. Mit dem Entschluß, die Mode nun auch ins Schlafzimmer zu bringen, eröffnen sich der deutschen Textilwirtschaft auf dem heimischen und auf dem ausländischen Markt nun aber neue Möglichkeiten. w e.