Der ohnehin schon bei durchschnittlich zehn Monaten liegende Auftragsbestand im deutschen Werkzeugmaschinenbau dürfte sich dusch die Dienstag beendete Werkzeugmaschinenausstellung in Hannover noch um einige Monate erhöht haben. Wenn sich auch Werkzeugmaschinen nicht "über den Tresen" verkaufen lassen, so sind doch Anzeichen dafür vorhanden, daß auf der zehn Taga dauernden Ausstellung in Hannover nicht nur informiert, sondern auch recht fleißig geordert worden ist. Bemerkenswert ist, daß auf dieser Ausstellung, die im Rahmen eines betont nüchternen Messestils Spitzenleistungen des Werkzeugmaschinenbaues und verwandter Industriezweige zeigte, der Ausländeibesuch erheblich den während der letzten i Maschinenbauausstellung in Hannover im Jährt 1952 übertraf. Dabei war die 1952er Ausstellung eine internationale, während die soeben beendete sich bewußt als nationale bezeichnete und vorwiegend auch für den Inlandmarkt gedacht war. Von deutschen Ausstellern war zu erfahren, daß gerade das starke Auslandsinteresse eine Erhöhung des Auftragsstandes herbeigeführt hat. Allem Anschein nach haben in vielen Verkaufsgesprächen die Preise nicht eine solche Rolle gespielt wie die Lieferfristen, die im deutschen Werkzeugmaschinenbau schon wieder erheblich sind und zu einem nicht geringen Teil zwischen sechs und zwölf (Monaten liegen. Aber auch die ausländischen Aussteller — 61 Firmen aus 10 Ländern, vorwiegend aus der Schweiz, aus Österreich, Schweden, Belgien und Italien — scheinen auf ihre Kosten gekommen zu sein. Schweizer Aussteller berichteten von einem guten Interesse und einem ähnlichen Auftragsbestand wie ihre deutschen Konkurrenten. Dies, obwohl hier der Preis vergleichbarer Maschinen häufig über dem der deutschen Firmen lag.

Die bereits seit dem vergangenen Jahr in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie zu beobachtende Tendenz, daß nämlich der Auftragseingang die Produktion übersteigt, dürfte sich i verstärkt haben. Soweit es sich übersehen lt haben auch die Preise angezogen und liegen geg wärtig etwa um 10 bis 15 v. H über denen des V Jahres. Der Vorsitzende des Vereins deutsc Werkzeugmaschinenfabriken, Dr. Schaudt, spr in Hannover von der gegenwärtigen Gefahr t stetigen Steigerung von Löhnen und Mater preisen und forderte eine energische Begrenzung? So gut die Konjunktur, in der westdeutschen" Werkzeugmaschinenindustrie auch sein mag, so stehen die Firmen doch Kreditrestriktionen mit einiger Sorge gegenüber "Unsere Kunden", so sagte der Industrielle Hermann Heller in Hannover, "brauchen Geld, um unsere Erzeugnisse kaufen zu können. Keine Rationalisierung ist möglich ohne die Werkzeugmaschine, und keine Rationalisierung ist möglich ohne Investitionen. Deshalb erfüllt uns auch die seit neuerer Zeit verfolgte Politik der Bank deutscher Länder mit Kreditrestriktionen doch mit einiger Sorge td