Der Preisindex für die Lebenshaltung ist in der Bundesrepublik im August gegenüber dem Vormonat um 0,8 v. H. zurückgegangen. Rückläufig waren vor allem die Preise für Kartoffein, Obst und Gemüse. Dagegen zogen die Eier-, Butter, und Fleischpreise etwas an. Auch bei Friseurleistungen und bei Fahrradbereifungen ergaben sich Preiserhöhungen. Im Zusammenhang mit der angelaufenen Preissenkungsaktion des Bundeswirtschaftsministers muß allerdings festgestellt werden, daß die im August eingetretenen Preisrückgänge ausschließlich auf saisonale Einflüsse zurückzuführen waren.

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In Westdeutschland hat die durchschnittliche Dividende aller börsennotierten Aktien Ende 1954 nur 4,77 v. H. betragen. Mehr als ein Viertel des Aktienkapitals ist überhaupt ohne jede Dividende geblieben. Für die Eigentümer des Kapitals stellt dies ein recht „mageres“ Ergebnis dar, weil der Ertrag weit hinter der Verbesserung des Arbeitnehmer-Einkommens zurückblieb. Von übersteigerten Unternehmergewinnen – eine Behauptung, die von den Gewerkschaften gern in die Debatte geworfen wird – ist also wirklich nicht zu reden.

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Auch das Bundeswirtschaftsministerium ist jetzt der Ansicht, daß der deutsche Kohlenmarkt angespannt bleiben wird. Der Bundesverband des Kohleneinzelhandels spricht sogar von einer „ernsten Situation“. Das Erhard-Ministerium sagt jedoch beruhigend, daß die normale Hausbrandversorgung für den kommenden Winter ohne ernste Schwierigkeiten abgewickelt werden kann. Die Verbraucher dürften allerdings gewisse Sortenverschiebungen in Kauf nehmen müssen.