Die Ferrostaal AG, Essen, die Handelsgesellschaft der Gutehoffnungshütte Aktienverein, Oberhausen, wird 1955 einen Umsatz von 400 Mill. DM erreichen, wovon mehr als 200 Mill. DM auf das Exportgeschäft entfallen. Diese gute Voraussage gab auf Grund der bisher vorliegenden Ergebnisse der Vorsitzer des Vorstandes, Dietrich Wilhelm von Menges, auf einer Pressekonferenz. Nachdem in beiden Vorjahren 365 bzw. 353 Mill. DM Umsatz erzielt worden waren, sei jetzt das Optimumfür das Unternehmenerreicht, weil mit den vorhandenen organisatorischen und finanziellen Mitteln eine weitere wesentliche Umsatzsteigerung nicht mehr verkraftet werden könne. Erfreulicherweise habe sich in 1955 die Erlösentwicklung wieder besser als im Vorjahr angelassen. Aber auch der Abschluß 1954 ist für den Alleinaktionär GHH nicht unbefriedigend. Auf das AK von 10 (4) Mill. DM wird ein Reingewinn von 2,14 Mill. DM der Muttergesellschaft gutgeschrieben, nachdem zuvor zweckgebundenen Rücklagen 1,04 Mill. DM überwiesen worden waren.

Ferrostaal hat einige bemerkenswerte Großgeschäfte auf dem Gebiet der Eisenbahnaufträge mit Südamerika, Afrika und Asien, ferner größere Elektrifizierungsbau ten und Bergbauaufträge in Südamerika und Vorderasien abschließen können. Fast 90 v. H. des technischen Großgeschäftes entfallen auf den Export. Dabei wächst die Konkurrenz ununterbrochen an. Jedoch habe man sich auch darauf präpariert und glaube, selbst mit den kapitalseitig starken Konkurrenten im internationalen Geschäft Schritt halten zu können. Im Zuge des Ausbaues der überseeischen Organisation wurden Aktien der Ferrostaal Overseas Corporation New York im Nominalwert von 49 250 $ und ferner Anteile über 17 500 Cordobas am Kapital der Ferrostaal de Centro America Ltda, Nicaragua, erworben. rlt

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Bei der Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“, Bremen, schließt das Geschäftsjahr 1954 mit einem Verlust von rund 300 000 DM ab. Dieser ist darauf zurückzuführen, daß aus steuerlichen Gründen und im Hinblick auf die auch in Zukunft notwendige Selbstfinanzierung eines Teiles der Neubauten neben der linearen Abschreibung degressive Abschreibungen in Höhe von rund 2 3/4 Mill. DM vorgenommen wurden. Es handelt sich also bei dem ausgewiesenen Verlust tatsächlich nur um einen aus steuerlichen Gründen bedingten Bilanzverlust, nicht aber um einen echten Vermögensverlust.

Bayerische Wasserkraftwerke zahlen wieder 4 v. H. Die Bayerische Wasserkraftwerke AG (BAWAG), München, verteilt lt. HV-Beschluß für 1954 wieder 4 v. H. Dividende auf 30 Mill. DM AK, das sich zu je einem Drittel im Besitz des Freistaates Bayern, der Vereinigte Industrie Unternehmen AG (VIAG), Berlin, und der Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG (RWE), Essen, befindet. Der Stromabsatz ist im Berichtsjahr um 22,39 v. H. auf 321,2 Mill. kWh gestiegen. Durch Inbetriebnahme des Speichers Roßhaupten sind die Erträge aus dem Stromabsatz auf 17,8 (14,6) Mill. DM angewachsen? Löhne und Gehälter erforderten 1,2 (1,1) Mill. DM, Abschreibungen und Wertberichtigungen 7,4 (6,8) Mill. DM. Der mit unv. 1,2 Mill. DM ausgewiesene Gewinn ist wieder auf das Dividendenerfordernis abgestellt. Nachdem die Errichtung des Speichers Roßhaupten bis auf kleine Restarbeiten beendet ist, steht der BAWAG in zehn Kraftwerken eine installierte Leistung von insgesamt 113 000 kW zur Verfügung.

Aachen-Leipziger: 10 : 4 umgestellt. Die HV der der Bayerischen Rückversicherung AG (München) nahestehenden Aachen-Leipziger Versicherungs AG (Aachen) in München genehmigte die DM-EB und die Abschlüsse bis einschl. 1952. Das eingezahlte AK von bisher 4,25 Mill. RM wird auf 1,35 Mill. DM umgestellt. Die RM-Nachzahlungsverpflichtung der Aktionäre ist auf 650 000 DM umgestellt worden, statt mit dem gesetzlich geforderten Betrag in Höhe von 20 v. H. für nom. 750 000 RM Nachzahlungsverpflichtung. Das neue Grundkapital beträgt somit 2 Mill. DM. Das entspricht einem Umstellungsverhältnis von 10 : 4 für das Nominalkapital und von 10 : 3,15 für das eingezahlte Kapital. Daneben wurde die ges. Rücklage von 0,2 Mill. DM und eine freie Rücklage von 0,24 Mill. DM gebildet, die sich durch Berichtigung der Umstellungsrechnung zum 31. 12. 1949 auf 0,29 Mill. DM erhöht. Mit Ausnahme des verbundenen Geschäftsjahres 1948/49, das mit einem Verlust von 0,04 Mill. DM schloß, brachten die nachfolgenden drei Geschäftsjahre Gewinne, die sich zu Ende 1952 abzüglich Verlustvortrag auf 0,13 Mill. DM belaufen. Hieraus erhält das eingezahlte AK für 1952 eine Dividende von 8 v. H.; überschießende 0,03 Mill. DM Gewinn werden auf 1953 vorgetragen. Die Gesamtprämieneinnahme belief sich 1954 auf 14,06 Mill. DM. Der Schadenverlauf läßt auch für 1953 und 1954 ein zufriedenstellendes Ergebnis erwarten. Mit der Vorlage dieser Bilanzen ist Anfang 1956 rechnen. Im ersten Halbjahr 1955 lag die Stückzahl der Neuabschlüsse wieder erheblich höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. In den AR wurden gewählt: Dr. Erich Proelss, München; Dr. Wilhelm Kütgens, Aachen? Otto Ritter, Honef (Rh.), Dr. Horst Schienen. München, und zwei Vertreter der Arbeitnehmer,