Die Kölner Messepolitik, seit Jahren den Kurs der Fachmessen steuernd, kann einen neuen Erfolg melden: Dr. Tigges, Vorsitzender des Messe- und Ausstellungsausschusses der Deutschen Wirtschaft, erklärte vor wenigen Tagen, daß er für die Wirtschaft keinen Anlaß mehr sehe, früher einmal berechtigt gewesene kritische Anmerkungen über die Ausstattung und die Qualität der Kölner Messebauten vorzubringen.

Köln hat eine architektonisch kühne, wirtschaftlich anziehende und den Ruf der Kölner Messe festigende neue Großhalle gebaut. Die Ausstellungsfläche hat damit um rund 8000 qm zugenommen. Auf diese Neuinvestition und auf andere technische Verbesserungen bezog sich Dr. Tigges mit seinem Urteil. Die Messeleitung selbst ist nicht wenig stolz darauf, daß die neue Halle bereits zur ANUGA (1. bis 9. Oktober) ihre Bewährung bestehen kann. Anläßlich der ANUGA wird die neue Halle von der Sonderschau. „Packung und Verpackung“ voll in Anspruch genommen werden. Dir. Malitz von der Verpackungsmaschinenindustrie erklärte hierzu! Wenn die neue Halle nicht wäre, wären wir nicht nach Köln gekommen! Und im nächsten Frühjahr reflektieren Möbelzubehör- und Heiz- und Kochgeräteindustrie auf die neue, das Kölner Messegelände wirkungsvoll ergänzende Halle. Der Kölner organische Messeaufbau vermeidet volkswirtschaftliche Fehlinvestitionen. Der Erfolg Ist nicht ausgeblieben. D ü.

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Jetzt wieder „Blohm & Voß AG“. Die nach der vollständigen Demontage der Hamburger Blom & Voß-Werft aus Kreisen der Gesellschafter seinerzeit gegründete Steinwerder Industrie AG (Hamburg) hat das Grundkapital um nom 8,9 auf 10,0 Mill. DM erhöht. Gleichzeitig wurde die Firma wieder in Blohm & Voß AG umbenannt. Die Übernahme der neuen Aktien erfolgte durch die Kommanditgesellschaft in Firma Blohm & Voß zum Ausgabekurs von 150 V. H.

Die Konrad Hornschuch AG, Baumwollspinnerei und Weberei in Urbach/Württ., zu der eine Bleicherei und Appreturanstalt in Stuttgart-Hedelfingen sowie ein Werk zur Herstellung von Plastikfolien und Textilleder in Weißbach am Kocher gehören, beging am 10. September das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens Das Unternehmen. 1905 von dem 1943 verstorbenen Konrad Hornschuch gegründet, nahm als Spinnerei. Anfang 1906 In Unterurbach mit zunächst 10 000 Spindeln die Arbeit auf Zur Weiterverarbeitung der eigenen Spinnereiprodukte kam hoch im gleichen Jahre eine Weberei dazu. 1920 wurde die Bleicherei und Appretur In Stuttgart-Hedelfingen erworben. Ende 1927 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, der noch Im gleichen Jahre die Textilgesellschaft Weißbach am Kocher angegliedert wurde. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 2000 (1950: 1400) Personen, davon rund 1000. im Stammwerk Urbach und 850 im Werk Weißbach. Die Spinnerei in Urbach stellt Zellwoll- und Baumwollgewebe sowie Zwirne her: sie beliefert auch fremde Betriebe.

Schultheiß: Hoffnung auf höhere Dividende. Die Aktien der Schultheiß-Brauerei AG, Berlin, sind In den letzten Wochen merklich im Kurs gestiegen Neben dieser allgemeinen Entwicklung haben sich die Börsenkurse der Vorzugsaktien, die mit einer Dividendengarantie von 5 v. H. ausgestattet sind, auffällig denen der Stammaktien angenähert Der Grund dafür ist offenbar der günstige Verlauf des am 30. 9. endenden Geschäftsjahres 1954/55, das – wie uns von der Verwaltung bestätigt wird – für die Stammaktionäre eine Gewinnauschüttung von mindestens 6 v. H erwarten läßt Seit langem haben die Schultheiß-Vorzugsaktionäre das Recht, in halbjährigen Abständen zur Mitte und zum Ende des Geschäftsjahres ihre Aktien zum Umtausch in Stammaktien Zu kündigen Von dieser Möglichkeit hatten, im vergangenen Frühjahr die Besitzer fast eines Drittels der 4,5 Mill DM Vorzugsaktien bereits Gebrauch gemacht. Zahlreiche weitere Kündigungen sind fristgemäß in diesem Monat ausgesprochen worden. Nach der Satzung kommen die ehemaligen Vorzugsaktionäre sofort in den Genuß der höheren Dividende auf die Stammaktien Ferner bleibt ihnen der Anspruch auf die noch strittige Dividende aus der Reichsmarkzeit erhalten, über die ein höchstinstanzliches Urteil beantragt ist.

Bei der In den Hoechster Farbwerken geplanten Erzeugung von schwerem Wasser soll ein neuartiges Verfahren angewandt werden. Es ist vorgesehen, das schwere Wasser durch wiederholte Destillation von flüssigem Wasserstoff bei einer Temperatur von minus 252 Grad Celsius zu gewinnen. Die Anlage der Hoechster Farbwerke wird zunächst für eine Produktion von 6 t je Jahr gebaut sie soll In eineinhalb Jahren betriebsfertig sein. Das schwere Wasser dient bei der Kernspaltung zur Gewinnung von Energie oder radioaktiven Isotopen als Bremsstoff.