Zehn v. H. Dividende – das ist offenbar das Geheimnis für eine Verwaltung, alle Anträge in einer Hauptversammlung durchzubekommen und brave und ja-sagende Aktionäre zu haben. Die gegen die Umwandlung der Chemie-Faser AG‚ Siegburg, in eine Betriebsgesellschaft der Phrix-Werke AG, Hamburg, zu erwartende Opposition freier Aktionäre war ausgeblieben. Der Umwandlungsani wurde gegen nur zwölf Stimmen bei 190 Enthaltungen und einer Präsenz von 22 940 Stimmen angenommen. Phrix selbst vertrat in der HV 75,13 v. H. des AK von 25 Mill. DM oder 18,78 Mill. DM. Die Aktionäre genehmigten zugleich den Abschluß mit 10 v. H. Dividende für 1954, hatten keinerlei Anfragen an die Verwaltung über die Gegenwartslage des Unternehmens selbst die 12 000 DM Nein-Stimmen und die 190 000 DM Enthaltungen gaben keine Erklärungen ab.

Damit hat die Chemie-Faser AG, Siegburg, ihre Selbständigkeit still und unauffällig begraben. Die Aktionäre, die bisher einen mittelgroßen, gut übersehbaren und mit einer Goldader ausgestatteten Betrieb hatten, haben sich freiwillig in den für sie weniger übersehbaren großen Phrix-Konzern umwandeln lassen. Die Goldader von Siegburg, die Zellglas-Fabrikation, wird nun irgendwo in den Büchern der großen Mutter versickern ...

AR-Vorsitzer Dr. Deuss (Commerzbank) gab auf dieser auch für ihn letzten HV dem Phrix-Konzern zwar eine gute Prognose. Er meinte, daß sich die günstige Entwicklung in den künftigen Bilanzzahlen von Phrix niederschlagen werde. Aber das ist ein noch nicht erfüllbares Versprechen. Die Fusion sei nicht nur vernünftig (für Phrix), sondern auch wirtschaftlich notwendig, fügte er hinzu, um im Konkurrenzkampf mit anderen großen Unternehmen der Textilchemie bestehen zu können. Nunmehr würden die Verwaltungen konzentriert und vereinfacht, die Produktionssortimente aufgeteilt und die Forschung zentral gelenkt werden. – Die Siegburg-Aktionäre erhalten Phrix-Aktien im Verhältnis 1:1 und ein Bezugsangebot auf die neuen Phrix-Aktien aus der Kapitalerhöhung im Verhältnis 4:1 bei 110 v. H. Ausgabekurs. rlt.

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Kapitalerhöhung der Kundenkreditbank Düsseldorf. Auf Vorschlag des persönlich haltenden Gesellschafters hat der AR der Gesellschaft beschlossen, zum 10. Oktober eine aoHV der Kommanditaktionäre einzuberufen, auf der die Erhöhung des gegenwärtigen Grundkapitals um 2 Mill. auf 8 Mill. DM beschlossen werden soll. Die neuen Aktien sollen von einem Bankenkonsortium übernommen und den alten Aktionären unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts zum Kurse von 100 v. H. angeboten werden. Die Zweckmäßigkeit der Kapitalerhöhung ergibt sich aus der 1955 erfolgten weiteren Ausdehnung des Geschäftsumfanges. Die Ertragslage der Bank wurde als zufriedenstellend bezeichnet.

Die Verwaltung der Schwäbische Zellstoff AG, Ehingen/Donau, hat zum 7. Oktober eine HV nach Ulm einberufen, die über die Schaffung genehmigten Kapitals durch Ausgabe neuer Aktien zum Nennwert gegen Einlagen um bis zu 2 Mill. DM innerhalb der nächsten zwei Jahre Beschluß fassen soll. Ferner stehen auf der Tagesordnung die Vorlegung des Abschlusses für 1954 und Neuwahlen zum AR.

Iran erteilt Großauftrag über Telephonanschlüsse. Von dem Gesamtauftrag, der 180 000 Anschlußeinheiten umfaßt, erhielt Mix & Cenest, Stuttgart, den Auftrag über 60 000 Anschlußeinheilen. Es handelt sich hier um den Ausbau eines modernen Fernmeldenetzes in Teheran und in den iranischen Provinzen, der in Zusammenarbeit mit der Firma Siemens & Halske durchgeführt wird und bei dem die Deutsche Bundespost die Beratung der iranischen Postverwaltung übernommen hat. Auf Grund dieses Auftrages hat sich Mix & Genest, Abteilung der Standard Elektrizitäts-Gesellschaft AG, entschlossen, eine Tochtergesellschaft in Teheran zu errichten.