w. h., Büsum

Soweit Haie in der Nordsee vorkommen, und das sind immerhin drei kleinere, ungefährliche Arten, kann sie jeder Interessent lebendig und frei Haus von Sebastian Müllegger in Büsum beziehen. Bei diesem aus Augsburg stammenden Meeresbiologen gibt es so ziemlich alles, was um ihn herum in der See kreucht und fleucht, und was er nicht im Bassin hat, das besorgt er sehr schnell.

Was er nicht selbst fängt, das landen die Fischer mit an. Sind: die Tiere nicht zu groß, so kommen sie in wassergefüllte Beutel und werden per Post verschickt. Größere Exemplare werden in Transportkannen an den Empfänger gesandt, Am billigsten in der umfangreichen Preisliste sind Meerflohkrebse, die als Fischfutter geschätzt sind und von denen eine große Portion nur 2,– DM kostet. Ein Seepferdchen kostet 15,– DM.

Im Laufe seiner Berufsjahre hat dieser Meeresbiologe viele Forschungsreisen und Fangexpeditionen unternommen und dabei manch seltenen Fang aus den Meeren aller Weltteile mitgebracht. Er tauchte schon 25 Jahre vor Haß, nur mit einer Brille versehen, bis zu Tiefen von 12 Metern nach interessanten Fischen und Korallen. Eine große Seeschildkröte machte ihm kürzlich Schwierigkeiten. Der Zoll wollte die Ausfuhr nicht gestatten, da auf der Genehmigung nur Seefische aufgeführt waren, Schildkröten aber Eier legen und aus diesem Grunde zu den Vögeln zu zählen sind. Erst nach langwierigem Verhandeln und der Feststellung, daß Vögel Federn haben müssen, durfte das Streitobjekt die Grenze passieren.