Mit 11,396 Mill. DM Aktien von nom. 15 Mill. DM Grundkapital genehmigte die o. HV der Commerz- und Credit-Bank AG in Frankfurt/M die beantragte Kapitalerhöhung um 5 auf 20 Mill. DM. Die neuen, ab 1. Oktober dividendenberechtigten Aktien werden den Aktionären vom übernehmenden Konsortium im Verhältnis 3:1 zum Kurse von 110 v. H. angeboten. Die Ertragslage des Instituts lasse für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende mindestens in Vorjahreshöhe (9 v. H.) erwarten, neben der in Aussicht genommenen Verstärkung der Rücklagen. Zur Begründung der Kapitalerhöhung wies der AR-Vorsitzende Prof. Dr. Möhring auf die Notwendigkeit hin, bei der überdurchschnittlichen Geschäftsausweitung die haltenden Mittel dem Bilanzvolumen anzupassen. Auch der von der Bank deutscher Länder festgesetzte Kreditrichtsatz, der die kurz- und mittelfristigen Kredite an die Nichtbankenkundschaft auf das Achtzehnfache der haftenden Mittel begrenzt, mache bereits jetzt wieder die Erhöhung der Eigenmittel erforderlich, um auch weiterhin den Berechtigten Kreditwünschen der Kundschaft gerecht werden zu kennen.

Prof. Möhring wies ausdrücklich darauf hin, daß die neuerliche Kapitalerhöhung in keinem Zusammenhang mit der Rückverflechtungstendenz innerhalb der Großbanken steht. Er könne auch namens des Vorstandes der Commerzbank und der Vorstände der beiden Schwesterinstitute sagen, daß es den Commerzbanknachfolgern vor der Aufhebung des dem deutschen Bankwesen aufgezwungenen Gesetzes über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten vom 29. März 1952 (sogen. Großbankengesetz) nicht zweckmäßig erscheine, zu der Frage des Abschlusses von Gewinnpoolungsverträgen, wie sie die Nachfolgeinstitute der Deutschen Bank ihren Aktionären vorschagen, ‚Stellung zu nehmen. Man wolle keinesfalls Maßnahmen treffen, die geeignet sein könnten, die Aufhebung des vorgenannten Gesetzes nicht als vordringlich erscheinen zu lassen. Mehring hatte einleitend darauf hingewiesen, daß das Bilanzvolumen der Commerz- und Credit-Bank in den ersten sechs Monaten 1955 weiter um 115 Mill. DM auf 768 Mill. DM, das ist um 17,6 v. II. gestiegen ist. Die gesamten Einlagen haben sich in dieser Zeit von 573 auf 677 Mill. DM, d. h. um 18,2 v. H. erhöht. Die Debitoren ohne die Ausleihungen an Kreditinstitute nahmen zu von 206 auf 247. Mill. DM und die Wechselkredite (Wechselbestand und Indossamentsverbindlichkeiten) sind von 222 auf 274 Mill. DM gestiegen. D.

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August Thyssen-Hütte AG. Der auf den 12. Oktober nach Duisburg einberufenen HV wird die Verwaltung die Schaffung eines genehmigten Kapitals von 57,5 Mill. DM vorschlagen mit der Ermächtigung, das Grundkapital durch Ausgabe teuer Aktien gegen Sach- oder Bareinlagen einmal oder mehrfach bis höchstens auf diesen Betrag zu erhöhen. Es soll die Verwaltung ausreichende Bewegungsfreiheit erhalten, zu gegebener Zeit Maßnahmen in Richtung des weiteren Ausbaues der Gesellschaft durchführen zu können. Soweit die neuen Aktien gegen Sacheinlagen ausgegeben werden, bedingt dies einen Ausschluß des Bezugsrechts der Aktionäre. Dagegen wild bei einer Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen das Bezugsrecht der Aktionäre gewahrt bleiben. Nach der Schaffung dieses genehmigen Kapitals ist beabsichtigt, in Kürze eine weitere Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen vorzunehmen, bei der das Bezugsrecht der Aktionäre voll gewahrt bleibt. Der Umfang dieser Kaptalerhöhung steht noch nicht fest. Die Ausgabe der neuen Aktien wird zu Pari erfolgen.