Die Tatsache, daß sowohl die USA wie die Sowjetunion in diesem Jahre auf der St. Eriksiehungskraft aus. Senatsbesuche — erst aus Lübeck nd danach aus Hamburg —- standen damit in Verindimg, Nebenbei konnten die Herren aus Ham>urg feststellen, daß Lübeck in Stockholm nur eine ilhouette, ein Roulette und das Modell einer ichwedischen Eisenbahnfähre ausstellte, und die Lübecker bemerkten, daß das große Hamburg nur mit einem Photoglobus von Hafen- und Industrieanlagen erschienen war. Im übrigen brachten Senator Luigs und Dr. Sieg aus Hamburg ein bemerkenswertes Geschenk: die Photokopie des ersten Handels- und Schiffahrtsvertrages, der am 1. Mai 1840 zwischen dem König von Schweden und dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg gegeschlossen worden war. Er galt für fünf Jahre und sicherte den Schiffen der Vertragspartner in den Gewässern des anderen Teils die gleiche Behandlung wie den nationalen Schiffen, und zwar waren ausdrücklich miteinbezogen der Göta- und der , TrollhättekanaL, die schon damals eine Rolle spieliten, wie auch die schwedische Kolonie St. Bartholemy in Westindien. Doch der Schwedenhandel spielt auch heute wieder eine große Rolle für Hamschwedischen Schiffe hat sich in kurzer Zeit verdoppelt. Die schwedische Industrie besitzt zudem in Hamburg einige ihrer großen deutschen Werke (Bergedorfer Eisenwerk, Tretorn, Siporex und Elektrolux). Und nun war es für die Hamburger Herren interessant, auf neutralem Boden einmal die Ausstellungstechnik der Sowjets und der Amerikaner zu vergleichen.

Was den Sowjets in ihrer reichhaltigen Ausstellung fehlt, das ist vor allem die moderne Formmit seinen Maschinen etwas kann, war sowohl hier wie in der tschechischen Schau augenfällig. Die UdSSR ihrerseits hatte willkommene Gelegenheit, die modernen Formen in den Ausstellungen der anderen Länder zu studieren. Was die industriellen Formgestalter des Westens in den letzten zwanzig Jahren entwickelt haben, wird voraussichtlich bald auch dem Osten seinen Stempel aufdrücken. Kann nun Schweden für den Handel mit dem Osten das werden, was Wien für den Balkanhandel war oder ist? Das ist eine sehr große Frage. Denn die Ansichten über die diesjährige St. Eriksmesse gehen würdigkeit, sie als fast eine Großmesse zu bezeichnen, so hörte man bei manchen westdeutschen Ausstellern so häßliche Worte wie "Jahrmarkt" oder "Volksfest". Daran aber scheinen die Aussteller zum Teil selbst schuld zu haben, wenn z. B ein westdeutscher Stand von Seh Leuten direkt Bestellungen für R_pcke und Mäntel annimmt! Überhaupt war die estdeutsche Ausstellung in keiner Weise repräsenmten, um die sich (Zeiss) niemand kümmerte. Der vram" trat dadurch in den Vordergrund. Warum tso einen Länderpavillon machen, wenn er nicht der Bedeutung des Landes entsprechend aufgezogen ist? Dann soll man lieber dem Beispiel der Englinder folgen und es den einzelnen Firmen überlassen, in den Fachhallen auszustellen. Aber wenn schon: dann auch anständig. Deutsche Spielwaren, scnst ein großer Publikumserfolg, sah man nur auf einem recht kleinen Stand von Märklin, der aber gute Geschäfte machte. Denn der Hauptimporteur ton Spielzeug hatte sich in einem Lokal in der Kurgsgatan selbständig gemacht, wo das Publikum geen einen Eintritt von 1 50 skr die Miniatureisenbahnen bewundern konnte. Die sehr guten Offenbacher Lederwaren hatten nur Schaukästen auf der Messe und machten ihre Abschlüsse in einem Hotel, um von den Seh Leuten nicht gestört zu werden. Manche Aussteller waren recht zufrieden mit dem diesjährigen Messegeschäft, andere verzeichneten einen Rückgang. Eine dritte Gruppe erklärt: Die St. Eriksmesse hat fraglos eine große Aufgabe gehabt, uns neue Märkte zu erschließen; aber nun, wo wir unsere festen Abnehmer haben ? Fragt man also: war die Messe gut oder schlecht, hat sie für den deutschen Export noch einen Sinn oder nicht, ist es eine werdende Großmesse oder eine interessante Schau für die privaten Stockholmer, so kann man nur sagen: sie ist "weder — noch". Sie ist typisch "neutrum", und damit ist die Antwort ebenso neutral wie der Boden, auf dem sich in diesem Jahr zum erstenmal der Osten und der Westen trafen.