Für die Deutsche Bundespost macht sich die Notwendigkeit einer straffen Rationalisierung immer empfindlicher bemerkbar. Leider kommt sie mit ihren Absichten in eine recht peinliche Zwickmühle: bereitet sie Rationalisierungsmaßnahmen vor, stößt sie auf den Widerstand ihrer „Kunden“, tut sie nichts, zieht sie sich auf jeden Fall massierte Vorwürfe über ihre Rückständigkeit zu.

Daß sie alles andere als rückständig ist, bewies sie mit dem Gedanken der Einführung von Hausbriefkästen, die sich infolge des Personalmangels einfach als notwendig erweisen, und die sich im übrigen in den süddeutschen Gefilden der Bundesrepublik längst durchgesetzt haben und auch im Ausland ihre Bewährungsprobe bestehen konnten. Mit diesem Vorhaben stößt die Post vor allem in Norddeutschland leider auf den konservativen Widerstand von Architekten und Hausbesitzern.

Wir werden nun aber fast an die Ablehnung erinnert, die die Einführung der ersten Eisenbahn auslöste, als wir dieser Tage zur Kenntnis nehmen mußten, daß der Vorstand des Verbandes Schleswig-Holsteinischer Haus- und Grundeigentümer-Vereine die merkwürdig berührende Feststellung traf, daß die Einrichtung von Hausbriefkästen eher Nachteile als Vorteile bringe. Wir finden, daß diese peinlich rückständige Auffassung so gar nicht in das sonst doch recht lebendige Bild der schleswigholsteinischen Wirtschaft paßt. Aber wahrscheinlich ist es auch hier wie sooft: „Vorstände“ haben manchmal andere Auffassungen als die Mitglieder, die sie eigentlich zu vertreten haben... we