Anton Zischka: Welt in Angst und Hoffnung. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. 286 S., 43 Photos. 6,85 DM.

Von seiner fünften Weltreise kehrte der vielgelesene österreichische Journalist mit „Frontberichten der Gegenwart“ zurück, bei denen man schon nach den ersten Seiten spürt, daß sie zu dem Besten gehören, was heutzutage an aktuellen Reiseberichten gedruckt wird. Obgleich ihn seine Route von Kanada über die USA und Mexiko nach Asien und von dort über Rußland und Finnland wieder nach Westeuropa führte, beschäftigt sich doch die Hälfte seiner konzis und vital geschriebenen Reportagen mit asiatischen Problemen, die uns nach der Konferenz von Bandung nicht viel weniger auf den Nägeln brennen als den mehr als tausend Millionen im Fernen Osten. Mit seinen lapidaren Essays überzeugt Zischka auch den politisch Desinteressierten davon, daß „unsere Welt längst zu einem einzigen Riesensystem kommunizierender Röhren geworden ist, und nichts irgendwo geschehen oder gedacht werden kann, was sich nicht früher oder später weltweit auswirkt und uns alle beeinflußt“.

Tibor Mende: Südostasien zwischen zwei Welten. Übertragen von Walter Theimer. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt/Main. 412 S., 7 Photos. 16,80 DM.

Nüchterner, vorwiegend mit den Augen des geschulten Soziologen gesehen, doch genauso aufrüttelnd ist das Buch des Franzosen Tibor Mende, der das Geschick Indonesiens, Birmas und Pakistans – in den Vordergrund seiner anschaulichen, durch persönliche Erlebnisse aufgelockerten Analysen stellt. Auch ihn beherrscht die Vorstellung, daß von nun an in Asien die Geschichte unserer Zeit geschrieben wird. Ob die Völker Südostasiens die Kunst einer stabilen, geordneten Regierung lernen oder durch ständige Unruhen das Eindringen neuer Herrschaftsformen, die diesmal nicht abendländisch sein werden, ebnen, das wird – so meint Mende – für die Zukunft der Welt wichtiger sein als all die Fragen, die den Westen bewegen.

Arthur Keppel-Jones: Südafrika. Übertragen von Isolde Anger. Safari-Verlag, Berlin. 297 S., 66 Fotos. 12,50 DM.

Lediglich einen geschichtlichen Überblick, der sich noch den Vorwurf gefallen lassen muß, recht trocken zu sein, bietet dagegen das Werk des Engländers und Master of Arts, das in der augenfälligen Reihe „Bücher der Welt“ zwischen ungleich gelungeneren Bänden herauskam. Die Entwicklung Südafrikas, von Bartholomäus Diaz, der das Kap der Guten Hoffnung entdeckte, bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges, wird allerdings sehr fundiert gebracht, doch dafür erhält die entscheidende Zeit vom Regierungsantritt General Smuts’ bis zur Gegenwart nur ganze acht Seiten. Auch vermißt man am Schluß eine zusammenfassende Übersicht, so daß das im Klappentext versprochene Verständnis der brennenden Rassenprobleme nicht leicht fällt.

Hermann Maas: ...und will Rachels Kinder wieder bringen in das Land. Eugen Salzer Verlag, Heilbronn. 220 S., 16 Photos, 9,80 DM.

Was Keppel-Jones’ Buch zu wenig, besitzt Maas’ zu viel: den Charakter des Individuellen, der auch den mit der Materie nicht vertrauten in den Bann schlägt. In einer liebenswürdig-pathetischen Sprache trägt Maas – obwohl evangelischer Pfarrer, überzeugter Zionist – seine Eindrücke vom Israel der Kibbuzim und schwelenden Grenzkonflikte vor. Maas, der während des Dritten Reiches viele Juden vor der Verfolgung rettete und als erster Deutscher nach dem Kriege eine Einladung zum Besuch Israels erhielt, wird von jüdischer Seite die Vollmacht bescheinigt, als einziger Deutscher „unmittelbar aus der Seele Israels zur Seele Israels zu sprechen“. So ist ein Buch entstanden, das durch seine mutige Liebe zum Volke Gottes sympathisch berührt, dem aber gerade das bei diesem Thema angebrachte „Sine ira et studio“ fehlt. g. sp.